Zoff um Hypothekenkredite: Richter rollt Dexia-Klage gegen JP Morgan neu auf

Kehrtwende im Streit um Hypothekenkredite: Ein US-Richter, der vor kurzem noch Schadensersatzansprüche von Dexia gegenüber JP Morgan in Höhe von 774 Millionen Dollar abgewiesen hatte, lässt den Fall jetzt neu verhandeln - und liefert dafür eine bemerkenswerte Begründung.

Dexia-Zentrale in Brüssel (Archivbild): Übernahme von problematischen Hauskrediten Zur Großansicht
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Dexia-Zentrale in Brüssel (Archivbild): Übernahme von problematischen Hauskrediten

Der Schadensersatzprozess der französisch-belgischen Bank Dexia gegen das US-Geldhaus JP Morgan wird wieder aufgerollt. Am Freitag entschied der New Yorker Bezirksrichter Jed Rakoff: Über Dexias Klage im Rechtsstreit um faule Hypothekenkredite muss neu verhandelt werden.

Anfang April hatte der Richter noch fast alle Forderungen der Bank zurückgewiesen. Jetzt bezeichnete er sich als nicht für den Fall zuständig und gab ihn an jenes Gericht zurück, wo das Verfahren im Januar 2012 begonnen hatte. Zur Begründung verwies Rakoff auf den jüngsten Entscheid eines Bundesberufungsgerichts in einem Fall ähnlicher Klagen des US-Versicherungsriesen AIG gegen die Bank of America. "Diejenigen, die nicht an Geister glauben, waren nie vor Gericht, wo es häufig vorkommt, dass Rechtsansprüche aus dem Grab aufsteigen", sagte Rakoff. "Das ist ein typisches Beispiel dafür."

Der Staatsfinanzierer Dexia war nach immensen Problemen in der Finanzkrise mit Steuergeldern aufgefangen worden und gehört nun zu rund 95 Prozent Frankreich und Belgien. Das Institut beschuldigt JP Morgan, es mit irreführenden Informationen zur Übernahme von problematischen Hauskrediten über 1,6 Milliarden Dollar verleitet zu haben.

Daraus entstanden Dexia nach eigener Darstellung Schäden von 774 Millionen Dollar. Rakoff hatte die Ansprüche bis auf einen minimalen Teil von 5,7 Millionen Dollar nicht gelten lassen. Der Rechtsstreit ist einer von vielen in der Bankenbranche, in dem es um derartige Vorwürfe geht. Sowohl ein JP Morgan-Sprecher als auch ein Anwalt Dexias lehnten eine Stellungnahme ab.

cib/Reuters

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Lustig, die Banken, Clowns ?
Gerdtrader50 21.05.2013
So erfreulich es für diese Bank ist, dass ihre Klage nun doch angenommen wurde von einem US-Gericht, so unverständlich ist das fachliche Verhalten von Banken in der Suprime Krise gewesen. Hätte ein Kunde aus den USA eine Hypothek bei Dexia beantragt, ob die nun eine Niederlassung dort hat, oder nicht, meinetwegen auch noch in Europa als Überseekredit, hätten die Banker ihm gesagt, sie seien nicht zuständig und man kenne auch die Situation in den USA nicht. Weder regional, noch immobilienwertmässig und hätte abgelehnt, mit Recht. Jetzt kommt eine Bank aus den USA, sabbelt der europäischen Bank die Ohren voll, legt Gutachten vor, versichert mit AIG und schon hüpfen die Banker auf die vermeintliche Geschäftschance. Auf die Idee, dass ihnen US-Banken "die Wurst auf die Augendeckel legen", sind sie nicht gekommen. Meist waren Staatsbanken so geschäftstüchtig. Möglicherweise sollten Plätze im Vorstand einer Bank nicht nach der politischen Partei vergeben werden, sondern vielleicht nur an solche mit geprüften Fachverstand ? Würde Verluste ersparen helfen.
2. US-Justiz
gorgonzola68 21.05.2013
diese Prozesse gehören vor europäische Gerichte
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