Verdacht auf Steuerbetrug: Schweizer Privatbank soll an HypoVereinsbank-Skandal beteiligt sein

Beim mutmaßlichen Steuerbetrug der HypoVereinsbank führt offenbar eine Spur in die Schweiz. Laut "Süddeutscher Zeitung" soll eine eidgenössische Privatbank Initiator der Aktiengeschäfte gewesen sein.

HypoVereinsbank in München: Anlagestrategie unter "Ausnützung" von Steuererstattungen Zur Großansicht
REUTERS

HypoVereinsbank in München: Anlagestrategie unter "Ausnützung" von Steuererstattungen

München - Neue Spur im Skandal um die HypoVereinsbank (HVB): Beim mutmaßlichen Steuerbetrug von Aktienhändlern gibt es offenbar Hinweise auf die Beteiligung einer Schweizer Privatbank. Erkenntnissen der Finanzbehörden zufolge war das Geldhaus Initiator der Aktiengeschäfte, bei denen der deutsche Fiskus um knapp 124 Millionen Euro geschädigt worden sein soll, schreibt die "Süddeutsche Zeitung".

Ermittelt wird gegen heutige und frühere Beschäftigte der HVB und weitere Beschuldigte. Nach einer Razzia der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Mittwoch in der Münchner HVB-Zentrale und an zwölf weiteren Orten werten die Ermittler nun das sichergestellte Material aus. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen war dem Einsatz ein schon länger schwelender Rechtsstreit mit einem Investor vorausgegangen.

Ausgelöst worden war das Verfahren laut "Süddeutscher Zeitung" durch Erkenntnisse des Finanzamtes Wiesbaden II, dem bei der Betriebsprüfung einer hessischen Firma einiges aufgefallen war. Im Bescheid des Finanzamtes vom Februar 2011 für diese Firma soll eine Schweizer Privatbank namentlich genannt sein: Dieses Institut soll als Initiator der fragwürdigen Deals Kontakt zur HVB und zu einer Anwaltskanzlei aufgenommen haben. Diese drei Parteien hätten dann eine Anlagestrategie unter "Ausnützung" von Steuererstattungen entwickelt.

Die Ermittler glauben, dass diese Geschäfte nur mit Hilfe ausländischer Partner möglich gewesen seien - nur so habe der Fiskus getäuscht werden können. In Finanzkreisen wird vermutet, dass der Fall HVB nur die Spitze eines Eisberges sei und die Schweiz dabei eine ganz besondere Rolle spiele. "In der Branche wird seit langem darüber gesprochen, dass vor allem Schweizer Institute bei solchen Geschäften mitmachen."

yes/dapd

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Schäuble
sosonaja 30.11.2012
wird den schweizer Bankstern schon zur Hilfe eilen. Denn Herr Schäuble ist der Angestellte der schweizer Banken, hahahahahaha!!!!
2. Wie oft noch?
der-denker 30.11.2012
- müssen Schweizer Machenschaften aufgedeckt werden bis sich Deutschland mal das zurück holt was dort eingesackt wurde. Vor allem auf Kosten der Normalbürger und Finanzschwache, weil die immer am härtesten unter "Sparpaketen" zu leiden haben. Und Schäuble, dieser Popanz an Schein-Seriosität, verkauft uns die Schweizer Banken als glaubwürdige Geschäftspartner für ein Steuerabkommen. Ausgerechnet die sollen, anonym und unkontrollierbar, für uns Steuern deutscher Hinterzieher erfassen und abführen. Dummdreister geht's nicht.
3. seltsam....
petrasha 30.11.2012
...warum wundert es mich nicht? wir sind doch umzingelt von betrug in allen richtungen...schauen wir riesterrenten an...schauen wir rentenerhöhungen an...schauen wir anlage jeglicher art an...betrug ist volkssport. daher schockt dieser bericht nicht, er passt zu unserer verrückten zeit.
4. Sie denken leider nur in eine Richtung
herr_kowalski 30.11.2012
Zitat von der-denker- müssen Schweizer Machenschaften aufgedeckt werden bis sich Deutschland mal das zurück holt was dort eingesackt wurde. Vor allem auf Kosten der Normalbürger und Finanzschwache, weil die immer am härtesten unter "Sparpaketen" zu leiden haben. Und Schäuble, dieser Popanz an Schein-Seriosität, verkauft uns die Schweizer Banken als glaubwürdige Geschäftspartner für ein Steuerabkommen. Ausgerechnet die sollen, anonym und unkontrollierbar, für uns Steuern deutscher Hinterzieher erfassen und abführen. Dummdreister geht's nicht.
Die wirklichen Verbrecher sitzen nicht in der Schweiz sondern hier, in diefem umferem Lamde, wie der Verbrecher Birne zu schwafeln pflegte. Wäre unsere Nomenklatura nicht korrupt bis auf die Knochen und würde Steuerfahnder nicht aus vorgeschobenem Sparzwang (boah äijh man wat ?) nach Hause oder in die Klapse schicken wollen, würde nur ein Bruchteil der Hinterzieher noch frei rumlaufen. Haben Sie schon vergessen wie Zumwinkel durch versehentlich verjährten Steuerdiebstahl um die fällige Freiheitsstrafe rumkam ? Schräuble, Koch, Kohl, Ganter, Lambsdorf, Mappus, Zimmermann und viele andere leuchtende Beispiele zeigen, dass kriminell sein sich lohnt. In Deutschland allemale. Schon der Gefr.d.R. Adolf Hitler wußte das und starb folgerichtig als mehrfacher Millionär.
5. Aufregen.
montaxx 30.11.2012
Zitat von sysopBeim mutmaßlichen Steuerbetrug der HypoVereinsbank führt offenbar eine Spur in die Schweiz. Laut "Süddeutscher Zeitung" soll eine eidgenössische Privatbank Initiator der Aktiengeschäfte gewesen sein. HypoVereinsbank: Spur führt in die Schweiz - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/hypovereinsbank-spur-fuehrt-in-die-schweiz-a-870140.html)
Und da regen sich die Schweizer Banken auf,wenn man ihnen ihre versprochenene "Weißgeldstrategie" nicht abnimmt.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema HypoVereinsbank
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 13 Kommentare
  • Zur Startseite