Massenstreik Etwa 80.000 Hyundai-Arbeiter protestieren gegen Niedriglohnfabrik

Nicht nur in Deutschland suchen Konzernstrategen nach billigeren Standorten. Auch Südkoreas Autokonzern Hyundai würde gerne in Regionen mit billigeren Löhnen ausweichen - jetzt wehren sich die Beschäftigten.

Ausstand der Hyundai-Arbeiter
REUTERS

Ausstand der Hyundai-Arbeiter


Pläne für eine Niedriglohn-Autofabrik in der südkoreanischen Stadt Gwangju haben die Gewerkschaft beim VW-Rivalen Hyundai auf die Barrikaden getrieben. Etwa 80.000 Beschäftigte bei Hyundai Motor und dessen Schwesterfirma Kia Motors legten bei einem Warnstreik für vier Stunden ihre Arbeit nieder. Damit wollten sie gegen das "Gwangju-Modell" protestieren, sagte der für die Autoindustrie zuständige Exekutivdirektor bei der koreanischen Gewerkschaft der Metallarbeiter (KMWU), Ha Young Chul.

Hyundai und die Stadtregierung von Gwangju verhandeln über den Bau einer Fabrik, in der die Beschäftigten für einen Jahreslohn von umgerechnet etwa 31.000 Euro arbeiten sollten. Sie würden damit deutlich weniger als die Hälfte des für den Autohersteller landesweit durchschnittlichen Jahresverdiensts von umgerechnet 73.000 Euro erhalten.

Die weltweit fünftgrößte Autogruppe will mit 19 Prozent in ein Joint Venture für das von der Stadt initiierte Projekt einsteigen. Geplant ist die Produktion eines Mini-SUV.

Doch die Verhandlungen sind seit dieser Woche wegen unterschiedlicher Vorstellungen zu den Lohnverhandlungen mit der Gewerkschaft erst einmal ausgesetzt. Das Unternehmen werde eine finale Entscheidung über seine Teilnahme an dem Projekt treffen, "falls dieses machbar erscheint", teilte die Hyundai-Motor-Gruppe mit.

mik/dpa



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