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Geschäftsklima: Ifo-Index beendet Höhenflug

Nach fünf Monaten Anstieg ist der Ifo-Geschäftsklimaindex erstmals wieder gesunken. Analysten hatten erneut mit einem Plus gerechnet. Die Börse reagierte dennoch gelassen.

Thyssen-Stahlwerk bei Duisburg: Die Konjunktur nimmt noch nicht volle Fahrt auf Zur Großansicht
REUTERS

Thyssen-Stahlwerk bei Duisburg: Die Konjunktur nimmt noch nicht volle Fahrt auf

München - Der Ifo-Geschäftsklimaindex hat im Oktober seinen Höhenflug vorerst beendet. Er fiel von 107,7 auf 107,4 Punkte, wie das Ifo-Institut am Freitag mitteilte. Zuvor war das Barometer fünf Monate in Folge gestiegen. Nun schätzten die rund 7000 befragten Manager sowohl ihre Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter ein als zuvor.

Beobachter hatten mit einem weiteren Anstieg auf 108,0 Zähler gerechnet. Dem Ifo-Konjunkturexperten Klaus Wohlrabe zufolge ist der Rückgang jedoch kein Grund zur Besorgnis. "Das ist ein kleiner Dämpfer und keine Trendwende", sagte er. "Man sollte das nicht überbewerten." Die Stimmung in den Chefetagen bewege sich nach wie vor auf hohem Niveau, zudem seien die Aussichten für Exporte und Investitionsgüter rosig.

Ökonomen erklärten die Entwicklung auch mit dem Haushaltsstreit in den USA. "Nach den jüngsten Turbulenzen in Washington bestehen wohl bei den Unternehmen Unsicherheiten", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Als mögliche Erklärung verwies er auch auf den starken Euro Chart zeigen, der Exporte verteuert.

Laut Ifo-Experte Wohlrabe sind die Perspektiven deutscher Unternehmen in den USA jedoch gut. "Unsere Analysen sagen, dass die Exporte in die USA steigen werden." Auch Analyst Ralf Umlauf von der Helaba ging von einer anhaltenden Erholung der deutschen Wirtschaft aus. "Trotz der leichten Enttäuschung liegt der Ifo-Index noch auf hohem Niveau."

Der Dax Chart zeigen reagierte kaum auf die Zahlen. Nach einem ohnehin schwachen Start verlor er 0,22 Prozent auf 8960,60 Punkte. Damit wurde es unwahrscheinlicher, dass der deutsche Leitindex noch in dieser Woche erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte die Marke von 9000 Punkten knackt.

dab/dpa/AFP/Reuters

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1. Huch ...
Hipster 25.10.2013
Zitat von sysopREUTERSNach fünf Monaten Anstieg ist der Ifo-Geschäftsklimaindex erstmals wieder gesunken. Analysten hatten erneut mit einem Plus gerechnet. Die Börse reagierte dennoch gelassen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ifo-index-beendet-im-oktober-seinen-hoehenflug-a-929964.html
Warum sollte die Börse auch reagieren? Es gibt schließlich nur eine einzige allgemeingültige Börsenregel: der DAX steigt/fällt, wenn der DOW steigt/fällt ...
2. Und
malu501 25.10.2013
senken die sogenannten Experten jetzt auch gleich das letzte Woche prognostizierte Wirtschaftswachstum für nächstes Jahr oder warten die lieber damit, bis sie die Senkung auf die Einführung des Mindestlohnes schieben können?
3. Ui!
chb_74 25.10.2013
Zitat von sysopREUTERSNach fünf Monaten Anstieg ist der Ifo-Geschäftsklimaindex erstmals wieder gesunken. Analysten hatten erneut mit einem Plus gerechnet. Die Börse reagierte dennoch gelassen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ifo-index-beendet-im-oktober-seinen-hoehenflug-a-929964.html
Meine Güte, ein Konjunkturorakel-Index eines einzelnen Wirtschaftsforschungsinstituts sinkt um glatte 0,28% (großzügig aufgerundet) - da muss man ja die unmittelbare Rezession und Verelendung weiter Landstriche in Deutschland befürchten. Gibt es eigentlich keine Journalisten hier, die sowas mal in eine sinnvollen Kontext setzen? Ich halte es für höchst fragwürdig, dass es sich bei solch einer kleinen Schwankung überhaupt um eine statistisch gesehen signifikante Veränderung und nicht nur eine Zufalssschwankung handelt. Dass "Analysten" (=BWL-Milchbubis kurz nach dem Studium, ohne Plan, aber meinungsstark) etwas anderes "erwarten", ist die uninteressanteste Nachricht überhaupt. "Analysten" haben in den letzten Jahren meistens so viel Unsinn "erwartet", dass sie ihr Recht, gehört zu werden, einstweilen wohl eher verwirkt haben. Also, bitte: nicht nur dpa-Meldungen abtippen, sondern solche Meldungen im kritischen Kontext einordnen und hinterfragen. DAS ist dann Journalismus, der in Richtung SPIEGEL-Niveau geht. Den Rest kann jeder Volontär des Hintertupfinger Kreisanzeigers auch leisten...
4. Rezession!
Progressor 25.10.2013
Die schönen Nachrichten bisher, unter anderem und besonders der Ifo-Index täuschen darüber hinweg, dass sich Deutschland in einer Schrumpfungsphase befindet. Das ist also nicht neu. Ein Wirtschaftswachstum von unter 1 %, wie für das laufende Jahr prognostiziert, führt zu Beschäftigungsabbau. Da beißen die Umfragen keinen Faden ab. Woher ein besseres Wachstum nächstes Jahr herkommen soll, weiss der Teufel. Ein Konjunkturprogramm ist angeraten. Falls das nicht gemacht wird, wissen wir ja schon jetzt, welche Partei dann am "plötzlichen" Einbruch schuld ist.
5. Lieber stabil halten
ReneMeinhardt 25.10.2013
und um einen Wert pendeln, als bis zum, Andromeda-Nebel hinwachsen.
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Der Ifo-Index
Das Ifo-Institut bittet monatlich rund 7000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate mitzuteilen. Die Unternehmen können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate als "günstiger", "gleichbleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen.

Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger".

Das Geschäftsklima errechnet sich aus dem Mittelwert der Umfrageergebnisse zur Geschäftslage und zu den Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden diese transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2000 bezogen.


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