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Ifo-Index: Deutsche Wirtschaft setzt auf 2016

Weihnachtsshopping (in Hamburg): Handel schwach, Industrie stark Zur Großansicht
DPA

Weihnachtsshopping (in Hamburg): Handel schwach, Industrie stark

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Dezember wieder eingetrübt - die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage etwas schlechter als im Vormonat. Für das kommende Jahr bleiben sie aber optimistisch.

Die Chefs deutscher Unternehmen waren im Dezember wieder etwas schlechter gelaunt als im November: Das Barometer für das Geschäftsklima fiel um 0,3 auf 108,7 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten dagegen mit einem unveränderten Wert gerechnet. Die Firmenchefs beurteilten die Lage schlechter, während die Aussichten für das erste Halbjahr 2016 unverändert eingeschätzt wurden.

"Möglicherweise lasten Terror und Flüchtlingskrise doch etwas stärker auf der Stimmung als gedacht", sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle. In den wichtigen Branchen fielen die Ergebnisse allerdings sehr unterschiedlich aus. Im Baugewerbe sowie besonders im Groß- und Einzelhandel trübte sich die Stimmung ein.

"Vermutlich wegen des warmen Wetters waren die Einzelhändler etwas weniger zufrieden mit ihrer Lage", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn über das laufende Weihnachtsgeschäft. In der Industrie besserte sich das Klima dagegen, weil die Unternehmen optimistisch auf die kommenden sechs Monate blicken. Bei den Dienstleistern ist die Stimmung sogar gut wie nie.

Insgesamt zieht Sinn ein positives Fazit: "Die Indexwerte für Klima, Lage und Erwartungen liegen insgesamt um etwa drei Punkte höher als im Vorjahresmonat. Ein besseres Ergebnis hätte man sich zu Weihnachten kaum wünschen können."

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Auch andere Ökonomen halten den unerwarteten Rückgang für unproblematisch. "Das ist ein harmloser Rücksetzer auf hohem Niveau", sagte der Europa-Chefvolkswirt der Nordea Bank, Holger Sandte. Die deutsche Wirtschaft könne 2016 zwischen 1,5 und 2,0 Prozent wachsen, die Beschäftigung werde steigen. "Viele Länder würden sich solche Aussichten wünschen", so Sandte.

Sinkende Exporte nach China schürten zuletzt Sorgen vor einem Dämpfer für die exportabhängige deutsche Wirtschaft, zumal auch andere große Schwellenländer wie Brasilien und Russland in Schwierigkeiten stecken. Auch der VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte sorgt für Verunsicherung, ebenso die gewachsene Terrorgefahr.

nck/dpa/Reuters

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insgesamt 10 Beiträge
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1.
marthaimschnee 17.12.2015
Irgendwas ist doch immer. Jetzt ist das Wetter zu warm, na klar doch! Das warme Wetter hat übrigens was gutes, denn so muß weniger für Heizung bezahlt und kann mehr konsumiert werden. Also KÖNNTE, wenn was da wäre.
2. Bin ich froh
akkronym 17.12.2015
Bin ich froh, dass diese nicht auf 1871 setzen oder gar auf 6000 B.C. Sagenhaft gut erforscht Herr Sinn, ganz dickes LOB!
3.
outsider-realist 17.12.2015
Die deutsche Wirtschaft wächst wieder, wenn wieder mehr Beschäftigte in den Billiglohnsektor gedrängt werden und sich die oberen Etagen die Erfolgsprämien durch Einsparungen im Lohnsektor grosszügig vergüten lassen. Kein kinkes Geschwätz sonder alltägliche Realität. Mittelschicht ade.
4. Na ja...
nixkapital 17.12.2015
...auf 2015 würde ich auch nicht mehr setzen. Ist doch bald vorbei.
5. ...
nixkapital 17.12.2015
...ich möchte bitte nichts mehr hören von Verlautbarungen aus dem Hause IFO. Diese beinahe täglichen Bulletins über die Stimmung der Diva "Wirtschaft" nerven. Ich weiß nicht, was diese Wasserstandsmeldungen bringen sollen...
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Der Ifo-Index
Das Ifo-Institut bittet monatlich rund 7000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate mitzuteilen. Die Unternehmen können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate als "günstiger", "gleichbleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen.

Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger".

Das Geschäftsklima errechnet sich aus dem Mittelwert der Umfrageergebnisse zur Geschäftslage und zu den Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden diese transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2000 bezogen.


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