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Pessimistische Manager: Ifo-Index fällt auf tiefsten Stand seit fast zwei Jahren

Die aktuelle Lage ist schlecht, die Aussichten sind trübe: So lassen sich die Ergebnisse des aktuellen Ifo-Geschäftsklimaindex zusammenfassen. Der Indikator fiel auf den tiefsten Stand seit Dezember 2012.

Baustelle in Frankfurt/Oder: Trübe Aussichten für deutsche Firmen Zur Großansicht
DPA

Baustelle in Frankfurt/Oder: Trübe Aussichten für deutsche Firmen

München - Die deutschen Unternehmen haben kaum Hoffnung auf eine bessere Auftragslage. Zum sechsten Mal in Folge hat sich die Stimmung in der Wirtschaft eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel unerwartet deutlich von 104,7 auf 103,2 Punkte. Dies ist der niedrigste Stand seit Dezember 2012. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 104,5 Punkte gerechnet.

"Die konjunkturellen Aussichten haben sich nochmals verschlechtert", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Vor allem in der Industrie habe sich die Stimmung deutlich eingetrübt. Die Führungskräfte schätzten sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter ein als zuletzt.

Der Ifo-Index gilt als wichtiger Konjunkturindikator. Um diesen zu ermitteln, werden monatlich 7000 Manager befragt. Diese bewerten vor allem die Geschäftsaussichten negativ. Der entsprechende Teilindikator fiel auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2012.

In den einzelnen Branchen fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Im Großhandel und bei den Dienstleistern hellte sich die Stimmung auf, im Einzelhandel und im Baugewerbe sowie vor allem in der Industrie trübte sie sich dagegen ein. "In der Industrie gibt es kaum Lichtblicke", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Trotz des erneuten Rückgang des Ifo-Index sei nicht von einer längeren Flaute auszugehen, sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle. "Die Konjunktur durchläuft derzeit eine Schwächephase, die man mit dem Begriff Delle wohl am besten beschreiben kann", sagte er.

Wirtschaftsforscher und Verbände haben angesichts der Verunsicherung durch zahlreiche Krisen - wie in der Ukraine und im Nahen Osten - ihre Wachstumsprognosen zuletzt deutlich nach unten korrigiert. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet in diesem Jahr noch mit einem Plus von 1,3 Prozent und geht für 2015 sogar nur von 0,8 Prozent aus.

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mmq/dpa/Reuters

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insgesamt 82 Beiträge
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1.
DrStrang3love 27.10.2014
Könnten wir bitte mal aufhören, um diesen absolut bedeutungs- und inhaltslosen Kaffeesatzleserindex so ein Brimborium zu machen? Dieser Mist hat es noch nie geschafft, wirtschaftliche Realitäten vorherzusagen oder auch nur korrekt abzubilden.
2. Wen interessiert das?
misterbighh 27.10.2014
Es ist nur eine Meinung von Managern. Mehr nicht.
3. Kaffeesatzleserei!
exkoelner 27.10.2014
Wie alles in der Pseudowissenschaft der Ökonometrik, ist natürlich auch der IFO-Index Kaffeesatzleserei. Wer Modelle benutzt, die sich weder empirisch ableiten lassen, oder gar experimentell nachweisen, außer man verbiegt ständig die ceteris paribus-klausel, der deformiert zwar durch seine prognosen die realität, die er angeblich zu erforschen sucht, aber der wahrheit ist er kein stück näher, als ein glaskugelbesitzer. und die abgeleiteten thesen, basierend auf die befragung von 1000 unternehmen, was sie denn glauben wie sich demnächst die wirtschaft entwickelt ... ist dabei noch ein zacken schärfer. der ifo-geschäftsklima index ist einer unter den top 10 der voodoo-ökonomie. quasi bildzeitung für ökonomen ...
4. Welch Wunder.
RogerRabit1962 27.10.2014
Investitionen sind davon getrieben, sich zu rentieren. Momentan werden Verzweiflungsinvestitionen in Beton vorgenommen, weil kaum einer eine Idee hat, wohin die Reise geht.
5. Und heute wieder
ambesten 27.10.2014
ein Blick in die trübe Glaskugel...aber mal ehrlich, wer hat denn bei diesem "Wirtschaftsminister" etwas anderes erwartet?
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Der Ifo-Index
Das Ifo-Institut bittet monatlich rund 7000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate mitzuteilen. Die Unternehmen können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate als "günstiger", "gleichbleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen.

Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger".

Das Geschäftsklima errechnet sich aus dem Mittelwert der Umfrageergebnisse zur Geschäftslage und zu den Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden diese transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2000 bezogen.


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