Berlin - Die Stimmung in den Führungsetagen deutscher Firmen wird immer besser. Der wichtigste Frühindikator für die deutsche Konjunktur, der Ifo-Index, ist im Januar zum dritten Mal in Folge gestiegen. Er legte überraschend deutlich von 102,4 auf 104,2 Punkte zu, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag mitteilte.
Damit mehren sich die Hinweise, dass die deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn wieder wächst. Im vierten Quartal 2012 war sie mit 0,5 Prozent erstmals seit einem Jahr geschrumpft - und so stark eingebrochen wie seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr. "Die deutsche Wirtschaft startet hoffnungsvoll ins neue Jahr", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
Die 7000 befragten Manager bewerteten die Aussichten für die kommenden sechs Monate erneut besser: Das Langfristbarometer kletterte um 2,5 auf 100,5 Punkte. Die aktuelle Lage wurde ebenfalls besser eingeschätzt. Dieser Index legte um 0,9 auf 108,0 Zähler zu.
Besonders deutlich hat sich die Stimmung in der Industrie verbessert. Die Unternehmen würden ihre Maschinen und Geräte wieder stärker auslasten, sagte Sinn. Auch bei den Dienstleistern und in der Baubranche ging es bergauf, im Groß- und Außenhandel hatten dagegen die Pessimisten Zulauf.
Finanzmarktexperten zuletzt ebenfalls zuversichtlicher
Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer war nach sechs Rückgängen in Folge im November und Dezember wieder gestiegen. Bankenvolkswirte hatten den weiteren Anstieg im Januar erwartet und sehen jetzt das Signal für eine Trendwende. Die Anleger spekulierten offenbar auf einen solchen Anstieg: Der Dax stieg kurz vor Veröffentlichung des Index auf ein neues Fünfjahreshoch von 7843 Punkten. Anschließend lag der deutsche Leitindex immer noch rund ein Prozent im Plus.
Auch die Fondsgesellschaft Pimco rechnet mit einer Stabilisierung der Konjunktur. Die Ifo-Daten "liefern zusätzliche Hinweise, dass die größte Volkswirtschaft des Euro-Raums im ersten Quartal dieses Jahres wieder wachsen wird", hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Analyse. Die deutsche Wirtschaft werde die robusteste Konjunktur in der Euro-Zone behalten. Die Pimco-Experten bezweifeln jedoch, "dass die deutsche Wachstumsdynamik stark genug sein wird, um deutliche Impulse für den Rest der Euro-Zone zu setzen".
Auch die Finanzmarktexperten beurteilten zuletzt die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland besser. Der Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg im Januar auf den höchsten Wert seit Mai 2010.
yes/AFP/Reuters/dpa
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