Ifo-Index Deutsche Chefs in Spitzenlaune

Die neue Regierung lässt auf sich warten, die Stimmung lassen sich Top-Manager davon nicht vermiesen: Im Januar stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex auf Rekordniveau, Volkswirte sind überrascht.

Produktion beim Maschinenbauer Schuler in Göppingen (Baden-Württemberg)
DPA

Produktion beim Maschinenbauer Schuler in Göppingen (Baden-Württemberg)


Das neue Jahr gehen die Manager der deutschen Unternehmen mit viel Optimismus an. Der Geschäftsklimaindex ist im Januar von 117,2 auf 117,6 Punkte gestiegen, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Damit erreicht der Index erneut den Rekordwert aus dem vergangenen November.

Ökonomen hatten zuvor sogar einen leichten Rückgang des Index auf 117,1 Punkte erwartet. "Die deutsche Wirtschaft startet mit Schwung ins neue Jahr", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage so gut wie noch nie, die Aussichten für die kommenden sechs Monate dagegen schlechter als zuletzt.

Die Ifo-Forscher erwarten in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent, nachdem es 2017 zu 2,2 Prozent gereicht hat. Die Exporteure profitieren vom anziehenden Welthandel, weshalb viele Unternehmen wieder mehr investieren. Auch der private Konsum dürfte angesichts von Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen eine Konjunkturstütze bleiben. Die Gesellschaft für Konsumforschung sagt für Februar einen Anstieg ihres Barometers um 0,2 auf 11,0 Punkte voraus - den höchsten Wert seit Oktober 2001.

Entwicklung des Geschäftsklimas

Hinweis: Seit April 2018 gilt ein neues Grundniveau beim ifo-Index, das ifo Geschäftsklima Deutschland löst den bisherigen Index für die Gewerbliche Wirtschaft ab. Die wichtigste Änderung: Neben dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Bauhauptgewerbe und den beiden Handelsstufen ist nun auch der Dienstleistungssektor integriert.
In unserer Grafik sehen Sie die die an das neue Grundniveau angepassten Werte umgerechnet bis zurück zum Dezember 2016 und die alten, vorigen Werte zunächst weiterhin zum Vergleich in einem zweiten Graphen.

Der Ifo-Index gilt als der wichtigste Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Er wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie aus der Bauwirtschaft ermittelt. In der Vergangenheit ließ sich die künftige Entwicklung der deutschen Wirtschaft mit dem Index relativ zuverlässig prognostizieren.

Von kleineren Dellen abgesehen, steigt der Ifo-Index seit rund drei Jahren immer weiter, einen der niedrigsten Werte erreichte der Indikator mit 83,5 Punkten im März 2009.

fdi/Reuters

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Seite 1
Hipster 25.01.2018
1. lol
Seit Jahren meine absolute Lieblingsmeldung bei SPON: Der ultrawichtige Ifo-Index wird veröffentlicht und wie immer sind alle "Experten" überrascht ;-) Wäre es nicht mal Zeit, diesen Leuten den Expertenstatus abzusprechen?
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