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Ifo-Index: Unternehmen stemmen sich gegen die Krise

Stimmungswandel in der deutschen Wirtschaft: Das wichtigste Konjunkturbarometer, der Ifo-Index, ist im November überraschend gestiegen. Trotz Schuldenkrise schauen die Firmenmanager positiv in die Zukunft - sie schätzen ihre künftige Geschäftslage besser ein als zuvor.

Ifo-Chef Sinn: Die Erwartungen haben sich verbessert Zur Großansicht
dapd

Ifo-Chef Sinn: Die Erwartungen haben sich verbessert

München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November überraschend aufgehellt. Das Ifo-Geschäftsklima sei von 106,4 Punkten im Oktober auf 106,6 Zähler gestiegen, teilte das Ifo-Institut am Donnerstag in München mit. Zuvor war der Index viermal in Folge gesunken. Experten hatten eigentlich auch dieses Mal mit einem Rückgang gerechnet.

Der leichte Anstieg gehe vor allem auf die weniger skeptischen Geschäftserwartungen der Unternehmen zurück, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. "Die aktuelle Geschäftslage ist den Firmenangaben zufolge unverändert positiv. Die deutsche Wirtschaft schlägt sich vor dem Hintergrund der internationalen Verwerfungen vergleichsweise gut."

Das Ifo-Institut befragt monatlich etwa 7000 Firmen, wie sie ihre aktuelle Lage und die Erwartungen für die nächsten sechs Monate bewerten. Dieses Mal schätzten die Befragten vor allem die Geschäftsperspektiven für die Zukunft besser ein: Der entsprechende Teilindex stieg auf 97,3 Zähler, während der Index für die aktuelle Lage bei 116,7 Punkten verharrte. Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, das die Entwicklung der kommenden Monate oft richtig vorhersagt.

Konsumenten treiben das deutsche Wachstum

Experten zeigten sich vom Anstieg überrascht. "Kaum zu glauben, aber die deutschen Unternehmen scheinen von all dem, was um sie herum passiert, unbeeindruckt", sagte Andreas Scheuerle von der DekaBank. "Die Schuldenkrise frisst sich zum Kern Europas durch, wichtige Absatzmärkte wie Italien und Spanien werden von den Märkten unter Beschuss genommen, Auftragseingänge sinken drastisch, doch die Stimmung der Unternehmen belastet dies nicht - zumindest auf den ersten Blick."

Dennoch erwartet Scheuerle, dass sich die Lage der deutschen Wirtschaft im Winterhalbjahr eintrüben wird. "Wir rechnen mit einer Rezession, die sich auch im Ifo-Geschäftsklima widerspiegelt dürfte."

Deutlich optimistischer bewertet Andreas Rees von der italienischen Bank Unicredit die Daten. "Aus den guten Ifo-Zahlen kann man ablesen, dass die Lage in der Währungsunion nicht so schlecht ist, wie es die Finanzmärkte im Moment vermuten", sagte der Volkswirt. "Die deutschen Unternehmen behalten die Nerven. Trotz der ganzen Negativschlagzeilen über die Eskalation der Schuldenkrise bewahren sie Ruhe."

Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung am Jahresende stagniert. Eine Rezession befürchtet sie aber nicht. Für 2012 sagt sie ein Wachstum von 1,0 Prozent voraus, für das zu Ende gehende Jahr werden 2,9 Prozent prognostiziert.

Im dritten Quartal war die deutsche Wirtschaft im Vergleich zum zweiten um 0,5 Prozent gewachsen. Entsprechende Schätzungen bestätigte das Statistische Bundesamt am Donnerstag. Verantwortlich für den kräftigen Konjunkturschub seien vor allem die Konsumenten gewesen. "Es wurde insbesondere mehr konsumiert, aber auch mehr investiert als im Vorquartal", teilten die Statistiker mit. Die Verbraucher gaben 0,8 Prozent mehr aus als im zweiten Vierteljahr 2011. Einen höheren realen Anstieg des privaten Konsums hatte es zuletzt im Frühjahr 2007 mit 1,1 Prozent gegeben.

stk/dpa/Reuters

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1. Besser ?
T-Rex, 24.11.2011
Zitat von sysopStimmungswandel in der deutschen Wirtschaft: Das wichtigste Konjunkturbarometer, der Ifo-Index, ist im November überraschend gestiegen.*Trotz*Schuldenkrise schauen die Unternehmen positiv in die Zukunft - sie erwarten, dass sich ihre Geschäftslage bald verbessert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,799658,00.html
An einigen Stellen kommen wir der Nachfrage schon heute nicht mehr hinterher... Woher soll denn das 'mehr' kommen ? Es fehlt an Rohstoffen, Maschinenkapazitäten, technisch und kaufmännisch versierten Menschen. Wenn es erneut - und es sieht ein bischen danach aus - in kurzer Frist wieder zu einer Kreditklemme kommt, dann steht die gesammte Automobilindustrie wieder voll in den Eisen.
2. Glaubensfrage
Alexander Berg 24.11.2011
Ich glaube nicht an das Gesagte.
3. Ich lach mich schlapp
Tingletangle 24.11.2011
Ich könnte jedes Mal wieder laut loslachen. "Experten hatten XXX erwartet". Was sind das für "Experten" die jedes, aber auch jedes Mal daneben liegen? Egal ob Arbeitslosenzahl, ifo-Index oder sonst irgendwa. So jemand ist kein Experte, sondern bestenfalls ein Ahnungsloser, schlimmstenfalls ein Hochstapler. Wenn ich meinen Kunden ständig erzähle dass ich in meiner Fachrichtung ein Experte bin, aber ich jedes mal was falsches erzähle, was denken Sie wie lang ich noch als "Experte" angesehen würde? Wer sind diese Menschen, die sich jeden Monat aufs neue blamieren? Und noch wichtiger: Wer bezahlt die noch, obwohl sie jeden Monat daneben liegen?
4. Die Liste wächst und wächst ......
mrblond1981 24.11.2011
Da freut sich doch meine Liste der Widersprüche :-D 24.11.2011 Ifo-Index: Unternehmen stemmen sich gegen die Krise 21.11.2011 Schwache Konjunktur: Bundesbank fordert Regierung zum Sparen auf 15.11.2011 Konsumenten als Konjunkturstütze: Hoffen auf Otto Extremverbraucher 15.11.2011 Schuldenkrise in Europa: Finanzprofis fürchten um den deutschen Boom 15.11.2011 Deutsche Wirtschaft trotz der Krise 14.11.2011 Industrieproduktion der Euro-Zone schrumpft 10.11.2011 Prognose der EU-Kommission: Euro-Zone droht Rezession 10.11.2011 Schuldenkrise: EU fürchtet Rezession der Euro-Zone 09.11.2011 Sinkende Reallöhne: Deutsche können sicher immer weniger leisten 08.11.2011 Trotz Euro-Schuldenkrise: Deutsche Exporte erneut gestiegen 08.11.2011 Trotz Wirschaftsflaute: Deutsche Exporte legen überraschend zu 07.11.2011 Euro-Krise: Deutsche Manager fürchten Dümpelwirtschaft 07.11.2011 Krisenprofiteur: Deutschland kann sich fast umsonst verschulden 06.11.2011 Warnsignale: Schuldenkrise erreicht Realwirtschaft 21.10.2011 Schlechte Stimmung: Ifo-Index erneut gesunken 20.10.2011 Gesunkener Ifo-Index: Deutsche Wirtschaft fürchtet den Abschwung 20.10.2011 Deutsche Wirtschaft: Es geht und gut. Es geht uns sehr, sehr gut. 20.10.2011 Konjunkturprognose: Regierung erwartet dickes Lohn-Plus 17.10.2011 Bundesbank-Prognose: Schuldenkrise beschert Industrie harten Winter 13.10.2011 Herbstgutachten: Deutschland schrammt an der Rezession vorbei 10.10.2011 Ausfahrplus: Deutsche Exporteure trotzen der Krisenstimmung 06.10.2011 Konsumrückgang: DIW senkt Wachstumsprognose 03.10.2011 Umfrage: Deutsche Industrie wächst kaum noch 30.09.2011 Umsatzeinbruch: Lustlose Käufer enttäuschen Einzelhändler 27.09.2011 Konsum-Barometer: Deutsche Verbraucher trotzen der Krise 21.09.2011 Einkommen: Reallöhne sind stark gestiegen 19.09.2011 EU-Vergleich: Reallöhne in Deutschland nur minimal gestiegen 23.08.2011 Angst vor Wirtschaftflaute: Finanzexperten fürchten um den Aufschwung 16.08.2011 Bruttoinlandsprodukt: Konjunktur in Deutschland kühlt merklich ab ......... Diese Liste wird weiter ergänzt werden und bei jeden solcher Meldungen und auch ins Forum gepostet.
5. Widersprüche
Peymani 24.11.2011
ich versteh das nicht: alle reden von konjunktureinbruch, die banken wackeln, die staaten sind hoch verschuldet bis pleite, eine rezession naht - und NUR die deutschen firmen sprechen von guten geschäften und schauen voll optimismus in die zukunft. da kann doch was nicht stimmen?!
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