Ifo-Studie Stimmung in der Weltwirtschaft verschlechtert sich

Die globale Konjunktur hat sich stark abgekühlt: Trotz günstigem Ölpreis ist der Indikator für das Weltwirtschaftsklima auf dem niedrigsten Stand seit 2012 gefallen.

Container Terminal im Hafen von Hamburg: Der niedrige Ölpreis trifft deutsche Exporteure
DPA

Container Terminal im Hafen von Hamburg: Der niedrige Ölpreis trifft deutsche Exporteure


Die Weltwirtschaft befindet sich in einem Stimmungstief: Der Indikator des Münchner Ifo-Instituts für das Weltwirtschaftsklima sank so stark wie zuletzt Ende 2012. Das Barometer fiel Anfang 2016 um 1,8 auf 87,8 Punkte, wie die Münchner Forscher am Donnerstag mitteilten. Damit liegt der Wert deutlich unter dem langjährigen Mittel von gut 96 Zählern.

"Der starke Rückgang der Ölpreise scheint im Durchschnitt keinen positiven konjunkturellen Effekt zu haben", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. "Das Wachstum der Weltwirtschaft lässt weiterhin an Dynamik vermissen." Die knapp 1100 vom Ifo befragten Experten aus 120 Ländern beurteilten die aktuelle Lage etwas besser als zuletzt, allerdings blickten sie negativer in die Zukunft. "Die Erwartungen sind hingegen weniger positiv als im Vorquartal."

Das günstige Öl sorgt weltweit für Gewinner und Verlierer. Zum einen drückt es die Heiz- und Tankkosten der Verbraucher und kurbelt so über mehr Kaufkraft den privaten Konsum an. Hiervon profitiert Deutschland derzeit stark. Zum anderen stecken ölexportierende Staaten wie Russland in einer tiefen Wirtschaftskrise, was wiederum deutsche Exporteure trifft.

Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich laut Ifo in allen Regionen, außer in Asien, Ozeanien und Lateinamerika. In Europa lag der Indikator über seinem langfristigen Durchschnitt, allerdings blickten Experten zuletzt weniger positiv nach vorn.

asc/Reuters



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