Trotz Kursstürzen in China Ökonomen sehen Deutschland auf dem Weg zur Hochkonjunktur

Die deutsche Wirtschaft scheint den Börsenturbulenzen in China zu trotzen. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft erwartet ein deutliches Wachstum. Deutschland sei sogar auf dem Weg in die Hochkonjunktur.

Container im Hamburger Hafen (Archiv): Deutsche Konjunktur hält Kurs
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Container im Hamburger Hafen (Archiv): Deutsche Konjunktur hält Kurs


Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel bleibt trotz der Turbulenzen in China zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft weiter wachsen werde. Die Kieler Forscher halten an ihrer Prognose von 1,8 Prozent Wachstum in diesem und 2,1 Prozent im kommenden Jahr fest, wie das IfW am Donnerstag mitteilte.

Im Jahr 2017, für das es bislang noch keine Vorhersage gab, erwartet das IfW nochmals ein stärkeres Wachstum von 2,3 Prozent. Deutschland befinde sich auf dem Weg in die Hochkonjunktur. Das bedeutet, dass das Wachstum das Potenzialwachstum übersteigt. Oder mit anderen Worten: Es wird mehr produziert, als es bei normaler Kapazitätsauslastung üblich wäre.

"Die Konjunktur in Deutschland hält trotz eines unruhigen weltwirtschaftlichen Umfelds Kurs", sagte der Leiter des IfW-Prognosezentrums Stefan Kooths. Allerdings sehe er auch Gefahren: "Sollte es zu einem Einbruch der chinesischen Wirtschaft kommen, hätte dies spürbar negative Auswirkungen auf das Wachstum in Deutschland." Dieser Punkt sei aber noch nicht erreicht.

Exporte könnten von Weltwirtschaft profitieren

Das Wachstum in Deutschland werde insbesondere gestützt durch eine lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und durch eine günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Ökonomen rechnen mit einem starken Konsum und mit steigenden Investitionsausgaben. Auch bei den Exporten erwarten die Experten Positives: Es sei damit zu rechnen, dass im kommenden Jahr die Weltwirtschaft wieder an Fahrt aufnehmen werde. Davon würde die deutsche Exportwirtschaft profitieren.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt das Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) in Halle. Die Forscher rechnen damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr um 1,8 Prozent zunehmen werde. 2016 erwartet das IWH - anders als das IfW - jedoch nur ein Wachstum von 1,7 Prozent.

Auch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) veröffentlichte am Donnerstag eine Prognose. Es erwartet im kommenden Jahr einen deutlichen Rückgang des Überschusses im Staatshaushalt. Der Überschuss werde von rund 20 Milliarden Euro in diesem Jahr auf nur noch etwa acht Milliarden Euro im Jahr 2016 sinken, teilte das Institut mit. Als Gründe hierfür nennt das RWI die erwarteten Flüchtlingskosten und die geplanten Steuerentlastungen.

mka/Reuters/dpa-afxp



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insgesamt 65 Beiträge
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Seite 1
Ichbines2 10.09.2015
1. trotziger Dax?
gestern im Späthandel ist der Dax vom Tageshoch aus gesehen um 400 Punkte runtergrauscht, heute müht er sich grauenvoll, um mal 10 Punkte zu steigen, insgesamt hat er über 2000 Punkte verloren.....wo genau ist jetzt die Trotzreaktion?
stefan.martens.75 10.09.2015
2. Und?
Die Institute werden dieses Jahr genauso daneben liegen wie die letzten 50 Jahre......
mtk10 10.09.2015
3. In
einer Hochkonjunktur darf Sattdeutschland doch mal spendabel sein und den Harz4- Satz statt um 5€ um 6€ erhöhen damit Alle am Aufschwung teilhaben. Ist denn nun die Zeit der Vollbeschäftigung gekommen?
held_der_arbeit88 10.09.2015
4.
Vielleicht haben die Institute die tatsächliche Wirtschaftsleistung gemessen, unabhängig von der künstlichen Börsenhysterie? ;)
braindead0815 10.09.2015
5. hochkunjunktur für was?
weiterer verarmung der bevölkerung? weiterer überschuldung unserer europäischen nachbarn durch einen handelsüberschuß? weitere zerstörung der wirtschaft und anstieg der arbeitslosigkeit bei unseren partnern? mit den löhnen und dem wohlstand der bürger kann diese meldung nichts zu tun haben. weder in deutschland noch in europa
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