Tarifkonflikt der Metallbranche: Arbeitgeber spielen Warnstreiks herunter

Deutschlandweit haben Zehntausende Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie ihre Arbeit niedergelegt. Arbeitgeber-Chef Kannegiesser gab sich gelassen.

Ein Arbeiter mit IG Metall-Flagge: Die Beschäftigten fordern 6,5 Prozent mehr Lohn Zur Großansicht
dapd

Ein Arbeiter mit IG Metall-Flagge: Die Beschäftigten fordern 6,5 Prozent mehr Lohn

Berlin - Zehntausende Metallarbeiter haben am Mittwoch gestreikt. 30.000 Beschäftigte der Branche legten nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall in mehr als hundert Betrieben die Arbeit nieder und protestierten auf den Straßen. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser sagte der "Bild"-Zeitung, eine weitere Zuspitzung des Tarifstreits "wäre bedauerlich, dann aber nicht zu ändern". Man müsse sehen, ob sich jede Seite noch ein Stück bewegen könne.

Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Geld für die rund 3,6 Millionen Beschäftigten. Die Gewerkschaft verlangt neben dem Lohnplus die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden und mehr Mitsprache beim Einsatz von Leiharbeitern. Die Arbeitgeber haben drei Prozent mehr Gehalt über eine Laufzeit von 14 Monaten angeboten und die übrigen Forderungen abgelehnt. Die nächsten Verhandlungen beginnen am Dienstag kommender Woche, zunächst für den Bezirk Baden-Württemberg. Dort gab es bereits häufig Pilotabschlüsse für die gesamte Branche.

Der Schwerpunkt der Warnstreiks lag nach Angaben der IG Metall in Baden-Württemberg, wo besonders viele Betriebe der Branche ansässig sind. Dort hätten bis zum Mittag rund 12.000 Beschäftigte aus über 55 Betrieben die Arbeit kurzzeitig ausgesetzt. In Mannheim demonstrierten etwa 4500 Beschäftigte der Daimler-Tochter EvoBus.

In Bayern beteiligten sich laut IG Metall bis zum Mittag rund 6000 Beschäftigte aus zehn Betrieben an den Arbeitskampf-Aktionen. Allein bei MAN in München seien es rund 3000 Beschäftigte gewesen. Im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen waren es über 5500 Beschäftigte, im Bezirk Frankfurt mehr als 3500.

Huber sagte am Mittwoch, es gehe in dieser Tarifrunde nicht in erster Linie um Geld, sondern auch um die unbefristete Übernahme von Auszubildenden. "Das ist uns mindestens ein gleich großes Anliegen wie die Frage der Lohnerhöhung", sagte er im Deutschlandradio Kultur.

Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser verteidigte die Haltung der Arbeitgeber. "Wir können ja nicht so tun, als seien wir auf der Insel der Glückseligen", sagte er. "Um uns herum in Europa ist ja Elend."

sys/dapd

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