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02. Februar 2018, 18:14 Uhr

Hunderttausende bei Streiks

IG Metall lähmt Autoproduktion

Mit ihren Tagesstreiks hat die IG Metall unter anderem die Autoindustrie hart getroffen. Am Montag könnten die Verhandlungen mit den Arbeitgebern weitergehen.

Die 24-Stunden-Streiks der IG Metall haben seit Dienstag auch zahlreiche Werke der Autoindustrie lahmgelegt. Bei Daimler, BMW, Porsche und Opel hätten die Bänder stillgestanden, teilte die Gewerkschaft zu den Tagesstreiks in der Metall- und Elektroindustrie mit. Seit Mittwoch hätten sich bundesweit rund 500.000 Beschäftigte aus knapp 280 Betrieben beteiligt.

"Jetzt ist es an den Arbeitgebern, dieses Signal zu verstehen und eine deutliche Schippe draufzulegen", sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann. "Wenn die Arbeitgeber diese Bereitschaft zeigen, können die Verhandlungen am Montag fortgesetzt werden." Der mögliche Pilotbezirk Baden-Württemberg hat vorsorglich die Stuttgarter Liederhalle als Verhandlungslokal reserviert.

Rainer Dulger vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall ließ ebenfalls Gesprächsbereitschaft erkennen: "Wir wollen nicht, dass die Betriebe lange stillstehen und die Straßen voller roter Fahnen sind. Ich hoffe deshalb, dass wir so schnell wie möglich noch mal in gute Gespräche finden", sagte er dem "Handelsblatt". Eine offizielle Bestätigung, dass am Montag tatsächlich eine sechste Verhandlungsrunde beginnt, steht aber noch aus.

Verhandlungen wegen Lohnstreit abgebrochen

Die Gewerkschaft verlangt zum einen sechs Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zum anderen kämpft sie auch für eine Regel, wonach jeder Beschäftigte seine Stundenzahl befristet für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren auf 28 reduzieren darf. Schichtarbeiter, Eltern kleiner Kinder sowie Beschäftigte, die zu Hause Angehörige pflegen, sollen ihren Lohn zum Teil weiterbekommen.

Die Arbeitgeber schimpfen über eine "Stilllegeprämie für Fachkräfte" - und zeigen sich wenig kompromissbereit. Vor dem Frankfurter Arbeitsgericht klagen sie gegen die Streiks, da sie die Forderung für rechtswidrig halten. Arbeitsmarktforschern zufolge entspricht sie allerdings dem Zeitgeist.

Am vergangenen Wochenende war die fünfte Verhandlungsrunde bereits wegen der Entgeltforderung ergebnislos abgebrochen worden. Nach eigenen Angaben hatten die Arbeitgeber ein Plus von 6,8 Prozent angeboten - allerdings gestreckt auf 27 Monate. IG-Metall-Chef Hofmann bemängelte, dass nur ein kleiner Teil dauerhaft in die Lohntabellen einfließen sollte und nicht einmal die Inflation ausgleiche.

apr/dpa

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