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Tarifverhandlungen: IG Metall startet bundesweite Warnstreiks

Streik in Neckarsulm: Bundesweit sind Tausende dem Aufruf der IG Metall gefolgt Zur Großansicht
REUTERS

Streik in Neckarsulm: Bundesweit sind Tausende dem Aufruf der IG Metall gefolgt

Tausende Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie haben ihre Arbeit niedergelegt. Sie fordern 5,5 Prozent mehr Lohn. Bis zum 11. Februar werde es nun keinen Tag mehr ohne Streiks geben, kündigte die Gewerkschaft IG Metall an.

Berlin - Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektrobranche sind die ersten Beschäftigten in den Warnstreik getreten. In Köln, Bremen, Neckarsulm und Paderborn folgten Tausende dem Aufruf der IG Metall und legten ihre Arbeit nieder. 800 Mitarbeiter des Daimler-Motorenwerks in Stuttgart versammelten sich schon kurz nach Mitternacht zu einer Kundgebung.

Allein in Nordrhein-Westfalen sollen nach Gewerkschaftsangaben mehr als 3000 Mitarbeiter streiken. "Das ist ein klares Zeichen, dass die Arbeitgeber ein vernünftiges Angebot vorlegen müssen", sagte Gewerkschaftssekretär Andre Kaufmann.

Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie betrifft 3,8 Millionen Beschäftigte in Deutschland. Die IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Geld, eine neue tarifliche Bildungsteilzeit und bessere Regelungen für die Altersteilzeit. Die aktuellen Tarifverträge sind Ende Dezember ausgelaufen - die Friedenspflicht endete in der Nacht zum Donnerstag.

Die wirtschaftliche Lage der Betriebe sei stabil, begründete IG-Metall-Vorsitzender Detlef Wetzel die Forderung. "Für konjunkturelle Untergangsszenarien besteht kein Anlass", sagte er. Der neue Tarifvertrag solle eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.

Der Verband Südwestmetall hatte stellvertretend für die übrigen Arbeitgeber eine Lohnerhöhung von 2,2 Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten angeboten - das reicht der Gewerkschaft nicht. Bis zum 11. Februar werde es keinen Tag ohne Warnstreiks geben, kündigte IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger an.

Die Metall- und Elektroindustrie ist der mit Abstand größte Industriezweig Deutschlands. Dazu zählen die Sparten Auto, Maschinenbau, Elektrotechnik und Metallverarbeitung. Rund 3,7 Millionen Menschen erwirtschafteten 2013 in knapp 24.000 Betrieben einen Jahresumsatz von rund 999 Milliarden Euro.

Das Jahresbruttoeinkommen der Beschäftigten beträgt im Schnitt rund 50.000 Euro. Fast immer sind die Arbeitsverhältnisse laut Arbeitgeberverband unbefristet (95,5 Prozent) und Vollzeit (93,3 Prozent). 17 Prozent der Beschäftigten sind akademisch ausgebildet und weitere 60 Prozent ausgebildete Fachkräfte. Nur noch rund ein Fünftel ist angelernt. Dieser Anteil wird weiter schrumpfen, erwarten IG Metall und Arbeitgeber.

Zur Branche gehören viele mittelständische Firmen aus dem Maschinenbau, aber auch der Elektrokonzern Siemens sowie große Autobauer wie Daimler und Volkswagen und ihre Zulieferer.

vet/dpa/AFP

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