Machtwechsel Ikea-Gründersöhne boxen Radikalumbau durch

Ikea hat seine Wachstumsziele mehrfach verpasst, nun greifen die Söhne von Gründer Kamprad durch. Konzernchef Agnefjäll verliert massiv an Einfluss, das neue Machtzentrum hat seinen Sitz in den Niederlanden.

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Von manager-magazin-Redakteurin Ursula Schwarzer


Das Einrichtungshaus Ikea wird grundlegend reorganisiert. Zum 1. September verliert der Chef der Ikea-Gruppe, Peter Agnefjäll, entscheidend an Einfluss. Er verantwortet künftig nur noch die insgesamt 328 Läden und 50 Einkaufs- und Fachmarktzentren des Konzerns. Das berichtet das manager magazin in seiner jüngsten Ausgabe.

Abgeben muss Agnefjäll 43 Fabriken, die Sortimentsgestaltung, den Einkauf und die Logistik. Insgesamt wandern dadurch 38.500 von insgesamt 155.000 Mitarbeitern zu einer rechtlich selbstständigen Gesellschaft namens Inter Ikea mit Sitz in den Niederlanden. Inter Ikea gehören bisher die Markenrechte an Ikea - mit der dann neuen Zuständigkeit für die gesamte Wertschöpfungskette bildet sie künftig das Machtzentrum in dem Riesenreich.

Die Reorganisation soll die Effizienz von Ikea steigern und das Wachstum ankurbeln. In den zurückliegenden Jahren hatten die Schweden immer wieder ihre Wachstumsziele verfehlt. 2015 erlöste Ikea 32 Milliarden Euro, bis 2020 soll der Umsatz auf 50 Milliarden Euro steigen.

Initiiert haben den Umbau die drei Nachkommen von Ikea-Gründer Ingvar Kamprad. Der Patriarch spielt überhaupt keine Rolle mehr. Sein Sohn Peter Kamprad agiert als Familienoberhaupt. Mathias Kamprad zieht in der ausgebauten Inter Ikea die Strippen, er gilt als neuer starker Mann bei Ikea. Jonas Kamprad nimmt keine hervorgehobene Position ein.



insgesamt 31 Beiträge
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stefanbodensee 22.07.2016
1. Steuersätze in NL ??
Man darf gespannt sein, mit welchen verlockenden Steuersätzen und Subventions-Pampereien die Niederlande die Kamprads ins Land gelockt haben. Aber ich wills vielleicht gar nicht wissen, sonst rege ich mich nur wieder unnötig auf ...
larsmach 22.07.2016
2. Ein Zinsniveau von 0% hat schon seinen Grund...
Willkommen in der Wirklichkeit! Ja, die Welt ist groß - groß genug, um noch zu wachsen. Doch in Europa und den USA findet Wachstum häufig nur noch bei Preisen von Immobilien und Aktien auf dem Papier statt.
banjo1071 22.07.2016
3. Das wäre wohl das erste Mal in der Geschichte
...das eine solche rein administrative Massnahme das Wachstum ankurbelt. Ev. durch steuerliche Effekte, aber ansonsten....
fliegender-robert 22.07.2016
4. Tja
"... Laut den Dokumenten, die im November 2014 enthüllt wurden, soll die Inter Ikea Holding etwa im Jahr 2010 ganze 48.000 Euro Steuern gezahlt haben - auf einen Gewinn von mehr als 2,5 Milliarden Euro. ..." Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ikea-laedt-steuer-ausschuss-zum-lunch-beim-griechen-a-1055744.html http://www.focus.de/finanzen/steuern/studie-zeigt-miese-tricks-ikea-spart-mehr-als-eine-milliarde-euro-mit-aggressivem-steuerdumping_id_5281946.html http://www.welt.de/wirtschaft/article152207581/Mit-diesen-Tricks-reduziert-Ikea-seine-Steuerlast.html http://www.spiegelblog.net/spiegel-sprachrohr-des-ikea-konzerns.html
Frank Thiele 22.07.2016
5. Steuerflucht?
Selbst wenn Ikea oder andere Konzerne durch Sitzverlegung die Körperschaft- und Gewerbesteuer reduzieren, dann zahlen sie hier immer noch Umsatzsteuer, Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge. Die machen ein vielfaches der ersten beiden Steuern aus.
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