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Leeres Parkhaus: Ikea wünscht sich in Hamburg mehr Autofahrer

Hier kann man prima mit Bus und Bahn herkommen: Das war das Mantra zur Eröffnung der Ikea-Filiale in Hamburg-Altona. Nun aber verwaist das Parkhaus - und Ikea hat eine neue Botschaft.

Ikea-Filiale in Hamburg-Altona: Verkehrslage weiter unter Beobachtung Zur Großansicht
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Ikea-Filiale in Hamburg-Altona: Verkehrslage weiter unter Beobachtung

Hamburg - Wie schön waren die Zeiten, in denen Ikea-Werbung nicht nur im Gedächtnis blieb, sondern auch noch den Einzug in den allgemeinen Sprachgebrauch feierte. "Wohnst du noch, oder lebst du schon?" zum Beispiel. Doch pünktlich zum 40. Geburtstag des schwedischen Möbelhauses scheinen die PR-Coups des Möbelgiganten nicht mehr so recht zu gelingen.

Da war das lebenslange Umtauschrecht auf Ikea-Möbel, das erst ausgerufen, dann verwässert (keine verlebten Möbel, nur mit Kassenbon) und hinterher doch wieder bekräftigt wurde. Und nun gerät auch noch die Werbestrategie um die erste Ikea-Filiale in Hamburg-Altona zur unfreiwilligen Posse - denn eine Werbebotschaft muss kurzerhand ins Gegenteil verkehrt werden.

Grund dafür sind nicht die Besucherzahlen. Die sind nach eigenen Angaben hervorragend, aus dem Stand heraus sei die Filiale in Altona zu der mit den meisten Besuchern in Deutschland geworden, sagte Ikea-Geschäftsführer Michael Mette dem "Handelsblatt". Das Problem ist vielmehr die Anreise der Kunden: 90 Prozent kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Möbel-Shopping. Jeder Dritte lässt sich zudem die Einrichtung nach Hause zu schicken, statt sie ins eigene Auto zu quetschen.

Parkhaus steht nahezu leer

Zwar hatte Ikea im Vorfeld der Eröffnung im Juni gerade mit der guten Erreichbarkeit des Hauses auch ohne Auto geworben. Doch nun stehen die 700 Plätze im Parkhaus nahezu leer. Die Lösung des Problems: "Wir wollen unsere Kunden darüber informieren, dass neben den schon beworbenen Anreise- und Transportwegen auch ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden sind", teilt eine Ikea-Sprecherin mit. Auf der Internetseite wird bereits angepriesen, dass Kunden ab einem bestimmten Warenwert vier Stunden lang kostenlos das Auto auf dem Parkdeck abstellen können.

Ist der von Gegnern der Ikea-Filiale befürchtete Verkehrskollaps also tatsächlich ausgeblieben? Weder Vertreter der Bürgerinitiativen noch des zuständigen Bezirksamts äußern sich bislang dazu. Ikea gibt an, weiterhin die Verkehrslage "im Sinne guter Nachbarschaft" beobachten zu wollen. Parkplätze für Anwohner sollen dennoch nicht entstehen. Ikea sei verpflichtet, die Kundenparkplätze in der vorhandenen Größenordnung vorzuhalten, sagte die Sprecherin.

vks

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1.
matthias_b. 30.10.2014
"dass Kunden ab einem bestimmten Warenwert vier Stunden lang kostenlos das Auto auf dem Parkdeck abstellen können." das heißt also im Umkehrschluss, dass das Parken üblicherweise Geld kostet? Diese Unsitte könnte schon mal ein Grund für zu wenige Besucher mit Auto sein.
2. Jetzt frage ich mich, was der Bus-Fahrschein für die Mitfahrt eines Billys kostet?
darkmattenergy 30.10.2014
Ob man mit mehreren Billys an, nein: in der Hand einen Reisegruppenrabatt erwarten darf? Und welche private Haftpflichversicherung für die nicht auszuschließede Möglichkeit, seinen Mitfahrgästen die Gelegenheit zu bieten, zumindest schon einmal an einem verpackten Brett vor dem Kopf zu schnuppern, ratsam sein mag?
3.
mczeljk 30.10.2014
Ich habe dort letztens mitbekommen, dass ein Mitarbeiter seinen Freunden, die vor mir in der Schlange standen gesagt hatte, dass man doch aus der obersten Parketag einen Beachclub machen könnte. Das war natürlich im Scherz gesagt, die Idee fand ich aber eigentlich ganz gut.
4. idiotisches Baurecht
Velociped 30.10.2014
Das Baurecht verlangt teure Parkplätze. Im Umkehrschluss haben Geschäfte dann kein Interesse mehr die umweltfreundliche Anreise zu fördern. Vielmehr zahlen die umweltfreundlich angereisten Kund_innen für die Parkplätze der Autofahrer_innen. Da bleibt denn auch der löbliche Versuch erfolglos, die Quersubventionierung durch Parkgebühren zu beenden. Ein leeres Parkhaus bringt keine Kostendeckung - und ein volles mit kostenfrei parkenden Kunden natürlich auch nicht.
5. Die Besucherzahlen mögen ja stimmen....
xornot 30.10.2014
...ich hab aber gehört das der erwartete Umsatz deutlich unter den Erwartungen liegt...und ich dachte das das Anwohnerparken rundherum aufgehoben werden soll?
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