Ikea-Rivale Anlegeranwälte drohen Steinhoff mit Milliarden-Sammelklage

Der Ikea-Konkurrent Steinhoff kämpft ums finanzielle Überleben. Nun soll der Konzern wegen des Vorwurfs der Bilanzmanipulation von Anlegern verklagt werden - mit einem Klagevolumen von zwölf Milliarden Euro.

Steinhoff Möbel in Niedersachsen
DPA

Steinhoff Möbel in Niedersachsen


Anlegeranwälte wollen den südafrikanisch-deutschen Möbelkonzern Steinhoff und seine Manager und Berater wegen des Bilanzskandals auf eine Milliardensumme verklagen. Die deutsche Anwaltskanzlei Tilp teilte mit, die südafrikanische Kanzlei LHL Attorneys habe eine Sammelklage vor dem High Court in Johannesburg eingereicht. "Das vorläufige Klagevolumen beläuft sich auf circa zwölf Milliarden Euro", hieß es in der Mitteilung.

Verklagt werde nicht nur der ums finanzielle Überleben kämpfende Konzern selbst, sondern auch dessen Banken und Wirtschaftsprüfer sowie der ehemalige Steinhoff-Chef Markus Jooste, sein Finanzchef Ben la Grange und Ex-Aufsichtsratschef und Großaktionär Christo Wiese.

Aktie war wegen Bilanzskandal eingebrochen

Die Steinhoff-Aktie hat einen rasanten Absturz erlebt, seit der Konzern im Dezember 2017 Bilanzunregelmäßigkeiten eingeräumt hatte. Inzwischen hat Steinhoff mehr als zehn Milliarden Euro an Vermögenswerten abgeschrieben, mit denen die Bilanz aufgebläht worden war. Unternehmensverkäufe und Verhandlungen mit den Kreditgebern sollen den weitverzweigten Konzern stabilisieren. Von der deutschen Billigmöbelkette Poco und den österreichischen Möbelhäusern Kika und Leiner hat sich Steinhoff schon getrennt.

Die Klage, die LHL mit seinen Partnern Tilp aus Deutschland und Bynkershoek in den Niederlanden eingereicht hat, zielt auf den Vorwurf der Bilanzmanipulation und der Verstöße gegen die Kapitalmarktvorschriften ab. Bereits im Dezember hatte Tilp vor dem Landgericht Frankfurt geklagt. Die Kanzlei strebt ein Musterverfahren an. Das Gericht in Johannesburg prüft nun zunächst die Voraussetzungen für eine Sammelklage.

Unter den verklagten Parteien sind auch die Commerzbank, die den Wechsel von Steinhoff an die Börse in Frankfurt begleitet hatte, und die Wirtschaftsprüfungsfirmen Deloitte und Rödl & Partner.

cop/Reuters



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