Betäubungsmittel nach Japan eingeführt Toyota-Managerin tritt zurück

Sie soll illegal verschreibungspflichtige Schmerztabletten nach Japan eingeführt haben, wurde daraufhin festgenommen. Nun ist Toyotas Kommunikationschefin Julie Hamp wegen der Anschuldigungen zurückgetreten.

Toyota-Managerin Julie Hamp: Nicht bewusst gegen das Gesetz verstoßen
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Toyota-Managerin Julie Hamp: Nicht bewusst gegen das Gesetz verstoßen


Die einzige Frau an der Führungsspitze des japanischen Autobauers Toyota Chart zeigen ist wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen des Betäubungsmittelgesetz zurückgetreten. Kommunikationschefin Julie Hamp rechte am Mittwoch ihren Rücktritt ein. Der Vorfall habe den Aktionären Sorgen bereitet und Unannehmlichkeiten verursacht, teilte das Unternehmen mit.

Die Amerikanerin Hamp war Mitte Juni wegen des Verdachts festgenommen worden, illegal Schmerztabletten mit dem Narkotikum Oxycodon ins Land gebracht zu haben. Der Wirkstoff fällt sowohl in Japan als auch in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz und wird als Schmerzmittel bei starken Schmerzen, zum Beispiel bei der Behandlung von Krebspatienten, eingesetzt.

Toyotas Präsident Akio Toyoda sagte, die Firma hätte Hamp mehr helfen sollen, sich in Japan einzugewöhnen. Toyoda fügte hinzu, dass er nicht glaube, dass sie wissentlich das Gesetz gebrochen habe.

Erst im April hatte Hamp als erste Frau in Toyotas Top-Management die Führung der Kommunikationsabteilung übernommen. Zuvor hatte sie für Pepsi und General Motors gearbeitet. Hamps Ernennung war als wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung bei dem japanischen Autobauer gelobt worden.

Laut Polizei habe sie nach eigenen Angaben nicht bewusst gegen das Gesetz verstoßen wollen, berichteten japanische Medien. Toyota wollte sich mit Verweis auf die andauernden Ermittlungen nicht weiter zu dem Fall äußern.

kpa/dpa-AFX/AP

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insgesamt 17 Beiträge
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curmet 01.07.2015
1. Verlogene Alt Herren Riege
Diese Manager Typen von heute haben doch keinen Schimmer von Loyalität. Sie hätten zu ihrer Kollegin stehen müssen! Alle tun so furchtbar anständig. Wer solche Freunde und Kollegen hat braucht keine Feinde mehr.
treime 01.07.2015
2. @ 1
Oh, in den Managementregionen- und Kreisen muß man im Namen des Konzerns das Gesicht wahren. Dafür werden die aber auch fürstlich entlohnt ;-)
Toiletman 01.07.2015
3. Die wichtigste Information fehlt
Die wichtigste Information fehlt. Ist sie krank und braucht die Schmerztabletten oder ist sie eine der vielen Manager, die denken, dass Drogengesetze für sie nicht gelten. Ich bin zwar dafür, dass man soetwas wie Hanf, MDMA usw. legalisiert aber bei starken Opioiden ist es anders.
obruni.ningo 01.07.2015
4. Japanische Männerwelt...
Da gibt es ganz schnell Gegenwind wenn Regeln gebrochen werden. Kaum vorstellbar ohne intime Kenntnis Japans.
brooklyner 01.07.2015
5.
Es ist unglaublich, was man in den USA in der Apotheke rezeptfrei bekommt. Da werden Psychhämmer und Schmerzmittel mit Dosierungen verkauft, die hier nur ein Arzt verschreiben darf. Ich kaufe der Dame allerdings absolut ab, dass sie schlicht nicht gewusst hat, dass anderswo das aus der Heimat Gewohnte verboten sein könnte.
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