Imagepflege Deutsche Bahn ernennt Soziologin als Datenschutzbeauftragte

Die Deutsche Bahn verspricht, in Zukunft sensibler mit Mitarbeiterinformationen umzugehen. Deshalb heuert das Unternehmen ab Mai die 53-jährige Chris Newiger als Datenschutzbeauftragte an. Der Konzern war im vergangenen Jahr wegen Bespitzelung von Angestellten in die Schlagzeilen geraten.

Zentrale der Deutschen Bahn in Berlin: Sensibler mit Daten umgehen
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Zentrale der Deutschen Bahn in Berlin: Sensibler mit Daten umgehen


Berlin - Die Deutsche Bahn will mit ihrer Vergangenheit aufräumen und verspricht, künftig sensibler mit den Daten ihrer Mitarbeiter umzugehen. Deshalb hat sie eine neue Beauftragte für den Datenschutz im Konzern verpflichtet. Zum 1. Mai dieses Jahres trete Chris Newiger dieses Amt an, teilte die Bahn am Montag in Berlin mit.

Das Unternehmen musste im vergangenen Jahr einräumen, in den vorherigen zehn Jahren mehrfach Zehntausende von Mitarbeitern überprüft zu haben. Dabei kam es zu Gesetzesverstößen, die mit einem Bußgeld in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro geahndet wurden.

Zudem ließ die Bahn über Detekteien Mitarbeiterdaten beschaffen und spähte E-Mails und Festplatten aus. Bei dem Vorgehen verstießen die Bahn-Konzernsicherheit und die für interne Korruptionsbekämpfung zuständige Konzernrevision nach Erkenntnissen von Ermittlern gegen eine ganze Reihe von innerbetrieblichen Vorschriften und machten sich teilweise auch strafbar.

Die 53-jährige Soziologin Newiger war zuletzt beim Sportartikelhersteller Adidas für den Datenschutz verantwortlich. "Uns war es wichtig, eine Person zu finden, die auch Erfahrungen aus einem international tätigen Unternehmen mitbringt, um für den gesamten Konzern das Gesicht des Datenschutzes bei der Deutschen Bahn nach innen wie nach außen zu zeigen", sagte Gerd Becht, der im Vorstand für den Datenschutz zuständig ist.

Der bisherige Konzerndatenschutzbeauftragte, Jürgen Sack, wird zukünftig die Abteilung Kundendatenschutz leiten. Die Bahn teilte mit, Newiger werde speziell ausgerichtete Abteilungen zum Kunden- und Mitarbeiterdatenschutz auf- und ausbauen und Mitarbeiter in allen Bereichen des Unternehmens beim Umgang mit personenbezogenen Daten sensibilisieren.

Im Dezember hatte die Bahn angekündigt, von Bewerbern nur noch jene Daten zu speichern, die von ihnen selbst stammen. Zudem dürften keine Daten von Mitarbeitern außerhalb der vorgesehenen Systeme gespeichert werden.

fro/AFP/APD

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