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B- und C-Lagen: Ausländische Investoren kaufen deutsche Billigimmobilien

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Gagfah-Siedlung in Hamburg:  Jetzt werden auch C-Lagen gerne genommen  Zur Großansicht
DPA/GAGFAH

Gagfah-Siedlung in Hamburg: Jetzt werden auch C-Lagen gerne genommen

Die Preise sind niedrig, die Bestände solide: Deutschlands Immobilien sind für Investoren so attraktiv, dass jetzt selbst B- und C-Lagen gekauft werden. 2015 dürfte die Nachfrage weiter steigen, auch wegen Interessenten aus China.

Hamburg - Auch wenn Mieter in München, Hamburg oder Köln es ungern hören: Deutsche Wohnungen sind im europäischen Vergleich enorm günstig, sowohl zur Miete als auch zum Kauf. Ähnlich steht es bei Büros und Ladengeschäften. Deshalb stecken internationale Investoren ihr Geld besonders gerne in deutsches Betongold. Das ist das Ergebnis des "Trendbarometers Immobilien-Investmentmarkt 2015", für das die Wirtschaftsprüfer von EY (früher Ernst & Young) Investoren befragt haben, die am deutschen Immobilienmarkt aktiv sind.

Klar ist: Sie erwarten 2015 weiter steigende Preise: "Zu viel Kapital, zu wenige Investitionsmöglichkeiten", zitiert das Trendbarometer einen Investor. "Deutschland ist enorm attraktiv", sagt EY-Immobilienexperte Christian Schulz-Wulkow, "im internationalen Vergleich haben wir in Deutschland noch sehr niedrige Mieten". Die Aussichten für Anleger sind also gut. Für 2015 rechnen die Investoren mit Verkäufen von mehr als 50 Milliarden Euro - so viel wie zuletzt vor der Finanzkrise.

"Die Bereitschaft, höhere Risiken einzugehen, hat zugenommen", stellt Schulz-Wulkow fest. So nehmen Käufer Leerstände in Kauf, und sie kaufen Immobilien auch in sogenannten B- und C-Lagen, also in Städten wie Leipzig, Dresden, Erfurt, Itzehoe oder Flensburg.

Warum das so ist, zeigt sich in den wörtlichen Zitaten, die im Trendbarometer aufgenommen sind: Mitunter habe man den Eindruck, heißt es dort, "dass (gute) Immobilien als der einzige 'safe haven' angesehen werden, um die überreichlich vorhandene Liquidität halbwegs sicher zu parken." Vor allem sind es ausländische Käufer, die sich laut Schulz-Wulkow in Deutschland breitmachen: "Jetzt stehen auch chinesische Investoren vor der Tür, die werden 2015 deutlich am Markt präsent sein".

Eine Immobilienblase will Schulz-Wulkow aber nicht sehen: "Es mag in Einzelfällen Übertreibungen geben, aber generell gibt es keine Blasen". Der Grund: Das hohe Preisniveau werde vor allem durch die extrem niedrigen Zinsen getrieben. Gleichzeitig seien die Banken bei der Kreditvergabe vorsichtiger geworden, die aggressive Finanzierung aus der Zeit vor der Finanzkrise gebe es nicht mehr. Für die privaten Käufer von Einfamilienhäusern oder Eigentumswohnungen hätten die Geschäfte der Immobiliengesellschaften keine Konsequenzen, glaubt Schulz-Wulkow: "Die Unternehmen kaufen Großbestände, die typischen Siedlungen der fünfziger und sechziger Jahre. Die treiben also nicht die Preise für Eigentumswohnungen".

Derzeit herrscht in der Branche eine Art Konsolidierungswettlauf: Im vergangenen Jahr wurde die börsennotierte GSW Immobilien von der Deutsche Wohnen übernommen. Der Konkurrent Deutsche Annington hat erst die Vitus-Gruppe übernommen und im vergangenen Monat ein Angebot für den Konkurrenten Gagfah vorgelegt. "Größe wird am Kapitalmarkt belohnt", sagt Schulz-Wulkow. Über Kapitalmangel können sich die Unternehmen nicht beklagen. Zu ihren größten Aktionären gehören Staatsfonds aus Norwegen, Singapur oder Abu Dhabi.

Eine weitere Aussage aus dem Trendbarometer dürfte deshalb auch eher die Aktionäre der Immobilienfirmen beruhigen als die Mieter: Die Mietpreisbremse macht den Investoren offenbar keine Sorgen. Der Aussage "Die Mietpreisbremse wird Renditen großer Bestandshalter spürbar negativ beeinflussen" stimmte lediglich ein Drittel der Befragten zu.

Wohnimmobilientransaktionen* im Jahr 2014
Quartal Verkäufer Käufer Target Wohn-
einheiten
Preis (in Euro)
Q3 Round Hill Capital et al. Deutsche Annington Immobilien SE Vitus (Wohn-
portfolio mit Schwerpunkt Nordrhein-
Westfalen)
30.000 1.400 Mio.
Q2 Archstone Deutsche Annington Immobilien SE Dewag (Wohn-
portfolio Süd-
deutschland und Rhein-Main)
11.500 970 Mio.
Q2 Prelios/ Deutsche Asset & Wealth Management BUWOG AG Wohn-
portfolio Nord-
deutschland
18.000 892 Mio.
Q4 Deutsche Annington Immobilien SE LEG Immobilien AG Wohn-
portfolio Nordrhein-
Westfalen
9600 484 Mio.
Q3 Berlinovo Westgrund AG Wohn-
portfolio Nord-
deutschland
13.300 390 Mio.
Q3 CitCor Residential Group, Corpus Sireo Deutsche Annington Immobilien SE Wohn-
portfolio mit Schwerpunkt Berlin
5000 310 Mio.
Q1 Corpus Sireo Deutsche Asset & Wealth Management Wohn-
portfolio mit Schwerpunkt Berlin
3604 300 Mio.
Q2 Corestate Capital AG Adler Real Estate AG Wohn-
portfolio Sachsen, Sachsen-
Anhalt, NRW
7721 nicht ver-
öffentlicht
Q2 Topdanmark A/S Immeo Wohn-
portfolio Berlin, Dresden
3400 240 Mio.
Q4 TAG Immobilien AG HOWOGE Wohn-
portfolio Berlin-
Marzahn
2600 170 Mio.
* Nur veröffentlichte Transaktionen; Quelle: EY Research

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insgesamt 194 Beiträge
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1.
hans00wurst 13.01.2015
Wenn dann, sagen wir, die Heizung kaputt geht, ist dann die Verwaltung letztlich zuständig oder kann sie Vermieter mit Verweis auf den Investor ignorieren?
2. Die Stadt ist keine Kapitalanlage...
shooop 13.01.2015
...sondern Lebensraum von Menschen. Und wenn der Autor uns sagen möchte, dass Wohnen in Deutschland zu billig ist, dann kann er ja gerne nach London ziehen. Die Leute sollten mal drüber nachdenken, was sie wollen und was sie nicht wollen und sich nicht immer nur wirtschaftliche Erwägungen zur Grundlage ihres Handelns aufzwingen lassen. Ich bin dafür, den massenhaften Kauf von unseren Wohnungen an ausländische "Investoren" gesetzlich einzuschränken.
3.
strauch 13.01.2015
Da ist die nächste Sau unterwegs. Jetzt triffts die Leute mit weniger Geld die in B und C Lagen in Wohnblöcken wohnen und die werden jetzt zum Spekulationsobjekt. Na Prostmahlzeit.
4. WIR sind hier das Volk...
shooop 13.01.2015
...nicht ausländische Investoren! Die Schweizer machen es uns vor: Manchmal muss man einfach auch mal NEIN sagen!
5. Besser jeder im eigenen Land?
frankori 13.01.2015
Tja, in China ist halt schon alles ge- und verkauft. Da lassen die Wohnung Jahre lang leer stehen, damit am Ende noch teurer verkauft werden kann. Und jetzt kommen sie nach Deutschland, damit hier auch so eine Blase entsteht... Auf der anderen Seite schieben deutsche Autobauer reihenweise die eigenen Fabrikate ins Reich der Mitte, wo die Luft kaum noch auszuhalten ist... Vielleicht sollte doch besser jeder im eigenen Land kaufen und verkaufen? Andererseits kommen die Deutschen kaum noch ohne den chinesischen Markt aus, vergleiche: http://interculturecapital.de/attraktivstes-deutsches-unternehmen-china-2014-finalrunde
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