Fusion von LEG und Deutsche Wohnen Neuer Immobilienkonzern sorgt Mieterschützer

Im Geschäft mit deutschen Wohnungen entsteht der zweite Riesenkonzern. Mieterschützer zeigen sich angesichts der geplanten Milliardenfusion der Unternehmen Deutsche Wohnen und LEG Immobilien skeptisch.

LEG-Zentrale in Düsseldorf: Milliardenfusion der Immobilienkonzerne
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LEG-Zentrale in Düsseldorf: Milliardenfusion der Immobilienkonzerne


Die geplante Milliardenfusion von Deutsche Wohnen und LEG Immobilien hat die Aktien der Nummer zwei und drei der Branche ordentlich durchgerüttelt. So verbilligten sich die Papiere von Deutsche Wohnen am Montag um mehr als sieben Prozent, während LEG bis zu neun Prozent zulegte. Die beiden Unternehmen hatten am Sonntagnachmittag bekanntgegeben, dass sie sich zusammenschließen werden.

Mieterschützer sehen die neue Fusion auf dem deutschen Wohnungsmarkt besonders skeptisch. Es werde in einem solchen Riesenkonzern, wie er aus dem Zusammenschluss der Deutsche Wohnen und der LEG entstehen soll, "weniger um die Mieter in ihren einzelnen Quartieren gehen als um Gewinnmaximierung", sagte Silke Gottschalk vom Mieterbund Nordrhein-Westfalen der "Rheinischen Post". Eigentlich müssten einzelne Quartiere gezielt gestärkt werden, "aber jetzt versucht man, Kosten durch eine größere Einheit zu senken".

Für die Fusion biete Deutsche Wohnen den Aktionären von LEG 33 ihrer Aktien im Tausch für zehn LEG-Aktien an; damit werde die LEG mit 4,6 Milliarden Euro bewertet, teilte die Deutsche Wohnen mit. Die Analysten von Morgan Stanley zeigten sich von den Plänen wenig überzeugt - die jüngsten Fusionen in der deutschen Immobilienbranche hätten nicht unbedingt zu einer starken Aktienentwicklung der Firmen geführt, hieß es.

Beide Unternehmen besitzen zusammen 250.000 Wohnungen im Wert von 17 Milliarden Euro. Ziel der Fusion sei, die "Wachstumsregion Nordrhein-Westfalen zu stärken und neue Regionen zu erschließen". Das gemeinsame Unternehmen soll die Bestände von Norddeutschland bis zum Rhein-Main-Gebiet verwalten. LEG mit 110.000 Wohnungen hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen hat ihren Sitz in Düsseldorf, die Deutsche Wohnen mit rund 144.000 Wohnungen in Berlin.

Durch den Zusammenschluss könnten in spätestens vier Jahren Kosten in Höhe von insgesamt 35 Millionen Euro jährlich eingespart werden, etwa durch geringere Verwaltungskosten und einen gemeinsamen Einkauf, teilten die Wohnungsunternehmen mit. Mit der Fusion entstehe "eins der führenden europäischen Immobilienunternehmen".

Erst im Dezember hatten die Immobilienkonzerne Deutsche Annington und Gagfah ihren Zusammenschluss verkündet; das fusionierte Unternehmen mit rund 350.000 Wohnungen namens Vonovia stieg am Montag in Frankfurt am Main in den Deutschen Aktienindex der 30 größten börsennotierten Unternehmen auf.

nck/AFP/Reuters

insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
gpkneo 21.09.2015
1. Aha
Wer bei Deuwo wohnt kann was erzählen. Auf die Reparatur eines Wasserschaden kann man wochenlang warten. Bei Häusern aus den 50er Jahren sind Treppenhaus Fenster kaputt, die Tauben scheissen ins Treppenhaus. Was macht Deuwo- sie lassen die Briefkästen mit einheitlichen Namensschildern versehen, und lassen die Tauben in aller Seelenruhe das Treppenhaus voll.......
hatschon 21.09.2015
2. Guten Tag
Da können die Mieter sich auf eine neue Heuschrecke freuen , das sowas auch noch vom Kartellamt abgesegnet wird unfassbar aber leider Realität.
claterio 21.09.2015
3.
Zitat von gpkneoWer bei Deuwo wohnt kann was erzählen. Auf die Reparatur eines Wasserschaden kann man wochenlang warten. Bei Häusern aus den 50er Jahren sind Treppenhaus Fenster kaputt, die Tauben scheissen ins Treppenhaus. Was macht Deuwo- sie lassen die Briefkästen mit einheitlichen Namensschildern versehen, und lassen die Tauben in aller Seelenruhe das Treppenhaus voll.......
Das waren sicher Außerirdische, die die Fensterscheiben eingeschlagen haben und ganz bestimmt keine Mieter. In manchen Fällen verdienen sich Mieter und Vermieter gegenseitig. Dürfte hier wohl (mehrheitlich) der Fall sein.
wauz 21.09.2015
4. Kandidaten für eine Verstaatlichung
Ein ganz großer Teil dieser Wohnungen wurden mit Geld vom Staat gebaut. Und genau deswegen gehören diese Wohnungen auch wieder zurück in öffentlichen Besitz. Diese Konzerne gehören zum Wohl der Allgemeinheit enteignet!
wauz 21.09.2015
5. Ganz einfach alt
Zitat von claterioDas waren sicher Außerirdische, die die Fensterscheiben eingeschlagen haben und ganz bestimmt keine Mieter. In manchen Fällen verdienen sich Mieter und Vermieter gegenseitig. Dürfte hier wohl (mehrheitlich) der Fall sein.
Fensterscheiben können auch "einfach so" zerbrechen. Bei Bausubstanz aus den 50/60er Jahren mit originaler Befensterung - Holzrahmen mit Einfachglas - reicht schon ein kräftiger Windstoß. Die Rahmen sind nach der langen Zeit verzogen und das Glas ist unter Spannung.
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