Immobilien-Irrsinn: Schöner Wohnen für 165 Millionen Euro

Es ist Londons erste Adresse - und der exklusivste Wohnblock der Welt: 140 Millionen Pfund kostet das teuerste Apartment in One Hyde Park laut Zeitungsberichten, pro Quadratmeter zahlt die betuchte Kundschaft bis zu 60.000 Pfund. Die meisten Luxuslofts sind bereits verkauft.

Londoner Luxuslofts: Teurer geht's nicht Fotos
DPA/ Candy & Candy

London - Wenn die künftigen Bewohner von One Hyde Park in London der kleine Hunger packt, klingeln sie den Butler aus dem Mandarin-Hotel herbei. Das liegt nebenan. Plagt nach dem Schmaus das Gewissen, geht es ins 21-Meter-Schwimmbecken - oder zum Abschlag in den Golfsimulator. Weniger aktive Bewohner steuern das hauseigene Kino an oder besuchen den exquisiten Weinkeller.

Es hat seine Vorzüge, im teuersten Wohnblock der Welt zu leben. Aber auch seinen Preis. 140 Millionen Pfund (rund 165 Millionen Euro) soll das teuerste Apartment kosten, berichten britische Zeitungen. Viele wurden schon im Sommer 2010 verkauft. Nun wurde die Luxusherberge im Stadtteil Knightsbridge offiziell eröffnet.

Rund 60.000 Pfund werden pro Quadratmeter aufgerufen. Laut Marktexperten ist das der weltweite Topwert für nichtgewerbliche Immobilien. Abschrecken lässt sich die solvente Käuferschicht durch die horrenden Preise jedoch nicht. Im Gegenteil: Laut den Immobilienhändlern Nick und Christian Candy, die das Projekt vor vier Jahren gestartet haben, sind bereits 60 Prozent der insgesamt 83 Wohneinheiten verkauft. Der Einstiegspreis für eine Wohnung in One Hyde Park soll bei 6,5 Millionen Pfund liegen. Die genauen Preise erfahren vorerst nur ernsthafte Kaufinteressenten.

Handverlesene Gäste auf der Eröffnungsfeier

Ein großer Teil des Kundenkreises soll aus Asien und vor allem aus dem Mittleren Osten rekrutiert werden. Von dort floss auch ein Teil der Gelder für den Bau des Prestigeobjekts. Die Candys haben One Hyde Park als Joint Venture mit Scheich Hamad Bin Dschassim al-Thani finanziert, dem Premierminister des Emirats Katar.

Die rund 350 handverlesenen Gäste der Eröffnungsfeier, darunter der milliardenschwere Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, konnten sich vor Ort mit den Sicherheitsvorkehrungen des Gebäudekomplexes vertraut machen. In den Aufzügen prüfen Augenscanner die Identität des Besuchers, kugelsicheres Fensterglas soll die künftigen Bewohner vor Beschuss schützen.

Ein weiterer Vorteil: Kaufinteressenten dürfen wohl darauf vertrauen, dass die Candys bei ihrem Prunkprojekt nicht geschlampt haben - das Brüderpaar hat sich bereits eigene Wohnungen mit Blick über den Hyde Park gesichert.

jok

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insgesamt 25 Beiträge
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1. dringend nötig
Michael KaiRo 21.01.2011
---Zitat von SPON--- "In den Aufzügen prüfen Augenscanner die Identität des Besuchers, kugelsicheres Fensterglas soll die künftigen Bewohner vor Beschuss schützen." http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,740588,00.html ---Zitatende--- Das ist mehr als dringend nötig, wenn sich der "Pöbel" demnächst wehrt. Ich freue mich, dass ich das noch erleben darf.
2. Bitte weiter so
Ohli 21.01.2011
Zitat von sysopEs ist Londons erste Adresse -*und der exklusivste Wohnblock der Welt: 140 Millionen Pfund kostet das teuerste Apartment in One Hyde Park laut Zeitungsberichten, pro Quadratmeter zahlt die betuchte Kundschaft bis zu 60.000 Pfund. Die meisten*Luxuslofts sind bereits verkauft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,740588,00.html
Oben auf der Seite ein Artikel über eine drohende Hungerkatastrophe, http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,740601,00.html etwas weiter unten ein Artikel über ausverkaufte Luxuslofts. Der Chefredakteur von SPON scheint heute gut drauf zu sein. Und das meine ich nicht ironisch.
3. Was soll das?
hilfloser 21.01.2011
Erst ein Artikel über Luxusyachten, jetzt über diese Appartements. Will der Spiegel eine Neiddebatte vom Zaun brechen? Ist doch wirklich nichts Neues, daß es sich eine kleine Gruppe auf Kosten der Allgemeinheit gut gehen läßt. Schön für diese Leute wenn sie n paar Millionen für ne Wohnung hinlegen können. Trotzdem machen die aufm Scheißhaus die Beine krumm wie jeder andere auch. Vielleicht sollte man mal anfangen Glück und Freude, Gesundheit und Lebenslust nicht immer gleichzusetzen mit dicken Autos und fettem Bankkonto. Die wirklich schönen Dinge im Leben gibts nämlich ganz umsonst. Und die, die soviel Kohle haben stehen doch ständig unter Strom dieses nicht zu verlieren, weggenommen zu bekommen und müßen sich immer neue Mätzchen ausdenken, damit das Geld überhaupt irgendeinen Sinn macht. Ich würde da nicht tauschen wollen.
4. Unbequeme Wohnung
Haligalli 21.01.2011
Zitat von sysopEs ist Londons erste Adresse -*und der exklusivste Wohnblock der Welt: 140 Millionen Pfund kostet das teuerste Apartment in One Hyde Park laut Zeitungsberichten, pro Quadratmeter zahlt die betuchte Kundschaft bis zu 60.000 Pfund. Die meisten*Luxuslofts sind bereits verkauft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,740588,00.html
Immer noch besser als unter der Brücke zu schlafen!
5.
sample-d 21.01.2011
ich frage mich was daran Luxus sein soll.. keine Terasse, keine Balkone, kein Garten - eingesperrt in einem Wohnblock mitten in der Stadt. Und nicht mal ein Heimkino im Appartement, sondern im Haus wo man es sich mit anderen teilen muss... Ich würde da nicht für umsonst tauschen....
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