Immobilien Deutscher Markt für Wohnungen boomt

Der deutsche Markt für Wohnimmobilien ist stark gewachsen. Investoren kauften 2015 mehr als 300.000 Wohnungen. Die Preise zogen kräftig an.

Berlin: Knapp zwei Drittel der Wohnungskäufe fanden hier statt
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Berlin: Knapp zwei Drittel der Wohnungskäufe fanden hier statt


Investitionen in den deutschen Wohnungsmarkt haben 2015 deutlich zugenommen, wie der Immobiliendienstleister Savills meldet. Demnach stiegen die Investitionen auf dem deutschen Wohnungsmarkt im Vergleich zu 2014 um zwei Drittel auf knapp 22,5 Milliarden Euro.

Laut Savills wechselten 255 sogenannte Wohnungspakete, die mehrere Wohnungen einschließen, den Eigentümer. 24 der Geschäfte umfassten 1000 oder mehr Wohnungen. Insgesamt wurden 319.500 Wohnungen gehandelt, 33 Prozent mehr als 2014.

Stark gestiegen ist der Analyse zufolge auch das Preisniveau: Mehr als 70.000 Euro bezahlten Käufer 2015 durchschnittlich für eine Wohnung, 2014 waren es noch 56.000 Euro.

Bemerkenswert sei die regionale Verteilung der Transaktionen: Knapp zwei Drittel der Wohnungskäufe fanden in der Hauptstadt statt. Neben Berlin und Hamburg gehörten im vergangenen Jahr aber auch Dresden, Leipzig und Hannover zu den Städten mit den meisten gehandelten Wohnungen.

"Investoren kauften verstärkt auch außerhalb der großen Metropolen Wohnungspakete", sagt Matthias Pink, Leiter der Forschungsabteilung von Savills. Das habe zwei Gründe: Erstens gebe es einen starken Nachfrageüberhang an den Top-Standorten, zweitens hätten Investoren großes Vertrauen in den deutschen Wohnungsmarkt.

Fast 90 Prozent der Investitionen im Jahr 2015 gingen auf Käufer aus Deutschland zurück, analysiert Savills. Bei den Verkäufern seien ausländische Investoren mit 58 Prozent bedeutender, sie kämen hauptsächlich aus Nordamerika.

Sowohl auf der Seite der Käufer als auch auf der Seite der Verkäufer dominierten börsennotierte Wohnungsgesellschaften. Größte Käuferin war Vonovia, die mehr als 150.000 Wohnungen kaufte; gefolgt von Deutsche Wohnen, LEG Immobilien und Adler Real Estate.

sfm



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insgesamt 46 Beiträge
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Freidenker10 07.01.2016
1. Zocken auf Kosten der unteren Einkommen!
Es wäre schön, wenn der Staat anfangen würde kräftig in den sozialen Wohnungsbau zu investieren, denn die großen Investoren wollen einfach nur die Rendite auf Kosten eines völlig überteuerten Mietmarktes! Irgendwie sollte der Staat anfangen die Menschen mit mittleren und unteren Einkommen zu schützen, denn wohnen muss ja jeder irgendwo und bezahlen sollte man seine Wohnung auch noch können!
tomxxx 07.01.2016
2. Hä?
"Mehr als 70.000 Euro bezahlten Käufer 2015 durchschnittlich für eine Wohnung, 2014 waren es noch 56.000 Euro. " Sagt mal... in welcher Preiswelt leben die denn?
garfield 07.01.2016
3.
Zitat von Freidenker10Es wäre schön, wenn der Staat anfangen würde kräftig in den sozialen Wohnungsbau zu investieren, denn die großen Investoren wollen einfach nur die Rendite auf Kosten eines völlig überteuerten Mietmarktes! Irgendwie sollte der Staat anfangen die Menschen mit mittleren und unteren Einkommen zu schützen, denn wohnen muss ja jeder irgendwo und bezahlen sollte man seine Wohnung auch noch können!
Und genau deswegen wird es das auch weiterhin nicht geben. Denn WÜRDE der Staat kräftig in den (sozialen) Wohnungsbau investieren, könnten sich ja womöglich die Preise stabilisieren oder gar - was Gott verhüten möge - zurück gehen, da sich die Nachfragesituation entspannen würde. Wie da die Lobbyisten der "Real Estate" Konzerne auf der Matte stehen und sich im Kanzleramt die Klinke in die Hand geben würden, um ihre Protestnoten zu überbringen, kann man sich wohl vorstellen. Deswegen wird der Staat auch in diesem Bereich weiterhin "sparen" und uns erzählen, Deutschlands Wohnungen seien im internationalen Vergleich immer noch zu billig und man würde ja "nur" zu diesem Niveau aufschließen. Das tröstet die unteren Einkommensgruppen sicher ungemein.
criticos 07.01.2016
4. Völlig überteuert ..
Käufer "völlig überteuerter" Autos und I-Phones klagen über "völlig überteuerte" Wohnungen. Wer den Markt will - per Wahl neoliberal eingestellter Parteien - bekommt den Markt..
marthaimschnee 07.01.2016
5.
Das schöne ist, da die Wohnungen inzwischen als Spekuklationsobjekt dienen, derjenige saftig zur Kasse gebeten werden, die einfach nur gemäß ihrer Bestimmung drin wohnen wollen. Und irgendwo wohnen muß schließlich jeder, sodaß auch immer eine natürliche Nachfrage gegeben ist.
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