Immobilienbank Insider berichten über Stresstest-Probleme für HRE

Die Hypo Real Estate hat offenbar Probleme, den Stresstest für europäische Banken zu bestehen. Laut Eingeweihten ist die deutsche Bankenholding in einem der drei Szenarien durchgefallen. Das Institut wollte sich zu den Berichten nicht äußern.

Zentrale der Hypo Real Estate in München: Probleme in einem Stresstest-Szenario?
dapd

Zentrale der Hypo Real Estate in München: Probleme in einem Stresstest-Szenario?


Frankfurt am Main - Der verstaatlichte Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate soll den Stresstest für 91 europäische Banken nicht bestanden haben. Das berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg, die sich jeweils auf namentlich nicht genannte Insider berufen.

Demnach sei die HRE wohl in einem Stresstest-Szenario durchgefallen, das die Folgen einer Verlangsamung der Konjunktur mit einem gleichzeitigen Abschlag auf Staatsanleihen simuliert. Vertreter der Bank, der Finanzaufsicht BaFin und des Bankenrettungsfonds Soffin wollten sich zum Abschneiden der HRE nicht äußern.

Die Münchener HRE war zuletzt mit 7,8 Milliarden Euro allein in Griechenland engagiert. Auf die Staatsanleihen dieses Landes wird in dem Stress-Szenario der höchste Abschlag vorgenommen.

Das Ergebnis des Stresstests hat für die Bank allerdings in der Praxis kaum Relevanz. Die Hypo Real Estate ist ohnehin dabei, toxische Wertpapiere und ganze Unternehmensbereiche im Volumen von bis zu 210 Milliarden Euro in eine große "Bad Bank" auszugliedern und sich damit von diesen Risiken zu trennen. Die Abwicklungsanstalt mit dem Namen "FMS Wertmanagement" ist zwar schon gegründet, die Übertragung der faulen Papiere ist erst für das zweite Halbjahr geplant.

Nach der Ausgliederung will der Bankenrettungsfonds Soffin entscheiden, wie viele Milliarden an zusätzlichem Eigenkapital vom Staat der Immobilienfinanzierer noch braucht. Bisher hat sie 103,5 Milliarden Euro an Garantien und 7,7 Milliarden Euro an Eigenkapital bekommen.

cte/Reuters



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