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Immobilienfonds: Goldman Sachs schockiert Anleger mit Horrorverlust

Investorenschreck Immobilien: Ein Fonds der Investmentbank Goldman Sachs hat nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" nahezu sein gesamtes Eigenkapital in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar verloren. Ein Schwerpunkt des Portfolios ist Deutschland.

Zentrale von Goldman Sachs in New York: Eine Immobilientochter macht viel Ärger Zur Großansicht
DPA

Zentrale von Goldman Sachs in New York: Eine Immobilientochter macht viel Ärger

London - Goldman Sachs gilt in der Finanzbranche als das Nonplusultra. Aber auch die Geldprofis der Investmentbank machen offenbar schwere Fehler: Nach Fehlinvestitionen in den USA, Deutschland und Japan hat ein internationaler Fonds einer Immobilientochter von Goldman Sachs Chart zeigen einem Zeitungsbericht zufolge nahezu sein gesamtes Eigenkapital eingebüßt.

Von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) seien beim Whitehall Street International nur noch 30 Millionen Dollar übrig, berichtete die "Financial Times Deutschland" ("FTD"). Goldman Sachs als größter Anteilseigner habe 436 Millionen Dollar in den Fonds investiert. Ein Sprecher der Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Als Grund für den gigantischen Verlust nannte die "FTD" die mit hohen Krediten finanzierten Käufe von Immobilien gerade auch in Deutschland. Die Bundesrepublik sei nach den USA das zweitgrößte Zielland bei dem im Jahr 2005 aufgelegten Fonds gewesen.

Probleme auch bei deutschen Immobilienfonds

Die Banken wollten Kreditvereinbarungen oft nicht verlängern und seien auch nicht zu Nachverhandlungen bereit, hieß es weiter. Nach dem "FTD"-Bericht hatte der Whitehall-Fonds Gelder nicht nur in Wohnimmobilien, die grundsätzlich als risikoarm gelten, sondern auch in Büro- und Einzelhandelsgebäude gesteckt. Der Fonds ist allerdings langfristig investiert. Das heißt, der Wert kann sich immer noch erholen.

Trotzdem zeigt die Entwicklung des Fonds, wie schwierig die Lage am Immobilienmarkt noch ist: Infolge der Wirtschaftskrise stehen massenhaft Geschäftsgebäude leer, was branchenweit auf den Wert drückt.

Erst Anfang der Woche war bekanntgeworden, dass ein 8,8 Milliarden Dollar schwerer Immobilienfonds von Morgan Stanley möglicherweise zwei Drittel seines Wert eingebüßt hatte. Der Fonds hatte nach einem Bericht des "Wall Street Journals" ein Minus von 5,4 Milliarden Dollar gemacht. Dies sei der größte je realisierte Verlust bei einem Private-Equity-Investment in Immobilien.

Auch mehrere Immobilienfonds, die sich an deutsche Privatanleger richten, hatten im Zuge der Wirtschaftskrise Probleme bekommen. Weil viele Investoren ihr Geld abzogen, setzten die Gesellschaften die Rücknahme der Fondsanteile aus.

böl/Reuters/dpa-AFX

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Forum - Hat die Wall Street nichts gelernt?
insgesamt 477 Beiträge
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1.
Hartmut Dresia, 19.10.2009
Zitat von sysopErst Madoff, jetzt Rajaratnam - hat die Wall Street aus der Wirtschaftskrise nichts gelernt?
Was sollte sie denn lernen? Dass der Staat im Zweifel die Rechnungen begleicht, das konnten auch die deutschen Banken aus der Krise lernen. Und dass Politiker Geld ohne jede Gegenleistung geben. Warum ist das so? Es gibt da viele Thesen: Heiner Flassbeck: Gescheitert - Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert (http://www.plantor.de/2009/gescheitert-warum-die-politik-vor-der-wirtschaft-kapituliert/) Aber was sollen Banken auch von Politikern halten, wenn man sich zum Beispiel die Besetzung von Vorstandsposten bei der Bundesbank durch die Politik anschaut: Thilo Sarrazin - eine glatte Fehlbesetzung in der Bundesbank (http://www.plantor.de/2009/thilo-sarrazin-eine-glatte-fehlbesetzung-in-der-bundesbank/)
2. Ein Stoßdämpfer für die Börsen
founder 19.10.2009
Zitat von sysopErst Madoff, jetzt Rajaratnam - hat die Wall Street aus der Wirtschaftskrise nichts gelernt?
Was passiert wenn bei einem Auto die Stoßdämpfer kaputt sind? Schlechte Straßenlage, längerer Bremsweg, es wird extrem gefährlich damit zu fahren. Stoßdämpfer sind Schwingugsdämpfer. Ohne Schwingungsdämpfung schaukelt sich das Auto auf Bodenwellen zu immer größeren Schwingungen auf, bis es unkontrollierbar ins Schleudern gerät. Eine Börsentransaktionssteuer wäre ein Stoßdämpfer für die Börse.
3. Wie blöd muss man eigentlich sein?
londoneye 19.10.2009
Der Kerl hat schon 1,3 Mrd US Dollar Privatvermögen und betreibt Insiderhandel, um an weitere 20 Mio USD zu gelangen! Das ist nicht nur raffgierig, sondern auch extrem dämlich.
4. Nicht ein paar Profiteure, sondern
Ghost12 19.10.2009
Zitat von sysopErst Madoff, jetzt Rajaratnam - hat die Wall Street aus der Wirtschaftskrise nichts gelernt?
Die Verantwortung der Exzesse, die momentan noch schlimmer sind als bei Beginn der Finanzkrise, trägt derjenige, der die Blasen aufbläht- das ist Ben Bernanke. Mit Unterstützung von Geithner und Obama, die ihn bei seinem Kurs unterstützen.
5.
Sackaboner 19.10.2009
Es ist schon mehr als merkwürdig, dass Leute, die eigentlich mehr als genug Kohle für ein sorgefreies Leben bis an ihr Ende haben, immer noch weiter raffen müssen. Das kann nur eine Krankheit sein, da jede Logik und Vernunft darin fehlen. Dumm, wenn man dann noch der amerikanischen, alttestamentarischen Rachejustiz in die Hände fällt.
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