Milliardenschulden Sanierung von Immobilienriese IVG scheitert

Ein Deal mit den Gläubigern schien greifbar, nun kommt er doch nicht zustande: IVG Immobilien hat ein Schutzschirmverfahren beantragt. Für den hoch verschuldeten Immobilienkonzern gebe es keine "positive Fortbestehensprognose".

IVG-Projekt "The Squaire" in Frankfurt: Keine "positive Fortbestehensprognose"
Christian Gahl

IVG-Projekt "The Squaire" in Frankfurt: Keine "positive Fortbestehensprognose"


Bonn - Ein Scheitern sei "immer noch möglich": Das sagte ein Beteiligter, nachdem der taumelnde Immobilienkonzern IVG Chart zeigen am Wochenende die Grundzüge eines Sanierungsplans bekanntgegeben hatte. Die Warnung hat sich bestätigt. Das hoch verschuldete Unternehmen IVG konnte sich nicht mit seinen Gläubigern einigen und beantragte am Dienstag ein sogenanntes Schutzschirmverfahren. Diese relativ neue Variante im Insolvenzrecht soll die Sanierung in Eigenregie ermöglichen.

Der Vorstand werde am Dienstag beim Amtsgericht Bonn einen entsprechenden Antrag für die IVG Immobilien AG stellen, teilte das Unternehmen mit. Der Antrag gelte ausschließlich für die Muttergesellschaft, sämtliche Tochtergesellschaften sollten unberührt bleiben.

Das Unternehmen sah sich zu diesem Schritt veranlasst, weil ein Fortbestehen der IVG sonst nicht gewährleistet sei. Zuvor sei mit den Gläubigern über das vom Vorstand vorgelegte Restrukturierungskonzept keine Einigung erzielt worden. "Vor diesem Hintergrund ist der Vorstand - nach intensiver Diskussion mit dem Aufsichtsrat - zu dem Ergebnis gekommen, dass die positive Fortbestehensprognose für die IVG nicht aufrechterhalten werden kann."

VG hat Schulden in Höhe von 4,6 Milliarden Euro. Nach dem gescheiterten Sanierungsplan wäre das Unternehmen zu 96 Prozent an seine Gläubiger gegangen. Diese sollten im Gegenzug auf die Rückzahlung von 1,75 Milliarden Euro verzichten.

dab/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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leidenfeuer 20.08.2013
1. Der Bund rettet offenbar lieber das Ausland.
Zitat von sysopChristian GahlEin Deal mit den Gläubigern schien greifbar, nun kommt er doch nicht zustande: IVG Immobilien hat ein Schutzschirmverfahren beantragt. Für den hoch verschuldeten Immobilienkonzern gebe es keine "positive Fortbestehensprognose". http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/immobilienriese-ivg-scheitert-mit-sanierungsplan-a-917638.html
Der Immobilien- und Kavernenriese IVG ist aus der früheren Industrieverwaltungsgesellschaft des Bundes hervorgegangen. Im Wege der Privatisierung hat der Bund das Geschäftsrisiko des Unternehmens entgeltlich an private Aktionäre veräußert, die nun in erster Linie den Schaden davontragen. Wegen seiner besonderen Verantwortung aus seinem früheren Eigentum und gegenüber den privaten Erwerbern wäre der Bund zur Hilfe und zur Rettung der IVG aufgerufen. Aber leider unterstützt er wohl lieber den griechischen Staat und anderen ausländische Schuldenstaaten als sein ehemaliges Großunternehmen mit dessen zahlreichen deutschen Immobilien und seinen Kavernen für Öl und Gas in Deutschland.
Andreas1979 21.08.2013
2. So ein Blödsinn,
denn es ist aus meiner Sicht die Gier nach Rendite, die den Anlegern ihre Sinne raubt. Klar kann man in tollen Gegenden jetzt viel Geld mit günstig gekauften Immobilien machen, doch hat man zu früheren Zeiten auch mehr an Tilgung zahlen müssen. Aus meiner Sicht gibt es keine wirklichen Wertsteigerungen, wie das viele meinen möglich. Mit Immobilien kann man das eingesetzte Geld eventuell erhalten, inflationsbereinigt und die gezahlten Zinsen an die Bank wieder bekommen, doch das zählt nur für gute Lagen und mehr ist aus meiner Sicht nicht drin.
ambulans 21.08.2013
3. wenn ich mir
dieses gestrandete u-boot alias "the squaire" (ein unästhetisches mahnmal für in form geronnenen größenwahn), so anschaue, verstehe ich wohl ziemlich genau, weshalb die jetzt pleite sind. einfach grässlich, das ding ...
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