Kabinen-Gewerkschaft UFO-Vorstand stellt Hardliner kalt

Nach einer Indiskretion über Vorstandsinterna steht der ehemalige Chef der Flugbegleitergewerkschaft UFO, Nicoley Baublies, vor dem Rausschmiss. Nun kommt es zum offenen Machtkampf.

Lufthansa-Jets am Flughafen Frankfurt am Main
REUTERS

Lufthansa-Jets am Flughafen Frankfurt am Main


In einer der profiliertesten deutschen Gewerkschaften, der Flugbegleiterorganisation UFO, ist ein erbitterter Streit um die Macht entbrannt. Anlass sind Rivalitäten und Richtungskämpfe zwischen dem UFO-Vorsitzenden Alexander Behrens und seinem Vorgänger Nicoley Baublies sowie ihren jeweiligen Anhängern im Vorstand.

Baublies gilt eher als Hardliner. Unter ihm hatten die Lufthansa-Kabinenbeschäftigten 2012 und 2015 erstmals länger gestreikt und dadurch einen für den Konzern teuren Tarifabschluss durchgesetzt. Seither hat er den Ruf eines gewieften Taktikers, sein Kontrahent Behrens gilt dagegen als eher pflegeleicht. Schon damals kam Neid auf. Baublies versuchte zu beschwichtigen, indem er auf den UFO-Vorsitz und den Verbleib im Lufthansa-Aufsichtsrat verzichtete und fortan als einfacher Tarifvorstand und Pressesprecher arbeitete.

Trotzdem ist der Konflikt nun eskaliert. Offensichtlich wird das an einem Eintrag auf der Homepage der Gewerkschaft. Demnach hat Baublies die UFO-Mitglieder via Facebook kürzlich darüber informiert, dass der Vorstand um Behrens erwäge, den laufenden Tarifvertrag zum Jahresende nicht zu kündigen. Baublies hält das für einen Fehler seines Nachfolgers, weil dann kein Druck ausgeübt und nicht gestreikt werden kann. Außerdem fühlt er sich übergangen und rügt die Geheimniskrämerei zwischen dem UFO-Vorstand und der Lufthansa.

Nachfolger Behrens und dessen Leute waren über die Indiskretion so verärgert, dass sie Baublies und ein weiteres Vorstandsmitglied von ihren Aufgaben entbanden. Wie enge Vertraute von Baublies berichten, will er sich notfalls auf juristischem Weg gegen seine Absetzung wehren. Zum großen Showdown dürfte es auf der geplanten UFO-Mitgliederversammlung im September kommen.



insgesamt 2 Beiträge
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stadtmusikant123 06.07.2018
1. warum erst so spät
Enders der Top Manager von Airbus. Drei Monate vor Toresschluss macht er jetzt die große Panikwelle. Da sollte ihn doch wirklich mal jemand fragen, warum gerade jetzt? Ein Blick auf den Terminkalender der britischen Regierung legt nahe, dass es sich um einen Versuch gezielter politischer Einmischung handeln muss. Denn wenn es dem Top-Manager um die Sache an sich gehen würde, hätte er vor einem Jahr diese Brandrede halten müssen.
WarumDenn 08.07.2018
2. Das ist ja mal wieder toll
da ist jemand, der die AN Interessen vertritt und auch mal einen Streik in Kauf nimmt ein Hardliner. Jemand der AG Intereesen eher durchwinkt ist natürlich willkommen. Armes Deutschland.
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