Bestechungsvorwürfe: Indische Polizei ermittelt gegen Rheinmetall

Von und Wieland Wagner

Rheinmetall in Düsseldorf: RAD bestreitet die Korruptionsvorwürfe Zur Großansicht
DPA

Rheinmetall in Düsseldorf: RAD bestreitet die Korruptionsvorwürfe

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat Ärger mit indischen Ermittlern. Zwei Top-Manager einer Schweizer Unternehmenstochter werden der versuchten Bestechung beschuldigt. Hintergrund sind angebliche Schmiergeldzahlungen an einen Waffenhändler.

Düsseldorf - Die indische Bundespolizei (Central Bureau of Investigation) ermittelt gegen die Schweizer Rheinmetall-Tochter Rheinmetall Air Defense (RAD) sowie gegen zwei ihrer Top-Manager wegen des Verdachts der versuchten Bestechung. Hintergrund sind angebliche Schmiergeldzahlungen in Höhe von mehr als einer halben Million Dollar an den bekannten indischen Waffenhändler Abhishek Verma - Spitzname: "Lord of War".

Nach Ansicht der indischen Behörden sollte dieser seine politischen Kontakte nutzen, um RAD von der Schwarzen Liste des indischen Verteidigungsministeriums zu tilgen. Rheinmetall Air Defence war im März 2012 für zehn Jahre von Rüstungsaufträgen auf dem lukrativen indischen Markt ausgeschlossen worden. Der Hintergrund: Das Unternehmen soll angeblich einen früheren Generaldirektor der zentralen Rüstungsbeschaffung geschmiert haben. Dabei geht es um einen 2,5 Milliarden Dollar schweren Auftrag zur Lieferung von Luftabwehrsystemen.

RAD bestreitet die Korruptionsvorwürfe bis heute und klagt daher in Dehli auch gegen das sogenannte "Blacklisting". Nach Erkenntnis der indischen Ermittler flossen die angeblichen Rheinmetall-Schmiergelder im aktuellen Fall im Januar 2011 auf das Konto einer US-Firma des Waffenhändlers Verma. Die Zahlungen flogen auf, nachdem ein amerikanischer Geschäftspartner des Rüstungslobbyisten ihn im Streit an die Behörden verpfiffen hatte. Verma und seine russische Frau wurden daraufhin im Juli 2012 verhaftet.

RAD wehrt sich gegen die von den Ermittlern erhobenen Vorwürfe. Man habe sich stets gesetzeskonform verhalten und "nie versucht ein angedrohtes Blacklisting in Indien mit illegalen Mitteln zu verhindern". Das Unternehmen will nun versuchen "die Sachverhalte aufzuklären und falsche Anschuldigungen so rasch als möglich auszuräumen".

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Weltfremd
Sabi 30.08.2013
Sehr weltfremd ! In keine 2., 3. u. 4. Welt Staat geht irgendwas ohne Bestechung ! Gerade von Nichteinheimischen wollen sie eine großzügigere und saftigere Bestechung, sonst bekommt den Auftrag, der großzügiger besticht ! Direkt von unserer Tür im Land der Hellenen bekommt man Ausweise, Fahrerlaubnisse, etc. nur gegen eine gefüllten Umschlag !
2. Ausgerechnet
heinz4444 30.08.2013
Indien,ein Land in dem ohne Bestechung überhaupt nichts geht. Da will man wohl unliebsamer Konkurrenz ans Bein pinkeln.
3. optional
raber 30.08.2013
Das hat nichts mit "weltfremd" oder, dass in Indien nichts ohne Bestechung gehen soll. Wenn eine deutsche Firma von sich behauptet keine unsauberen Geschäfte durchzuziehen, sondern dann lieber kein Geschäft, dann gibt es nur 2 Wege. 1. Das Geschäft nicht zu machen (in Einklang mit der derzeitigen Ausrichtung). 2. Die Behauptung oder Grundregeln wieder abstossen. Letzteres dürfte nicht unmöglich sien, aber müsste auch offiziell erfolgen damit in Deutschland nicht aus angeblichen "Compliance-Gründen" Mitarbeiter gefeuert werden. Eine "angebliche Firmenphilosophie" stolz zu verkünden aber dann andere Realitäten leben ist was wir ja leider zu oft erleben (aber meistens nicht öffentlich sehen).
4. hahaha
marecs 31.08.2013
Korruption ist weltweit ein adäquates Mittel um sich Vorteile zu verschaffen, auch in Deutschland. Nur das man in Deutschland nicht "kleine" beamte abschmieren kann aber bei großen summen ist es auch in der brd nichts ungewöhnliches.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Rheinmetall AG
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 4 Kommentare