Umfrage: Industrie fühlt sich bei Rohstoffzugang benachteiligt

Kobalt, Neodym oder Germanium - die deutsche Industrie ist abhängig von Rohstoffen und beklagt laut einer Umfrage massive Nachteile. Jede fünfte Firma sieht ihre Wettbewerbsposition belastet.

Berlin - Jede zweite deutsche Industriefirma beklagt im Kampf um wichtige Rohstoffe Nachteile gegenüber der internationalen Konkurrenz. Wie aus einer Umfrage des arbeitgebernahen IW-Instituts unter 2000 Betrieben hervorgeht, profitieren vor allem Wettbewerber aus rohstoffreichen Ländern von günstigeren Einkaufspreisen, geringeren Umweltauflagen und größerer Versorgungssicherheit.

"Jedes fünfte Unternehmen in Deutschland gibt an, dass dadurch seine eigene Wettbewerbsfähigkeit deutlich sinkt", sagte der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, am Montag in Berlin. Gut jeder zweite Betrieb sorge sich etwa um den längerfristigen Ausfall eines Metall-Lieferanten. Für den Industriestandort Deutschland, wo beispielsweise Metalle fast zu 100 Prozent eingeführt werden müssen, ist der Zugang zu Rohstoffen immens wichtig.

In der Rohstoffallianz haben sich bereits Großkonzerne wie VW oder BASF zusammengetan, um die Versorgungssicherheit bei wichtigen Materialien zu verbessern. Zudem hat Deutschland mit den Ländern Kasachstan und der Mongolei Rohstoffpartnerschaften geschlossen, um die Wirtschaft zu unterstützen. Die Firmen setzen laut Umfrage auf langfristige Lieferverträge und den Bezug über mehrere Lieferanten, um sich gegen Probleme zu wappnen. Zudem sicherten sie sich mit Hedging gegen Preisschwankungen ab und steckten Geld in die Forschung, um alternative Produkte und Produktionsmethoden zu entwickeln.

Streit mit China

Die IW-Forscher sehen aber auch die Politik in der Pflicht, die sich für mehr Freihandel und gegen Protektionismus einsetzen müsse. Die europäischen Staaten müssten ihre Rohstoff- und Energiepolitik besser koordinieren, forderte Hüther. Er kritisierte, Deutschland hätte rascher gegen Strafzölle der EU-Kommission auf importierte Solarmodule aus China vorgehen sollen. "Die Bundesregierung hat dagegen votiert, hat aber spät begonnen, sich zu positionieren", sagte Hüther. Er räumte ein, dass Europa wegen der unterschiedlich stark ausgeprägten Industriestruktur meist nicht mit einer Stimme spreche.

yes/Reuters

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1. Na ja
idealist100 10.06.2013
Zitat von sysopKobalt, Neodym oder Germanium - die deutsche Industrie ist abhängig von Rohstoffen und beklagt laut einer Umfrage massive Nachteile. Jede fünfte Firma sieht ihre Wettbewerbsposition belastet. Industrie fühlt sich im Kampf um Rohstoffe benachteiligt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/industrie-fuehlt-sich-im-kampf-um-rohstoffe-benachteiligt-a-904818.html)
Die EU sitzt in einem Glashaus und will anderen die Scheiben einwerfen. Jetzt merken die Anachronisten in der EU Bürokratie auf einmal das sie ihre eigenen Scheiben zerschmeißen.
2. D ein 60 Pfund Schwaechling
localpatriot 10.06.2013
Zitat von sysopKobalt, Neodym oder Germanium - die deutsche Industrie ist abhängig von Rohstoffen und beklagt laut einer Umfrage massive Nachteile. Jede fünfte Firma sieht ihre Wettbewerbsposition belastet. Industrie fühlt sich im Kampf um Rohstoffe benachteiligt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/industrie-fuehlt-sich-im-kampf-um-rohstoffe-benachteiligt-a-904818.html)
Deutschland ist in Bezug auf Rohstoffzugang und Erschliessung ein unterentwickeltes Land, ohne Strategie und ohne die technischen Faehigkeiten auf diesem Gebiet zu konkurrieren. Wuerde sich die Regierung in Berlin aus ihrem Euroschlamm entziehen und anstaendige zukunftsorientierte Strategien (wie z B die Chinesen) entwickeln, dann waere das um einiges nuetzlicher.
3. Man beginnt tatsächlich zu merken,
si tacuisses 10.06.2013
Zitat von sysopKobalt, Neodym oder Germanium - die deutsche Industrie ist abhängig von Rohstoffen und beklagt laut einer Umfrage massive Nachteile. Jede fünfte Firma sieht ihre Wettbewerbsposition belastet. Industrie fühlt sich im Kampf um Rohstoffe benachteiligt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/industrie-fuehlt-sich-im-kampf-um-rohstoffe-benachteiligt-a-904818.html)
dass Schielen auf Quartalsergebnisse keine nachhaltige Rohstoffversorgung garantiert ? Was sitzen da denn für Schnarcher ? Dann wirft man auch noch dem Staat Versagen vor ? Ihr Jammerlappen ! Hebt Eure dicken Ä....e aus den Sesseln und schaut euch in der Welt um. Jahrzehntelang den Chinesen die billigen rare earth - Metalle zu kleinsten Preisen abkaufen. Dann aber, wenn diese die Umweltzerstörungen nicht mehr tolerieren wollen, über Beteiligung an den Sanierungskosten heulen.
4. künstliche Probleme
leser008 10.06.2013
Wenn man bzgl wichtiger Rohstoffe von diesem just in time Blödsinn wegkäme hätte man Betriebssicherheit und könnte sich das teure hedging auch sparen. Ausserdem stimmt es nicht, dass man in D. keine Rohstoffe hätte. Die Förderung wäre nur teurer und die Rahmenbedingungen wie Steuern und Lizenzen sind staatlicherseits unattraktiv.
5. Weltweit wird gefoerdert
localpatriot 10.06.2013
Zitat von leser008Wenn man bzgl wichtiger Rohstoffe von diesem just in time Blödsinn wegkäme hätte man Betriebssicherheit und könnte sich das teure hedging auch sparen. Ausserdem stimmt es nicht, dass man in D. keine Rohstoffe hätte. Die Förderung wäre nur teurer und die Rahmenbedingungen wie Steuern und Lizenzen sind staatlicherseits unattraktiv.
Rohstoffe, wie z B Erdoel werden weltweit gefoerdert, nur ist D in keiner Weise daran beteiligt. Italien und F haben beide Oelgesellschaften. GB und die USA foerdern Weltweit. Russland beuted die eigenen Vorkommen aus, D hat nicht einmal das Know How. Und so ist es mit dem anderen Rohstoffen auch. China ist finanziell und praktisch and der Ausbeutung von Rohstoffen in aller Welt beteiligt und hat das alles in den letzten 20 Jarhen aufgebaut. D macht nichts und ist darauf angewiesen dass die anderen das Zeug finden, abbauen und verkaufen. Im Gegenteil dazu hat die Schweiz eine grosse Rohstoff Firma.
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