Konjunktur Deutsche Industrie gewinnt überraschend viele Aufträge

Die deutsche Industrie trotzt der schwächelnden Konjunktur in vielen ihrer Absatzmärkte. Im Februar ergatterte das verarbeitende Gewerbe 2,3 Prozent mehr Aufträge als im Vormonat - und damit doppelt so viele wie erwartet.

Siemens-Turbinenwerk in Görlitz: Auch mehr Aufträge aus der Euro-Zone
dapd

Siemens-Turbinenwerk in Görlitz: Auch mehr Aufträge aus der Euro-Zone


Berlin - Die Industrie in Deutschland hat überraschend ihr größtes Auftragsplus seit Oktober eingefahren. Die Betriebe erhielten im Februar 2,3 Prozent mehr Bestellungen als im Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Volkswirte hatten nur mit einem Plus von knapp mehr als einem Prozent gerechnet. Die Firmen konnten damit den Rückgang vom Januar mehr als wettmachen, als sie 1,6 Prozent weniger Aufträge ergatterten als im Dezember.

Der Einschätzung des Ministeriums zufolge überwindet die Industrie nach und nach ihre Schwächephase. Positive Umfragedaten spiegelten sich nun zunehmend in den harten Konjunkturzahlen wider. "Damit haben sich die Voraussetzungen für eine wieder anziehende Investitionstätigkeit verbessert", teilte das Ministerium mit. Allerdings signalisieren jüngste Umfragen für März wieder einen Rückschlag in der Branche.

Im Februar profitierten die Firmen sowohl vom Inlands- als auch Auslandsgeschäft. Die heimische Nachfrage stieg um 2,2 Prozent, die Exportaufträge kletterten um 2,3 Prozent. Auch aus der Euro-Zone kamen mit plus 1,6 Prozent wieder mehr Aufträge, nachdem ihre Zahl im Januar noch um knapp vier Prozent gesunken war. Viele Mitglieder der Währungsgemeinschaft stecken in einer tiefen Rezession.

Das größte Auftragsplus mit 3,5 Prozent verbuchten die Produzenten von Investitionsgütern wie Maschinen und Geräten. Hier legte das Inlandsgeschäft überdurchschnittlich zu. Hersteller von Vorleistungsgütern wie Chemikalien meldeten einen Anstieg von 0,9 Prozent, die Konsumgüterproduzenten ein Plus von 0,1 Prozent.

Allerdings zeigen Frühindikatoren, dass sich die deutsche Konjunktur nicht so rasch erholt wie erhofft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex hatte sich etwa im März nach vier Anstiegen in Folge eingetrübt. Auch der Markit-Einkaufsmanagerindex hatte der Industrie im Februar zwar erstmals seit einem Jahr wieder Wachstum bescheinigt. Im März jedoch hatte es laut der monatlichen Umfrage unter 500 Firmen aber wieder einen Rückschlag gegeben. Die Betriebe erlitten demnach ein Auftragsminus, ihre Produktion stagnierte.

fdi/Reuters



insgesamt 14 Beiträge
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Gerdtrader50 05.04.2013
1. Jede Woche andere Märchen
Mal tiefste Rezession, dann hoher Boom, dann liegt die Autoindustrie am Boden, dann schürft der Maschinenbau gigantisch viele Aufträge. Ja, sagt mal, wisst Ihr eigentlich noch, wie lächerlich ihr Euch macht ? Braucht einer Abi, Studium, Diplom und Dissertation, um zu begreifen, dass die Journaillen Nachrichten im Wochentakt bringen, die sich vehement widersprechen ? Zeigen Sie mal 10 Berichte über Tief und Hoch in den letzten 3 Monaten einem Toilettenwart, sogar der würde begreifen, was Sie da treiben, glauben Sie mir,s.
Marcbolan 05.04.2013
2. Mathematik für Fortgeschrittene?
wenn ich das mal mathematisch aufschreibe: Y = erwartete Aufträge 102,3% = 2 * X X = 51,15% ich glaube das sollte heißen "Der Zuwachs war doppelt so hoch wie erwartet", oder?
diefans 05.04.2013
3. Überrascht? Es gibt immer noch Irgendwen, der investiert und konsumiert - der lebt?
In letzter Zeit treffen alle Ereignisse immer irgendwie überraschend ein. Die Journalisten sind überrascht, besonders die Politiker, die Banker, die Sparer, die Wirtschaftsweisen, die Autobauer, die Ökonomen, die Klimaerwärmer, die Angelogenen und auch die Lügner... Entweder weil man irgendwas irgendwem "glaubte" und dann doch nicht oder andersherum... Sollte man seine Erwartungen etwa nicht an unseriöse, getürkte, verschönerte, politisch korrekte Informationen haften, die der Konsumentenmehrheit so schön medial-emotional verabreicht werden? Die Wahrheit ist nicht-demokratisch, sie ist nicht verhandelbar und auch nicht kompromisbereit - sie kann nicht verbessert oder verschlechtert werden. Sie ist immer da - auch wenn man sie gerne ignorieren möchte.
carscho 05.04.2013
4. So ist es
@Gertrader50: Naja, über irgendetwas muss man ja den ganzen Tag schreiben. :-) Prinzipiell freue ich mich aber dann auch mal über gute Nachrichten...
spon-facebook-10000388013 05.04.2013
5. So ein Müll!
"2,3 Prozent mehr Aufträge als im Vormonat - und damit doppelt so viele wie erwartet." - Haben die also mit einer Halbierung der Aufträge gerechnet? So ein Quatsch! Wer schreibt denn so einen Scheiß?
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