Industriesterben Letzte Ölsardinen-Fabrik in den USA gibt auf

Das war's: Die letzte Fabrik für Ölsardinen in den USA hat dichtgemacht. Zum Teil arbeiteten die entlassenen Mitarbeiter seit mehr als 50 Jahren bei der traditionsreichen Firma. Künftig sollen die Fische der Marke "Beach Cliff" aus Kanada kommen.

Website von Beach Cliff: Proudly Made in the USA
beachcliff.info

Website von Beach Cliff: Proudly Made in the USA


Washington - Es geht nur um eine kleine Firma, aber sie ist Teil eines Strukturwandels in der US-Wirtschaft: Die letzte verbliebene Fabrik für Ölsardinen hat geschlossen. Das traditionsreiche Werk Stinson der Marke "Beach Cliff" machte am Freitag zu, wie das Fischunternehmen Bumble Bee mitteilte.

125 Menschen verlieren damit ihre Arbeit. Zum Teil hatten sie schon seit mehr als 50 Jahren für das Unternehmen in Prospect Harbor im US-Bundesstaat Maine gearbeitet. Grund für das Aus der Firma sei "die Einschränkung der Fangquoten", erklärte Bumble Bee. "Die schwierige Entscheidung bewertet in keiner Weise die außerordentliche Arbeit unserer Angestellten in der Fabrik."

"Beach Cliff" ist eine der traditionsreichsten Marken für Ölsardinen, eines einstmals wichtigen Wirtschaftszweiges an der US-Ostküste. Die erste Ölsardinenfabrik hatte dort 1875 eröffnet, die Industrie erreichte ihren Höhepunkt in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Die Ölsardinenfabriken inspirierten den US-Literaturnobelpreis-Träger John Steinbeck zu seinem Roman "Die Straße der Ölsardinen". Mit dem Ende der Stinson-Fabrik geht die Geschichte der Ölsardinenindustrie in den USA vollkommen zu Ende; die Marke "Beach Cliff" soll nun mit Sardinen aus Kanada beliefert werden. Was aus dem Produkthinweis "Proudly Made in the USA" dann wird, blieb zunächst unklar.

böl/AFP



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