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Inflation: Verbraucherpreise steigen im März etwas stärker

Die Lage beruhigt sich: Die deutsche Inflationsrate dreht im März weiter ins Plus. Heizen und Tanken war nicht mehr ganz so günstig wie zuletzt.

Diesel-Zapfpistole an Tankstelle (Archivbild): Energiepreisverfall verlangsamt sich Zur Großansicht
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Diesel-Zapfpistole an Tankstelle (Archivbild): Energiepreisverfall verlangsamt sich

Wiesbaden - Die Gefahr einer Deflation in Deutschland scheint vorerst gebannt. Die Verbraucherpreise in Deutschland haben im März erneut leicht angezogen. Die Inflationsrate im Vorjahresvergleich liege voraussichtlich bei 0,3 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit.

Im Januar war die Teuerungsrate erstmals seit 2009 ins Minus gerutscht. Im Februar hatten die Verbraucherpreise minimal um 0,1 Prozent zugelegt.

Ein Grund für die Trendwende: Der Preisverfall bei der Energie verlangsamte sich, Heizen und Tanken war nicht mehr ganz so günstig wie zuletzt. Von Februar auf März 2015 erhöhte sich das Preisniveau nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde um 0,5 Prozent. Energie kostete im Schnitt 5,7 Prozent weniger als im März 2014. Allerdings hatte sich Energie im Februar noch um 7,3 Prozent und im Januar sogar um 9,0 Prozent verbilligt.

Kleidung und Schuhe könnten bald teurer werden

Wohnungsmieten verteuerten sich um 1,3 Prozent. Für Dienstleistungen mussten 1,2 Prozent mehr bezahlt werden. Ein Grund hierfür ist Ökonomen zufolge der seit Jahresbeginn geltende Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde. Unternehmen versuchen, steigende Personalkosten an die Verbraucher weiterzugeben.

Vor allem Kleidung und Schuhe dürften nach Einschätzung der Textilbranche in Deutschland schon bald teurer werden. Schuld sei der schwache Euro, erklärten Branchenvertreter. Denn ein Großteil der in Deutschland verkauften Mode wird in Asien produziert und muss in Dollar bezahlt werden.

Die niedrige Inflation befeuert gemeinsam mit steigenden Löhnen den privaten Konsum in Deutschland. Das bedeutet spürbare Kaufkraftgewinne. Das Konsumklima ist deshalb derzeit so gut wie seit mehr als 13 Jahren nicht mehr.

Die Inflation ist allerdings weit vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) entfernt, die eine Jahresrate von knapp unter zwei Prozent anstrebt.

bos/dpa/Reuters

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Aha, also Grund zum Jubeln
california2000 30.03.2015
Aha, also Grund zum Jubeln? Endlich STEIGEN die Preise wieder. Zitat: "Die niedrige Inflation befeuert gemeinsam mit steigenden Löhnen den privaten Konsum in Deutschland. Das bedeutet spürbare Kaufkraftgewinne. Das Konsumklima ist deshalb derzeit so gut wie seit mehr als 13 Jahren nicht mehr." Nun, da ja die Inflation endlich wieder steigt (Eine Deflation gab es eh niemals sondern nur eine sehr geringe Inflation) dürfet es vorbei sein mit dem guten Konsumklima. Also doch ein wirklicher Grund zum Jubeln. -- ODER ? --
2. Zum Glück
Kekser 30.03.2015
wird wieder alles teurer. Ist ja schon nicht so gut, wenn der Steuerzahler sich mehr Leisten kann und der Staat aber gleichzeitig nicht mehr verdient. Da muss man als Gegenmittel ja die kalte Progression wieder gewinnbringend einsetzen zumal nach den aktuellen Verhandlungen der Arbeitnehmer wieder deutlich mehr Geld im Säckel hat...
3. Was heißt gebannt?
noalk 30.03.2015
Die Gefahr einer Deflation bestand in den letzten Monaten in Deutschland zu keiner Zeit! Die sinkende Inflationsrate war nahezu ausschließlich auf den gesunkenen Erdölpreis zurückzuführen.
4. Wenn hier als positiv herausgestellt wird, dass
hugahuga 30.03.2015
,Das Konsumklima ist deshalb derzeit so gut wie seit mehr als 13 Jahren nicht mehr.' - dann ist das ein überaus nachdenklich stimmender Zustand. Impliziert er doch, dass die jetzt in den Konsum fließenden Milliarden - die dazu gedacht waren, die eigene Altersrente auf ein erträgliches Niveau anzuheben- die Alterarmut in der Zukunft verfestigen. Dass diese Politik falsch ist und wir dafür bezahlen, steht für mich außer Frage.
5.
Amadís 30.03.2015
"Heizen und Tanken war nicht mehr ganz so günstig wie zuletzt." Klärt mich mal jemand auf, wann Tanken und Heizen zuletzt günstig war? Hatte da das Staatsoberhaupt noch n Bart? Wenn ja, wie lang war der?
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