Insekten als Lebensmittel Metro verkauft Mehlwurm-Nudeln

Für Feinschmecker hat Metro jetzt eine ganz besondere Neuigkeit: Der Handelskonzern verkauft Nudeln mit Mehlwurm-Mehl - wenn auch nur in einem einzigen Laden. Doch bald soll weiteres Insekten-Food folgen.

Zur Verarbeitung präparierte Buffalo-Mehlwürmer
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Zur Verarbeitung präparierte Buffalo-Mehlwürmer


Seit Anfang dieses Jahres sind Insekten als Lebensmittel in Deutschland zugelassen - nun bringt Metro zum ersten Mal entsprechende Produkte in den Handel. Der Handelskonzern verkauft Nudeln mit Mehlwurm-Mehl, wenn auch vorerst nur in dem Laden "Emmas Enkel" in der Düsseldorfer Metro-Zentrale und zunächst für drei Monate. Die Produkte des Pforzheimer Start-ups Plumentofoods sind zudem nicht ganz billig - eine 250-Gramm-Packung kostet 5,99 Euro.

Damit werde erstmals in Deutschland ein Lebensmittel mit Insektenproteinen in den Handel gebracht, teilte Metro mit. Möglich ist das erst durch eine europäische Verordnung geworden, die Anfang 2018 in Kraft getreten ist und den Umgang mit neuartigen Lebensmitteln etwa auf der Basis von Insekten oder Algen regelt.

Für die Produktion der Nudeln wird ein unter der Bezeichnung "Buffalopulver" aus gefriergetrockneten und gemahlenen Käfer-Larven hergestelltes Mehl mit einem Anteil von zehn Prozent beigemischt. Die Larven stammen aus der Produktion niederländischer Zuchtfarmen. Nach dreiwöchigem Wachstum werden die Würmer dabei komplett verarbeitet. Nudelfreunde haben derzeit die Wahl zwischen den Sorten "Egg-Tagliatelle" und "Spätzle".

Nudeln mit Mehlwurm-Mehl-Anteil
REUTERS

Nudeln mit Mehlwurm-Mehl-Anteil

Mit dem Verkauf von Produkten mit Insekten als nährstoffreiche Proteinalternative sehe sich der Konzern als Vorreiter für neue Lebensmittellösungen, sagte Metro-Manager Fabio Ziemßen. Geplant sind auch weitere Insektenprodukte wie Müslis oder Salat-Croutons.

Dabei ist man sich bei Metro durchaus bewusst, dass die meisten Verbraucher in Deutschland auf Insekten als Lebensmittel mit Ekel reagieren dürften. Dieser soll mit Blindverkostungen überwunden werden. Vor allem junge Leute seien schnell von den Vorzügen des Produkts zu überzeugen, sagte Plumentofoods-Gründer Mohr. Noch immer existierten jedoch Berührungsängste, räumte er ein. So habe der Hersteller der Nudeln die Nennung seines Namens untersagt.

Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass weltweit rund 1900 Insektenarten essbar sind. Ganz oben auf der Speisekarte der rund zwei Milliarden Menschen, die Insekten verzehrten, stünden Käfer, gefolgt von Raupen, Bienen, Wespen, Ameisen, Heuschrecken und Grillen. Unter Experten ist allerdings umstritten, ob Insekten dabei helfen können, die wachsende Weltbevölkerung mit Nahrung zu versorgen.

fdi/dpa



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