Insiderhandel: Wall Street droht riesige Klagewelle

Es ist einer der größten Skandale, den die US-Finanzwelt je erlebt hat: Amerikanische Behörden ermitteln Zeitungsberichten zufolge bereits seit Jahren gegen ein riesiges Netz von Insiderhändlern. Jetzt sollen die ersten Klagen erhoben werden.

Wall-Street-Straßenschild: Untersuchungen richten sich vor allem gegen Goldman Sachs Zur Großansicht
AP

Wall-Street-Straßenschild: Untersuchungen richten sich vor allem gegen Goldman Sachs

New York - Jahrelang haben Staatsanwaltschaft und Bundespolizei in einem der bisher größten Insiderhandel-Skandale der Wall Street ermittelt - jetzt wollen die US-Behörden zugreifen: In den kommenden Wochen sollen die ersten Klagen gegen Händler und Berater der Finanzszene erhoben werden, schreiben das "Wall Street Journal" und die "Washington Post" unter Berufung auf Ermittlungskreise.

Es gehe um etwa drei Dutzend Institute und Firmen, schrieb das "Wall Street Journal" am Wochenende. Die Untersuchungen richteten sich unter anderem gegen Banker der Investmentfirma Goldman Sachs Chart zeigen: Sie stünden unter anderem im Verdacht, heimlich Tipps über bevorstehende Fusionen im Gesundheitsbereich an bestimmte Investoren gegeben zu haben.

Außerdem konzentrierten sich die Ermittlungen auf Berater mit Industrieerfahrung. Diese Analysten-Firmen sollen gegen hohe Gebühren nicht-öffentliche Informationen an Hedgefonds vermittelt haben. In den Ermittlungen habe es bereits erste Anhörungen vor einer Grand Jury in New York gegeben.

Insgesamt geht es dem "Wall Street Journal" zufolge um illegale Gewinne in Höhe von Dutzenden Millionen Dollar aufgrund von Insiderhandel. Die jahrelangen Ermittlungen seien vermutlich die umfangreichsten dieser Art, die jemals in den USA geführt worden seien.

Anmerkung:

In der ursprünglichen Fassung des Artikels hieß es, die Untersuchungen richteten sich insbesondere gegen Banker der Investmentfirma Goldman Sachs. Tatsächlich gehören die Mitarbeiter von Goldman Sachs auch zu denen, gegen die ermittelt wird. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

yes/dpa-AFX

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1. Dutzende Millionen Dollar
ammoniak 22.11.2010
Zitat von sysopEs ist einer der größten Skandale, die die US-Finanzwelt je erlebt hat: Amerikanische Behörden ermitteln Zeitungsberichten zufolge*bereits seit Jahren gegen ein riesiges Netz von Insiderhändlern. Jetzt sollen die ersten Klagen*erhoben werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,730351,00.html
Größter Skandal der Finanzwelt? Wohl eher Peanuts. Nur ein paar kleine Fische, die das "Schutzgeld" nicht bezahlt haben.
2.
Wiedereinaussteiger 22.11.2010
Firmen wie Goldman Sachs sind die Pest. Natürlich haben sie manche Info einen Tick eher. Und "natürlich" nutzen sie die. GS spekuliert notorisch und seit Jahren schon gegen die Volkswirtschaften der Industrienationen. Steigt an der Tanke dein Spritpreis? Kontrakte mit GS. Wird in der Stahlindustrie der Rohstoff Erz knapp? Man suche den Invest-Anteil von GS. Klappt die Sanierung deutscher Firmen nicht? Quer legten sich die Anzugheinis von GS. Sagt einer, er arbeite bei GS, sollte man ihn anspucken und sich in Ekel wegwenden: er ist dein Feind. Er sagt es dir aber nicht, denn er ist schlauer als du. Und das ist er fest entschlossen auszunutzen. Er lächelt. Es ist das Lächeln des Wolfs. Auf Investmentbanker ist der altrömische Spruch gemacht: Homo homini lupus. Nur der Mensch wird dem Menschen noch zum Wolf. Das ganze System des "Investment"-Bankings basiert auf Asymmetrie der Informationen. Wie dumm muss eigentlich eine Strafverfolgungsbehörde sein, um das ERST JETZT zu merken? Hinterher (Prozess) kommt heraus, dass diese Gelddrecksäcke es auch noch schaffften, sich die Gesetze mitsamt Hintertürchen maßzuschneidern: dass all solches Tun voll legal ist, vor dem Hintergrund "freien Handels" und des "freien Spiels der Kräfte". Survivial of the fittest.. Noch dämlicher sind die europäischen Regierungen etc. Die, erst beim Immobilienskandal der HRE, dann bei der griechischen Staatsverschuldung, und nun schon wieder bei den irischen Bäncstern Milliarden Steuergelder raushauen, um solche Heinis rauszuholen. Erst erzählen sie einem, dass das nur Garantien seien.. Dass es ja gar nicht sicher sei, ob die überhaupt gezogen würden - hinterher kommt noch eine und NOCH eine Tranche von vielenvielen Milliarden. Derweilen werden Kindergärten minderausgestattet, Schulspeisung eingeschränkt, die Heizung heruntergedreht, Kürzungen der Sozialetats beschlossen - alles, um den Bancstern den Hintern zu retten? Die dann die Ersten sein werden, die NACH einer Krise sich öffentlich hinstellen und sagen: uns geht's wieder gut? Wie der Ackermann Millionen-Boni einstreichen? Nachdem sie die Asymmetrie früher Infos nutzten, um ihre Dreckspapiere dort abzulagern, wo ihnen anschließend das Mörkl aus der Patsche half? Es sind gar nicht die Bancster, die die Gesetze nutzen. Es sind die Gesetzesmacher, die Politiker und Regierungen, die immer und immer weiter solche schweinischen Spiele dulden und per Nichtbeschließen passender Gesetze fördern. Es sind diese verschlafenen pappnasigen Politiker, die Politik für die Bäncster machen. Die uns nur einen erzählen, nun würden (jetze aber..!..) die wilden Finanzmärkte reguliert. Aber bevor das (am Sankt-Nimmerleinstage) mal gemacht werde, kommt eine Krise nach der anderen - der Steuerzahler zahlt und zahlt - Leistungen werden gemindert. Wir werden betrogen. Systematisch. Täter sind Bäncster wie Lloyd Blankfein. Politiker sind deren Erfüllungsgehilfen.
3. <->
silenced 22.11.2010
Zitat von WiedereinaussteigerFirmen wie Goldman Sachs sind die Pest. Natürlich haben sie manche Info einen Tick eher. Und "natürlich" nutzen sie die. GS spekuliert notorisch und seit Jahren schon gegen die Volkswirtschaften der Industrienationen. Steigt an der Tanke dein Spritpreis? Kontrakte mit GS. Wird in der Stahlindustrie der Rohstoff Erz knapp? Man suche den Invest-Anteil von GS. Klappt die Sanierung deutscher Firmen nicht? Quer legten sich die Anzugheinis von GS. Sagt einer, er arbeite bei GS, sollte man ihn anspucken und sich in Ekel wegwenden: er ist dein Feind. Er sagt es dir aber nicht, denn er ist schlauer als du. Und das ist er fest entschlossen auszunutzen. Er lächelt. Es ist das Lächeln des Wolfs. Auf Investmentbanker ist der altrömische Spruch gemacht: Homo homini lupus. Nur der Mensch wird dem Menschen noch zum Wolf. Das ganze System des "Investment"-Bankings basiert auf Asymmetrie der Informationen. Wie dumm muss eigentlich eine Strafverfolgungsbehörde sein, um das ERST JETZT zu merken? Hinterher (Prozess) kommt heraus, dass diese Gelddrecksäcke es auch noch schaffften, sich die Gesetze mitsamt Hintertürchen maßzuschneidern: dass all solches Tun voll legal ist, vor dem Hintergrund "freien Handels" und des "freien Spiels der Kräfte". Survivial of the fittest.. Noch dämlicher sind die europäischen Regierungen etc. Die, erst beim Immobilienskandal der HRE, dann bei der griechischen Staatsverschuldung, und nun schon wieder bei den irischen Bäncstern Milliarden Steuergelder raushauen, um solche Heinis rauszuholen. Erst erzählen sie einem, dass das nur Garantien seien.. Dass es ja gar nicht sicher sei, ob die überhaupt gezogen würden - hinterher kommt noch eine und NOCH eine Tranche von vielenvielen Milliarden. Derweilen werden Kindergärten minderausgestattet, Schulspeisung eingeschränkt, die Heizung heruntergedreht, Kürzungen der Sozialetats beschlossen - alles, um den Bancstern den Hintern zu retten? Die dann die Ersten sein werden, die NACH einer Krise sich öffentlich hinstellen und sagen: uns geht's wieder gut? Wie der Ackermann Millionen-Boni einstreichen? Nachdem sie die Asymmetrie früher Infos nutzten, um ihre Dreckspapiere dort abzulagern, wo ihnen anschließend das Mörkl aus der Patsche half? Es sind gar nicht die Bancster, die die Gesetze nutzen. Es sind die Gesetzesmacher, die Politiker und Regierungen, die immer und immer weiter solche schweinischen Spiele dulden und per Nichtbeschließen passender Gesetze fördern. Es sind diese verschlafenen pappnasigen Politiker, die Politik für die Bäncster machen. Die uns nur einen erzählen, nun würden (jetze aber..!..) die wilden Finanzmärkte reguliert. Aber bevor das (am Sankt-Nimmerleinstage) mal gemacht werde, kommt eine Krise nach der anderen - der Steuerzahler zahlt und zahlt - Leistungen werden gemindert. Wir werden betrogen. Systematisch. Täter sind Bäncster wie Lloyd Blankfein. Politiker sind deren Erfüllungsgehilfen.
Das ist doch so alt und bekannt wie das Bankgewerbe selbst, nur wird man dumm angeschaut wenn man das öffentlich äußert. Eine Klagewelle wird es nicht geben, evtl. ein Klagewellchen welches unliebsame 'Konkurrenten' beseitigt, aber mehr wird nicht passieren.
4. .
tiklam 22.11.2010
wenn nicht an den börsen mit den angeschlossenen finanzinstituten insiderhandel betrieben wird, ja wo denn dann? ich möchte den sehen, der kein geld setzt, wenn er schon heute die zahlen, die morgen relevant sind, kennt.
5. Faschismus mit Krawatte
dxb 22.11.2010
Zitat von WiedereinaussteigerFirmen wie Goldman Sachs sind die Pest. Natürlich haben sie manche Info einen Tick eher. Und "natürlich" nutzen sie die. GS spekuliert notorisch und seit Jahren schon gegen die Volkswirtschaften der Industrienationen. Steigt an der Tanke dein Spritpreis? Kontrakte mit GS. Wird in der Stahlindustrie der Rohstoff Erz knapp? Man suche den Invest-Anteil von GS. Klappt die Sanierung deutscher Firmen nicht? Quer legten sich die Anzugheinis von GS. Sagt einer, er arbeite bei GS, sollte man ihn anspucken und sich in Ekel wegwenden: er ist dein Feind. Er sagt es dir aber nicht, denn er ist schlauer als du. Und das ist er fest entschlossen auszunutzen. Er lächelt. Es ist das Lächeln des Wolfs. Auf Investmentbanker ist der altrömische Spruch gemacht: Homo homini lupus. Nur der Mensch wird dem Menschen noch zum Wolf. Das ganze System des "Investment"-Bankings basiert auf Asymmetrie der Informationen. Wie dumm muss eigentlich eine Strafverfolgungsbehörde sein, um das ERST JETZT zu merken? Hinterher (Prozess) kommt heraus, dass diese Gelddrecksäcke es auch noch schaffften, sich die Gesetze mitsamt Hintertürchen maßzuschneidern: dass all solches Tun voll legal ist, vor dem Hintergrund "freien Handels" und des "freien Spiels der Kräfte". Survivial of the fittest.. Noch dämlicher sind die europäischen Regierungen etc. Die, erst beim Immobilienskandal der HRE, dann bei der griechischen Staatsverschuldung, und nun schon wieder bei den irischen Bäncstern Milliarden Steuergelder raushauen, um solche Heinis rauszuholen. Erst erzählen sie einem, dass das nur Garantien seien.. Dass es ja gar nicht sicher sei, ob die überhaupt gezogen würden - hinterher kommt noch eine und NOCH eine Tranche von vielenvielen Milliarden. Derweilen werden Kindergärten minderausgestattet, Schulspeisung eingeschränkt, die Heizung heruntergedreht, Kürzungen der Sozialetats beschlossen - alles, um den Bancstern den Hintern zu retten? Die dann die Ersten sein werden, die NACH einer Krise sich öffentlich hinstellen und sagen: uns geht's wieder gut? Wie der Ackermann Millionen-Boni einstreichen? Nachdem sie die Asymmetrie früher Infos nutzten, um ihre Dreckspapiere dort abzulagern, wo ihnen anschließend das Mörkl aus der Patsche half? Es sind gar nicht die Bancster, die die Gesetze nutzen. Es sind die Gesetzesmacher, die Politiker und Regierungen, die immer und immer weiter solche schweinischen Spiele dulden und per Nichtbeschließen passender Gesetze fördern. Es sind diese verschlafenen pappnasigen Politiker, die Politik für die Bäncster machen. Die uns nur einen erzählen, nun würden (jetze aber..!..) die wilden Finanzmärkte reguliert. Aber bevor das (am Sankt-Nimmerleinstage) mal gemacht werde, kommt eine Krise nach der anderen - der Steuerzahler zahlt und zahlt - Leistungen werden gemindert. Wir werden betrogen. Systematisch. Täter sind Bäncster wie Lloyd Blankfein. Politiker sind deren Erfüllungsgehilfen.
Die einfachste und zutreffenste Definition für Faschismus ist "Umumschränkte Herrschaft der Banken und Großkonzerne". Mal mit der aktuellen Situation vergleichen + aktuelle erzeugte Terrorhysterie mit weiterer Einschränkung der Grundrechte + False Flag Operationen und Morde (ganz aktuell z.B. der Fall Uwe Barschel, aber auch zahllose andere, angeblich ungeklärte Todesfälle oder "Selbstmorde"). Fällt Ihnen was auf? Heute kommt der Faschismus mit Krawatte und - wie immer schon - mit Hilfe der Systempresse natürlich.
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Stichwort: Goldman Sachs
Der Chef
Lloyd Blankfein wurde 1954 in der New Yorker Bronx in einfachen Verhältnissen geboren. Mit Hilfe von Stipendien schaffte er ein Harvard-Studium sowie eine Promotion. Nach einer kurzen Tätigkeit als Steuerrechtsanwalt zog es ihn an die Wall Street. Blankfein war Goldhändler in einer Warenhandelsfirma, die von Goldman Sachs übernommen wurde. Es war der Einstieg durch die Hintertür. 2006 hatte Blankfein sich bis zum Sessel des CEO hochgearbeitet. Blankfein, der als selbstironischer Workaholic mit erheblichem Mut zum Risiko gilt, kassierte 2006 einen Rekordbonus - 53,4 Millionen Dollar. 2009 bekam er immerhin noch neun Millionen Dollar.

Geschichte
Ein Deutscher gründete 1869 die Bank: Marcus Goldman war aus dem fränkischen Trappstadt in die Vereinigten Staaten ausgewandert. In einem Einzimmerbüro begann Goldman, mit Schuldscheinen und Wertpapieren für Rohstoffe zu handeln. Als sein Schwiegersohn Samuel Sachs in die Firma eintrat, erhielt die spätere Großbank ihren Namen.
Bedeutung
Goldman Sachs ist die mit Abstand führende unabhängige Investmentbank weltweit. Mit rund 32.500 Mitarbeitern ist die Bank an allen wichtigen Finanzplätzen der Welt vertreten. Hauptsitz ist New York. Wann immer ein wichtiges Geschäft ansteht, ist Goldman Sachs mit ziemlicher Sicherheit dabei. Die Kontakte des Hauses reichen bis hoch in die Politik. So stand der ehemalige US-Finanzminister Henry Paulson zuvor an der Spitze von Goldman Sachs.
Aktuelle Lage
Goldman Sachs ist fast schadenfrei durch die Finanzkrise gekommen. Schon 2009 konnte Goldman Sachs mit einem Gewinn von 13,39 Milliarden Dollar nahtlos an die Rekordzahlen aus der Vorkrisenzeit anknüpfen.
Kritik an der Bank
Goldman Sachs wurde zum bevorzugten Ziel von Bankenkritikern. Grund sind unter anderem die üppigen Gehälter: Die "Goldmänner", wie sie in der Branche genannt werden, gehören zu den Spitzenverdienern in der Finanzwelt. Im Schnitt kassierte jeder Angestellte im vorigen Jahr eine halbe Million Dollar (385.000 Euro). Blankfein etwa kassierte noch 2009 einen Bonus von neun Millionen Dollar. Medien und Politiker stempelten den Bankchef deshalb zum Prototypen des "gierigen Bankers". Sein Satz, dass er nur ein Banker sei, der Gottes Werk verrichte, passte da ins Bild.