Ehingen/Stuttgart - Im Streit um übertragenes Vermögen aus der früheren Drogeriemarktkette Schlecker haben sich Insolvenzverwalter und Familie auf einen Vergleich geeinigt. Die Familie von Anton Schlecker zahlt 10,1 Millionen Euro, wie ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Dienstag mitteilte. "Die Familie hat sich in dieser Sache sehr kooperativ verhalten", sagte er.
Der einstige Drogeriekönig Anton Schlecker soll Geld in Sicherheit gebracht und auf seine Familie übertragen haben. Der Insolvenzverwalter hatte daher darauf gepocht, dass dieses Vermögen zurückgezahlt werden müsse.
In den Monaten nach der Pleite war bekannt geworden, dass der Firmengründer sein zwei Millionen Euro teures Privathaus vor der Insolvenz an seine Frau übertragen hatte. Ein weiteres Grundstück soll an seinen Sohn Lars gegangen sein. Zuletzt stritten sich Verwalter und Familie um Details, etwa die Rückgabe von Geschenken, die Anton Schlecker seinen Enkelkindern vermacht hatte.
Schlecker führte das einstige Drogerieimperium als sogenannter eingetragener Kaufmann, weswegen er mit seinem gesamten Privatvermögen haftet. Insolvenzverwalter Geiwitz durfte daher auf Jahre zurück auch private Finanzströme prüfen.
Die Firma Schlecker musste vor gut einem Jahr, am 23. Januar 2012, Insolvenz anmelden. Inzwischen ist die ehemals größte Drogeriemarktkette Europas weitgehend abgewickelt. Laut einem Sprecher von Insolvenzverwalter Geiwitz konnten bislang zwei Schlecker-Regionallager verkauft werden.
ade/dpa
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