Insolvenz Auch Schlecker-Tochter IhrPlatz ist pleite

650 Filialen, 5800 Mitarbeiter sind betroffen: Auch die Schlecker-Tochter IhrPlatz ist pleite. Das Unternehmen reichte beim Amtsgericht Ulm den Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens ein.

IhrPlatz-Markt in Hannover: Die Schlecker-Tochter soll restrukturiert werden
DPA

IhrPlatz-Markt in Hannover: Die Schlecker-Tochter soll restrukturiert werden


Auch die Schlecker-Tochter IhrPlatz geht in die Insolvenz. Sie habe beim Amtsgericht Ulm einen entsprechenden Antrag eingereicht, sagte ein Schlecker-Sprecher am Donnerstag. Betroffen seien rund 650 Filialen und 5800 Mitarbeiter.

Am Montag hatte Schlecker selbst Insolvenz angemeldet, dabei aber betont, die Tochter IhrPlatz und die Auslandsgeschäfte seien zunächst nicht betroffen.

Nun muss der vorläufige Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz zurückrudern: IhrPlatz befinde sich in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu Schlecker, teilte er am Donnerstag mit. Die Suche nach einer gemeinsamen Lösung sei daher vorteilhaft. Dazu werde es in den kommenden Tagen auch Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat und der Gewerkschaft Ver.di geben.

Insgesamt sind von der Schlecker-Insolvenz inklusive der IhrPlatz-Beschäftigten mehrere zehntausend Mitarbeiter betroffen. Zur Zahl der Filialen macht Schlecker nur zurückhaltende Angaben.

Der Geschäftsbetrieb bei IhrPlatz und Schlecker laufe unverändert weiter, hieß es. Schlecker hatte am Donnerstag den sogenannten Regelbetrieb wieder aufgenommen. Geiwitz und das Management hatten sich am Mittwoch mit dem wichtigsten Gläubiger, der Einkaufsgemeinschaft Markant, geeinigt. Damit sind Warenbestellungen, Lieferungen und Abrechnungen für die Märkte in Deutschland gesichert.

Geiwitz sagte, er sei nach diesem Durchbruch zuversichtlich, auch die Gespräche mit den anderen Lieferanten in den nächsten Tagen positiv abschließen zu können. Ziel des zusammen mit der Familie Schlecker und dem Management erarbeiteten Restrukturierungskonzepts sei weiterhin der Erhalt des Unternehmens sowie eines großen Teils des Filialnetzes und der Arbeitsplätze.

Schlecker will mit seinem Insolvenzantrag einen Großteil der gut 7000 verbliebenen Filialen mit rund 30.000 Arbeitsplätzen retten. IhrPlatz war erst vor im Mai 2005 schon einmal insolvent, hatte sich dann aber in Eigenverwaltung saniert. Damals wurden knapp 2000 Mitarbeiter entlassen und 80 Läden geschlossen. Ende 2007 wurde IhrPlatz von Schlecker übernommen - als eine Art Premium-Tochter.

jul/stk/ssu/dpa/dapd/AFP



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