Insolvenzen Zahl der Firmenpleiten auf niedrigstem Stand seit 15 Jahren

Die robuste Konjunktur rettet vielen Betrieben das Überleben. Laut IW-Berechnung gingen in diesem Jahr so wenige Unternehmen insolvent wie zuletzt 1999. Das nächste Jahr könnte aber härter werden.

  Insolvente  "Abendzeitung" in München: Weniger Unternehmen gingen pleite
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Insolvente "Abendzeitung" in München: Weniger Unternehmen gingen pleite


Köln - Die Zahl der Firmenpleiten ist im ablaufenden Jahr auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren zurückgegangen. 2014 dürften hierzulande voraussichtlich 23.730 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das ergeben Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), über die die "Bild"-Zeitung berichtet.

Das seien neun Prozent weniger als im Vorjahr. Die wirtschaftlichen Schäden summierten sich auf 26,1 Milliarden Euro, den niedrigsten Wert seit gut zehn Jahren. Als Hauptgründe für den Rückgang werden die bessere Eigenkapitalausstattung der Betriebe und die hohe Konsumfreude der Verbraucher genannt. Die starke Binnenkonjunktur mache sich vor allem bei Dienstleistern, dem Handel und in der Bauwirtschaft bemerkbar.

Für das kommende Jahr erwartet der Kreditversicherer Euler Hermes allerdings eine Wende zum Schlechteren: Er sagt wegen einer erwarteten Schwächung des inländischen Konsums und Turbulenzen in der Weltwirtschaft einen leichten Anstieg der Firmenpleiten voraus.

Zahlungsmoral der Deutschen lässt nach

Ein Anstieg der Insolvenzen im Jahr 2015 könnte einen jahrelangen Trend umkehren: In den vergangenen fünf Jahren sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stetig. Ein Grund für den erwarteten Anstieg sei eine gesunkene Zahlungsmoral, sagte Euler-Hermes-Chefökonom Ludovic Subran.

Inzwischen zahlen Schuldner in Deutschland ihre Rechnungen nämlich zögerlicher, beobachtet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Im Durchschnitt waren säumige Schuldner im dritten Quartal dieses Jahres 13,25 Tage in Verzug. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 12,84 Tage.

Euler-Hermes-Ökonom Subran zeigte sich aber zuversichtlich, dass es sich bei der Entwicklung 2015 lediglich um eine "kurzfristige Delle" handele. Bereits im kommenden Jahr rechnet der Experte voraussichtlich wieder mit einer Stabilisierung.

ade/Reuters

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