Insolvenz: Zweitgrößte US-Buchhandelskette gibt auf

Online-Händler, elektronische Bücher, iPad: Die Konkurrenz auf dem Buchmarkt wird immer schärfer. Der amerikanische Buchhändler Borders verlor jetzt den Kampf gegen die Pleite. Auch die Nummer eins der Branche strauchelt.

Tablet-Computer neben Büchern: Gefährliche Konkurrenz Zur Großansicht
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Tablet-Computer neben Büchern: Gefährliche Konkurrenz

New York - Die Suche nach einem rettenden Käufer ist gescheitert: Bis Ende September wird vom US-Buchhändler Borders wahrscheinlich nichts mehr übrig bleiben. Schon am Freitag soll der Ausverkauf der verbliebenen 399 Läden beginnen. Die Pleite der zweitgrößten US-Buchhandelskette kostet voraussichtlich 10.700 Menschen den Job.

"Nachdem sich alle Seiten derart angestrengt haben, stimmt uns diese Entwicklung traurig", sagte Firmenchef Mike Edwards am Firmensitz in Ann Arbor im US-Bundesstaat Michigan. Bis zuletzt hatte das Unternehmen, das im Februar in die Insolvenz geschlittert war, mit einem möglichen Käufer verhandelt - letztlich erfolglos. Der Anfang Juli verkündete Verkauf an die Beteiligungsgesellschaft Najafi, die die Kette fortführen wollte, hatte sich zerschlagen.

Borders hatte bereits Hunderte Filialen dichtgemacht und Tausende Mitarbeiter entlassen. Doch das Sparprogramm und ein Notkredit halfen nicht: Der Umsatz von Borders schrumpfte weiter.

Schuld ist nicht nur die Wirtschaftskrise und die damit verbundene Sparsamkeit vieler Amerikaner, auch der Online-Versand über den Internethändler Amazon setzte Borders zu. Genauso wie der in den USA weit fortgeschrittene Siegeszug der elektronischen Bücher. Die Lesegeräte gehen inzwischen zu Preisen von unter 100 US-Dollar über die Theke, das sind umgerechnet 70 Euro. Auch Apples erfolgreicher Tablet-Computer iPad wird von vielen Menschen zum Bücherlesen genutzt.

Die größte US-Buchhandelskette Barnes & Noble schwächelt ebenfalls und sucht vorsorglich nach einem Käufer. Mittlerweile liegt ein Angebot vor. Eine Pleite von Barnes & Noble hätte noch drastischere Auswirkungen: Zum Unternehmen gehören 700 reguläre Filialen sowie mehr als 600 sogenannte College Bookstores für Studenten.

Borders wurde von den Brüdern Tom und Louis Borders gegründet. Sie eröffneten 1971 in Ann Arbor ihren ersten Buchladen. Die Zahl der Filialen nahm beständig zu - bis auf rund 600 zu Beginn dieses Jahres. In guten Zeiten arbeiteten fast 20.000 Beschäftigte für Borders.

dpa/AFP/nkk

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