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Insolvenzantrag: Skandalfirma Solar Millenium ist pleite

Ein monatelanger Kampf geht zu Ende: Die Erlanger Ökoenergiefirma Solar Millenium hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen hatte sich einen Dauerstreit mit Kurzzeit-Chef Utz Claasen geliefert, zuletzt kamen große Probleme in Spanien und den USA hinzu.

Solar-Anlage in Andalusien: Vergebliche Investorensuche Zur Großansicht
dpa

Solar-Anlage in Andalusien: Vergebliche Investorensuche

Erlangen - "Wir entwickeln die Zukunft", lautet der Slogan von Solar Millenium - doch schon bald dürfte das Unternehmen Geschichte sein. Nach monatelangem Überlebenskampf stellte der Kraftwerksentwickler am Mittwoch beim Amtsgericht Fürth einen Insolvenzantrag. Das teilte die Erlanger Firma am Mittwoch mit.

Solar Millennium begründete den Schritt damit, dass ein wichtiger Vertrag über den Verkauf von US-Projekten nicht abgeschlossen werden konnte. Zwar bestehe weitgehendes Einvernehmen über die Transaktion, auch seien wesentliche Verträge bereits unterzeichnet. Wann aber Geld fließen werde, könne noch nicht sicher bestätigt werden.

Hinzu kommt nach Unternehmensangaben, dass auch intensive Verhandlungen mit Investoren für das Solarkraftwerk Ibersol in Spanien nicht zum Erfolg führten. Der Versuch, das Projekt über einen öffentlichen Fonds zu finanzieren, sei gescheitert. "Beide Transaktionen hätten über den aktuellen Liquiditätsbedarf hinaus Mittel generiert, die die Basis für eine Weiterentwicklung der Gesellschaft gelegt hätten", teilte Solar Millennium mit.

Solar Millennium war bereits in den vergangenen Monaten immer wieder in die Schlagzeilen geraten. So forderte Ex-Vorstandchef Utz Claasen, der nur 74 Tage im Amt war, Schadensersatz vom Unternehmen. Mitte September legte Firmengründer Hannes Kuhn sein Mandat als Aufsichtsrat nieder, kurz darauf trat auch Vorstandschef Christoph Wolff ab.

Die Solar Millennium Chart zeigen-Aktie fiel bis zum Nachmittag um gut neun Prozent. Nach massiven Kursverlusten in den vergangenen Monaten waren Papiere des Unternehmens damit zuletzt nur noch rund 99 Cent wert. Die Papiere anderer Solarunternehmen reagierten auf den Insolvenzantrag dagegen nur mit leichten Verlusten: Die Titel von Q-Cells verloren 1,2 Prozent, die von Solarworld Chart zeigen büßten 0,8 Prozent ein.

dab/Reuters/dpad/AFP

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insgesamt 81 Beiträge
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1. Signals
rudolf_mendt 21.12.2011
Na, da scheinen mal wieder die Superexperten am Werk gewesen zu sein. Obwohl..... mit Utzi wär das garaniert nicht passiert. Hoffentlich sehen wir ihn bald wieder.
2. Schneeballsystem?
emden09 21.12.2011
Zitat von sysopEin monatelanger Kampf geht zu Ende: Die Erlanger*Ökoenergiefirma Solar Millenium hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen hatte sich einen Dauerstreit mit Kurzzeit-Chef Utz Claasen geliefert, zuletzt kamen große Probleme in Spanien und den USA hinzu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,805177,00.html
Ich lese das doch richtig: So (wie oben zitiert) umschrieb man bisher immer mit betrügerischer Absicht eingefädelte Schneeballsysteme - oder?
3. Wirtschafts- Politverbrechen
mischpot 21.12.2011
Wieviel Subventionen hat Solar Millenium erhalten? Von welcher Instituion genehmigt? Welche Politiker waren in die Subventionsgebung verwickelt? Warum hat Claasen damit eine Stiftung gegründet, wegen steuerlicher Vorteile? Solar-Millennium-Streit: Utz Claassen will Millionenabfindung stiften - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,783072,00.html) Schmierentheater auf Volkes Kosten? Meines Erachtens gehört den führenden Ex und derzeitigen Personen die mit Solar Millenium etwas zu tun haben oder hatten der Prozess gemacht. Wetten dass nichts passiert weil wir in einem korrupten Land leben. Beim Bundespräsidenten angefangen.
4. Nachhaltig?
prophet46 21.12.2011
Zitat von sysopEin monatelanger Kampf geht zu Ende: Die Erlanger*Ökoenergiefirma Solar Millenium hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen hatte sich einen Dauerstreit mit Kurzzeit-Chef Utz Claasen geliefert, zuletzt kamen große Probleme in Spanien und den USA hinzu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,805177,00.html
'Sind da die neuen Superarbeitsplätze, die Rot-Grün mit ihrer Politik geschaffen hat, hoch subventioniert versteht sich? Von diesen Ökounternehmen werden einige noch den Bach runter gehen.
5. ein beispiel aus den USA...
texas_star 21.12.2011
Zitat von prophet46'Sind da die neuen Superarbeitsplätze, die Rot-Grün mit ihrer Politik geschaffen hat, hoch subventioniert versteht sich? Von diesen Ökounternehmen werden einige noch den Bach runter gehen.
die solarfirma "solyndra".... hat ueber $500 millionen dollar an staatlichen subventionen erhalten und ist dann pleite gegangen. jetzt wird aktuell diskutiert wieviele monatsgehaelter (!) abfindungen die mitarbeiter bekommen wuerden. ein witz. in einem normalen unternehmen bekommt das gross der mitarbeiter NULL abfindung... eventuell noch 2-4 wochen lohnfortzahlung, das wars. aber hauptsache "green jobs". die schlimme sache bei "solyndra" war ja, dass die firma schon vor den subventionszahlungen grosse probleme hatte und "neutrale" geldgeber keinen cent in das unternehmen gesteckt haetten....
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