Prognose für 2013: Hunderttausende Jobs durch Pleiten bedroht

Experten sehen im kommenden Jahr 350.000 Jobs in Deutschland durch Firmenpleiten bedroht. Vor allem kleinen Betrieben wie Kurierdiensten, Abbruchunternehmen und Kneipen droht demnach die Zahlungsunfähigkeit.

Geschlossene Kasse bei Schlecker: Zahl der Insolvenzen dürfte steigen Zur Großansicht
dapd

Geschlossene Kasse bei Schlecker: Zahl der Insolvenzen dürfte steigen

Frankfurt am Main - Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform sagt für 2013 eine steigende Zahl von Firmenpleiten voraus. Etwa 30.500 Firmen droht demnach im kommenden Jahr die Zahlungsunfähigkeit. Für das laufende Jahr rechnet Creditreform trotz spektakulärer Großpleiten wie Schlecker und Neckermann mit der niedrigsten Zahl von Insolvenzen seit 2007. Bis Jahresende seien es 29.500 betroffene Betriebe.

Weil jedoch so große Firmen darunter sind, entsteht enormer Schaden für den Staat und andere Gläubiger. Deren Verluste haben sich in diesem Jahr laut Creditreform mit 38,5 Milliarden Euro fast verdoppelt.

"Die Schleifspuren der europäischen Staatsschuldenkrise machen sich auch bei den Insolvenzen bemerkbar", sagte Creditreform-Vorstand Helmut Rödl. Erfahrungsgemäß zögen Großinsolvenzen im folgenden Jahr mehrere kleinere und mittlere Firmen mit in die Pleite. Wie in diesem Jahr rechnet Creditreform auch für 2013 damit, dass rund 350.000 Beschäftigte von einer Pleite ihrer Firma betroffen sein werden. Die Schätzung ist aber weit von den Spitzenwerten aus früheren Jahren entfernt, als teilweise mehr als eine halbe Million Mitarbeiter von Firmeninsolvenzen betroffen waren. Dabei fallen aber längst nicht automatisch alle Arbeitsplätze weg: Viele können durch eine Sanierung oder eine Auffanglösung erhalten werden.

Am anfälligsten für Pleiten sind laut Creditreform Kurierdienste, Abbruchunternehmen, Discotheken, Videotheken und Eckkneipen. Sorgen machen der Auskunftei die Verbraucherinsolvenzen: Ihre Zahl dürfte in diesem Jahr zwar um 1,7 Prozent auf 101.500 sinken, 2013 könnten es aber mehr werden. "Die Überschuldung der privaten Haushalte hat zugenommen", sagte Rödl. 6,6 Millionen Verbraucher könnten Ansprüche ihrer Gläubiger nicht erfüllen, bis zu 3,8 Millionen davon seien in einer sehr prekären Lage.

Schuldenberater rieten ihren Kunden, mit der Anmeldung der Privatinsolvenz bis Januar zu warten, weil dann die Bedingungen für die Restschuldbefreiung gelockert werden, sagte Rödl. Wer ab 2013 Insolvenz anmeldet, muss nur noch drei statt sechs Jahre "Wohlverhalten" zeigen und zumindest 25 Prozent seiner Schulden abstottern, um die Restschuld erlassen zu bekommen.

mmq/Reuters/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Wo?
CHANGE-WECHSEL 29.11.2012
Zitat von sysopExperten sehen im kommenden Jahr 350.000 Jobs in Deutschland durch Firmenpleiten bedroht. Vor allem kleinen Betrieben wie Kurierdiensten, Abbruchunternehmen und Kneipen droht demnach die Zahlungsunfähigkeit. Insolvenzen könnten 2013 Jobs bedrohen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/insolvenzen-koennten-2013-jobs-bedrohen-a-870064.html)
Der Kapitalismus funktioniert eben nicht!!! Der Kapitalismus ist ein Spiel wie das Spiel Monopoly. Und jedes Spiel ist mal zu Ende. Der Kapitalismus funktioniert nur so lange sich arme Menschen noch mehr verschulden und Reiche dadurch reicher werden. Wenn sich niemand mehr verschuldet kollabiert das System. Doch warum sollten sich Menschen verschulden, nur damit es anderen dadurch besser geht? Der Kapitalismus verstößt gegen den Gleichheitsgrundsatz!
2. Eine Pleite ist nicht das Ende!
JaguarCat 29.11.2012
Zitat von CHANGE-WECHSELDer Kapitalismus funktioniert eben nicht!!!
Insolvenzen sind Teil des Kapitalismus. Genauso, wie Werden und Vergehen Teil der Natur ist. Gehen Sie mal in den Wald: Bäume wachsen, werden immer größer. Aber irgendwann erwischt es selbst die größte und stolzeste Eiche. Und selbst Mammutbäume leben nicht ewig, selbst, wenn viele der heute ausgewachsenen Exemplare schon zur Zeit Jesus Christus auf Erden waren. Aber nach 3000 Jahren ist dann auch für die "tapfersten" Mammutbäume Schluss. Und so ist es halt auch in der Wirtschaft. Ein Unternehmen funktioniert ein paar Jahre gut, und später ist es dann ein anderes, das gut funktioniert. Klar, traurig für die Investoren, die ihr Kapital verlieren, und die Angestellten, die sich einen neuen Job suchen müssen. Aber Veränderung ist nunmal Teil des Lebens.
3. vielleicht
Broeselbub 29.11.2012
gibt es noch zu wenig Minilohnempfänger. Also streut man ein grauenhaftes Szenarium in die Welt und die Arbeitnehmer verzichten mal wieder auf Lohnerhöhungen, Urlaubs-und Weihnachtgeld. Dann verdienen die Unternehmen statt x Millarden xx Milliarden mehr. Das ist halt Politik von den Schwarzen und den Gelben.
4.
acitapple 29.11.2012
Zitat von CHANGE-WECHSELDer Kapitalismus funktioniert eben nicht!!! Der Kapitalismus ist ein Spiel wie das Spiel .......
sie MÜSSEN keine schulden machen. sie können ihren verdienst sparen statt über ihre verhältnisse zu konsumiern, das geht wirklich.
5.
16n64 29.11.2012
Zitat von CHANGE-WECHSELDer Kapitalismus funktioniert eben nicht!!! Der Kapitalismus ist ein Spiel wie das Spiel Monopoly. Und jedes Spiel ist mal zu Ende. Der Kapitalismus funktioniert nur so lange sich arme......
Sie irren in mehrfacher Hinsicht. Erstmal können Sie heute mehr als zu irgendeiner anderen Zeit nur einer guten Idee und minimalem Kapital etwas erreichen, der Kapitalismus ist längst nicht so dominant wie früher. Dann hat Kapitalismus nichts, aber auch garnichts damit zu tun, dass sich Menschen verschulden. Seien Sie ehrlich, Sie können es nicht vertragen dass andere mehr haben als Sie, schuld an jeglicher Misere sind natürlich immer die bösen Reichen, Kapitalisten usw. - ist ja so einfach, glaubhaft und schafft ein herrliches Gemeinschaftsgefühl im Ghetto.
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