Firmeninsolvenzen Kreditversicherer sagt Pleitewelle in China voraus

Weltweit dürfte 2019 die Zahl der Firmenpleiten erneut steigen. Laut Prognose des Kreditversicherers Euler Hermes wäre China besonders betroffen. Deutschland könnte dagegen glimpflich davonkommen.

Einkaufscenter in China
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"Die fetten Jahre sind vorbei, die weltweite Konjunktur schwächelt." So fasst der Kreditversicherer Euler Hermes die globale Situation zusammen. Dem Unternehmen zufolge wird die Zahl der weltweiten Firmenpleiten 2019 bereits das dritte Jahr in Folge steigen. Sie dürfte um sechs Prozent zunehmen, heißt es in der Insolvenzstudie von Euler Hermes. In zwei von drei Ländern sei mit einem Anstieg zu rechnen.

"Viele Länder wachsen langsamer, als es notwendig wäre, um die Insolvenzen stabil zu halten", sagte Euler-Hermes-Chefvolkswirt Ludovic Subran. Besonders betroffen ist demnach China. Dort erwarten die Experten im laufenden Jahr eine weitere Pleitewelle und sagen einen Anstieg der Fälle um 20 Prozent voraus. 2018 hatten sie eine Zunahme um rund 60 Prozent registriert. Das Wachstum der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft fiel im vergangenen Jahr mit 6,6 Prozent so gering aus wie seit 28 Jahren nicht mehr.

In Westeuropa sollen die Insolvenzen laut Euler Hermes um voraussichtlich drei Prozent zulegen. Haupttreiber bleibt demnach wegen der Brexit-Unsicherheit Großbritannien. Aber auch in Frankreich, Spanien und Italien dürften mehr Geschäfte aufgeben. Dagegen wird für Deutschland, die USA und die Niederlande eine Stagnation erwartet.

Wachstum und Nachfrage reichten in vielen Ländern und bei zahlreichen Unternehmen nicht mehr aus, um Produktions- und Finanzierungskosten oder Investitionen im Zuge eines Strukturwandels zu decken, hieß es.

"Weitere Gründe sind das Ende des leichten Geldes, eine historisch hohe Verschuldung von Unternehmen, neue Insolvenzregeln oder, wie in China, die wesentlich größere Bereitschaft, Insolvenzverfahren auch anzuwenden", sagt Chefvolkswirt Subran. Zudem gebe es eine "Extraportion" Insolvenzen in den Ländern, in denen in den vergangenen Jahren Neugründungen stark angestiegen seien. "Viele dieser jungen Firmen schaffen es nicht."

mmq/Reuters



insgesamt 11 Beiträge
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mischamai 23.01.2019
1. populistischer Quatsch
Schon seit Jahren zeigt China nur eine Richtung, die nach oben. China steckt voller Innovationen und ist wirtschaftlich auf dem richtigen Weg. Wer hier glaubt man könne diesem Land seine Wirtschaftskraft in Frage stellen hat einfach nicht verstanden.
nachdenklich1 23.01.2019
2. Pleitewelle China?
hier unterschätzt man den Staatskapitalismus. Wer Pleite geht hängt davon ab, ob jemand sein Geld wieder einfordert oder einen neuen günstigen Kredit bekommt. Für den Staat in China ist der Smog ein sehr wichtiges Ziel. Also kann man über über den Geldhahn Umweltsünder abwickeln= planmäßig Pleite gehen lassen. Meiner Erinnerung nach wurden 2017 so 1000 Umweltsünderbetriebe und Kohlekraftwerke abgewickelt. Eigentlich logisch und vernünftig, bei SPON klingt es aber wieder wie Chinabashing = Seht in China kommt die Pleitewelle....
banjo1071 23.01.2019
3.
Zitat von mischamaiSchon seit Jahren zeigt China nur eine Richtung, die nach oben. China steckt voller Innovationen und ist wirtschaftlich auf dem richtigen Weg. Wer hier glaubt man könne diesem Land seine Wirtschaftskraft in Frage stellen hat einfach nicht verstanden.
Absolut so. Das Wachstum hat sicherlich sein Grenzen irgendwann, aber nicht so bald. Leider eben auf auf Kosten von Umwelt und Menschen. Aber das tut der Artikel auch gar nicht. Nur ist es ist einfach Logisch: Viele neue Firmen=viele neue Insolvenzen. Und in China wird halt aktuell auf Teufel komm raus gegründet, häufig mit recht wenig Eigenkapital. Das da welche auf der Strecke bleiben, ist ganz normal......
muellerthomas 23.01.2019
4.
Zitat von mischamaiSchon seit Jahren zeigt China nur eine Richtung, die nach oben. China steckt voller Innovationen und ist wirtschaftlich auf dem richtigen Weg. Wer hier glaubt man könne diesem Land seine Wirtschaftskraft in Frage stellen hat einfach nicht verstanden.
Niemand stellt Chinas Wirtschaftskraft in Frage - es wird lediglich erwartet, dass die Zahl der Insolvenzen steigen wird.
dhvenus 23.01.2019
5. Hahahaha
Wenn das wirklich eintreten sollte, lach ich mich tot. Ich erinnere mich vor Jahren, wie viele Dokus gezeigt wurden, wie Irland gute wirtschaftliche Entwicklung hinlegte, und alles so gut, und die hängen alle anderen in Europa ab. Und am Ende eine riesengroße Blase gewesen. Dass mit China so ähnlich ergehen könnte, ist mir gar nicht so abwegig. Nur in vieeel größeren Dimension. Heute sehe ich in Medien das gleiche, wie damals mit Irland. Nur mit den bitteren Beigeschmack, die Medien versuchen uns suggerieren, "seht her, was die Chinesen können, und passt bloß auf, denn die haben uns schon längst überholt". Es wurde letztens sogar schon diskutiert, dass wir deren gesellschaftlichen System übernehmen werden mit den ganzen Überwachung und etc.. Ich sehe aber, dass heute sind wir hier genauso mit der ganzen China Müll überflutet, wie vor Jahren, und womit ich versuche so gut wie nur möglich nichts zu tun haben. Wenn ich was entdecke, dass was aus China importiert worden ist, lass ich es liegen. OK, ich weiß, viele Produkte beinhalten bereits chinesische Teile,, worauf am Ende Made in Germany steht. Aber immerhin, wird die Qualität nach anderen Maßstäbe gebaut. Die 99 Prozent der Chinesen sind Sklave des eigenen Strebens. Mit hohe Wahrscheinlichkeit wird das so nicht bestehen bleiben. Wetten?
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