Hamburg - Es läuft nicht gut für die DAK. Die drittgrößte Krankenkasse in Deutschland kämpft mit sinkenden Mitgliederzahlen, zudem zahlen viele Kunden nicht den neuen Zusatzbeitrag.
Dennoch sieht die DAK nach eigenen Angaben keinen Anlass, ihren Zusatzbeitrag zu erhöhen. Das stellte die Krankenkasse am Freitag klar. Auch das Bundesversicherungsamt (BVA) teilte mit, es sehe derzeit keinen Grund, wegen der Finanzlage der Kasse einzugreifen. Sie sei weder von Insolvenz bedroht noch aufgefordert worden, ihren Zusatzbeitrag anzuheben. Die DAK habe einen Haushaltsplan vorgelegt, der einen Aufbau der notwendigen Rücklagen vorsehe. Dieser Haushaltsplan sei von der Aufsicht nicht beanstandet worden.
Mit den Aussagen reagierten DAK und BVA auf einen Bericht der "Financial Times Deutschland" ("FTD"). Demnach hatte die Aufsicht auf einen Personalabbau und notfalls auch auf eine Erhöhung des Zusatzbeitrags gedrungen, um eine mögliche Insolvenz abzuwenden. DAK-Mitglieder zahlen derzeit einen Zusatzbeitrag von acht Euro im Monat.
Dem Zeitungsbericht zufolge ist die DAK in einer prekären Lage. Zum Jahresende 2010 betrugen ihre Rücklagen laut internen Unterlagen der Ersatzkassen, aus denen die "FTD" zitiert, nur noch knapp 33 Millionen Euro. Nach den gesetzlichen Vorgaben müssten die Reserven aber bei gut 352 Millionen Euro liegen.
Der massenhafte Mitgliederexodus seit dem Frühjahr 2010, als die Kasse den Zusatzbeitrag von acht Euro pro Monat einführte, hatte die Lage laut "FTD" dramatisch verschärft. Allein im Jahr 2010 verlor die DAK nach eigenen Angaben rund 300.000 Mitglieder, in den beiden ersten Monaten 2011 kehrten noch einmal knapp 35.000 Mitglieder der Kasse den Rücken. Derzeit zählt die DAK noch rund 4,5 Millionen Mitglieder und mehr als sechs Millionen Versicherte.
dab/AFP
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