Insolvenzverfahren Fluggesellschaft Hamburg International ist pleite

Die Urlauber-Airline hatte große Pläne: Noch im März stellte Hamburg International Passagierzuwächse und Gewinne in Aussicht. Jetzt musste das Unternehmen beim Amtsgericht Insolvenz beantragen.

Hamburg-International-Maschine am Flughafen Hamburg: Reisende werden umgebucht
dapd

Hamburg-International-Maschine am Flughafen Hamburg: Reisende werden umgebucht


Hamburg - Die Fluggesellschaft Hamburg International hat am Dienstag beim Amtsgericht Hamburg Insolvenzantrag gestellt. Die 1998 in Hamburg gegründete Charter-Fluggesellschaft beschäftigt rund 320 Mitarbeiter und betreibt eine Flotte von acht geleasten Airbus A319 und einer Boeing 737. Im vergangenen Jahr flogen 875.000 Passagiere mit der Airline, der Umsatz betrug 130 Millionen Euro.

Bislang sei es gelungen, alle Passagiere an ihre Ziele zu bringen, teilte das Unternehmen mit. Das Amtsgericht Hamburg bestellte einen vorläufigen Insolvenzverwalter. Begonnene Gespräche mit möglichen Investoren sollen fortgesetzt werden. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind laut Hamburg International durch die Agentur für Arbeit für maximal drei Monate gesichert.

Noch im März hatte Geschäftsführer Christoph von Saldern in Hamburg von einer guten Geschäftsentwicklung gesprochen. Für das laufende Jahr peilte er knapp eine Million Passagiere an, im Jahr 2009 sei Gewinn gemacht worden. Hamburg International bedient viele touristische Ziele in der Türkei, fliegt aber auch nach Mallorca und Gran Canaria. Die Fluglinie fliegt von neun deutschen Flughäfen die Urlaubsziele an.

Das Reiseunternehmen TUI teilte mit, dass alle Reisenden mit anderen Gesellschaften befördert werden können. Auch der Reiseveranstalter Thomas Cook gab Entwarnung. In der Regel sollen die Kunden von den geplanten Flughäfen starten, nur bei den Flugzeiten komme es möglicherweise zu Abweichungen. Betroffen seien bis Ende Oktober rund 50 Flugverbindungen Richtung Mallorca, Kanaren und Griechenland.

fdi/dpa

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