Interesse aus Fernost Chinesische Bank prüft WestLB-Kauf

Die WestLB muss auf Druck der EU-Kommission bis Ende 2011 einen neuen Eigner finden. Einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge gehört eine chinesische Staatsbank zu den Kaufinteressenten. Das Land will die Schwäche in Europa ausnutzen, um mit seinem Geld an Einfluss zu gewinnen.

Flaggen der WestLB: Chinesisches Geldinstitut soll an maroder Landesbank interessiert sein
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Flaggen der WestLB: Chinesisches Geldinstitut soll an maroder Landesbank interessiert sein


Düsseldorf - Der geplante WestLB-Verkauf lockt offenbar auch Interessenten aus Fernost an. "Zum Bieterkreis zählen neben den Finanzinvestoren auch einige wenige Kreditinstitute, darunter auch eine chinesische Bank", zitiert das "Handelsblatt" Insider. Die Asiaten seien an der Gesamtbank interessiert und nicht nur an Konzernteilen.

Die strategische Stoßrichtung der Chinesen ziele auf die Handels-, Rohstoff- und Projektfinanzierung, hieß es. Diese Segmente hätten "einen ganz hohen Stellenwert". Ein WestLB-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

China nutzt die Schwächen in Europa aus, um mit seinem Geld an Einfluss zu gewinnen. Erst kürzlich hatte die China Development Bank der HSH Nordbank einen Kredit von 500 Millionen Dollar gewährt. Die HSH Nordbank hatte außerdem erklärt, dass chinesische Banken bei ihr auch als Investoren in Frage kämen. China hatte bereits Griechenland zugesichert, seine Staatsanleihen zu kaufen.

Trotz der Hoffnungen auf einen ausländischen Käufer gilt der Zeitung zufolge der Verkauf der WestLB als schwierig. Mit konkreteren Angeboten werde im Januar 2011 gerechnet.

Die Landesbank muss auf Druck der EU-Kommission bis Ende 2011 neue Eigner finden. Die Brüsseler Wettbewerbshüter wollen verhindern, dass milliardenschwere öffentliche Hilfen an die WestLB die Bedingungen am Markt verzerren.

Neue Eigner für die WestLB sucht der ehemalige CDU-Finanzexperte Friedrich Merz. Er betont immer wieder, es gebe "robustes Interesse" auch von strategischen Investoren aus dem Ausland an der WestLB. Parallel zum Verkaufsprozess versuchen die Eigner der WestLB - das Land und die NRW-Sparkassenverbände - auch eine Lösung im Lager der Landesbanken für die WestLB auszuloten. Nach den geplatzten Gesprächen mit der BayernLB sieht NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft dafür aber nur noch geringe Chancen.

wit/Reuters/dpa/dapd



insgesamt 6 Beiträge
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blob123y 14.12.2010
1. Ich glaube die Meisten wuerden diese
Aparartschikbankroteurebank nicht mal geschenkt nehmen. Die Chinesen haben offensichtlich zu viel Geld und werden leichtsinnig.
localpatriot 14.12.2010
2. Neuer Besitzer -
Zitat von sysopDie WestLB muss auf Druck der EU-Kommission bis Ende 2011 einen neuen Eigner finden. Einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge gehört eine chinesische Staatsbank zu den Kaufinteressenten. Das Land will die Schwäche in Europa ausnutzen, um mit seinem Geld an Einfluss zu gewinnen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,734537,00.html
Das ist doch toll. Von einem Staatsbesitz in den anderen. Das gute daran ist dass die Chinesische Regierung viel Geld hat. Nur eines: Nicht nur die guten Schulden verkaufen, sondern auch die Darlehen an miese Kunden wie Griechenland, Irland usw.
Erlendur 14.12.2010
3. Keine Überraschung
Mal im Ernst, eigentlich ist das die einzig logische Konsequenz. Ein strategischer Investor, der über die Lizenz einer Landesbank nicht nur den Eintritt auf den deutschen Markt, sondern auch in internationales Geschäft erreichen kann - dazu braucht es nicht viel Phantasie. Neben China hätte ich mir da ebenso gut einen Investor aus Qatar, UAE oder auch Singapur vorstellen können. Wer weiß, vielleicht kommen von da ja auch Interessenten? Die Bereiche, in denen die WestLB international durchaus einen guten Namen erworben hat, sind in dem Bericht genannt. Da gibt es keine einzige chinesische Bank, die bislang die Marktposition einer WestLB erreicht hat. Und auch das Geschäft mit deutschen Firmenkunden mal auszuspionieren, kann wichtige Erkenntnisse nach Peking liefern. Warum also nicht? Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Chinesen auch hier wieder einmal sehr geschickt taktieren und sich die Deutschen - diesmal nicht nur in Gestalt einer orientierungslosen Bundes- und Landespolitik, sondern auch in Form der zaudernden Sparkassenverbände - die Butter vom Brot nehmen lassen könnten. HSH, WestLB, wer noch? Daraus schnürt man ein neues Bänkchen und macht es mal eben allen deutschen Politikern vor, wie man Landesbanken konsolidiert. Dann sitzt man hierzulande noch Jahre auf den Altlasten in der Bad Bank und die "gesunde" Kernbank zahlt Dividende ins Reich der Mitte...
Holzhausbau 14.12.2010
4. Eu
Zitat von sysopDie WestLB muss auf Druck der EU-Kommission bis Ende 2011 einen neuen Eigner finden. Einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge gehört eine chinesische Staatsbank zu den Kaufinteressenten. Das Land will die Schwäche in Europa ausnutzen, um mit seinem Geld an Einfluss zu gewinnen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,734537,00.html
"Auf Druck der EU-Kommission ..." muß die West-LB verkauft werden. Aha, die EU-Kommission ist wohl besorgt, dass D nicht mehr genug Kohle zur EU-Staaten-Rettung hat, wenn die West-LB unterstützt werden muss. Dass China einen weiteren Fuß in der Tür hat ist wohl auch gewollt - denn unsere Löhne sind auf China-Niveau gebracht worden - damit alles glatt läuft, wenn China die EU kauft - muß man nichts mehr angleichen. Prima!
SpieFo, 14.12.2010
5. Die EU ist das "Dümmste anzunehmende
Zitat von blob123yAparartschikbankroteurebank nicht mal geschenkt nehmen. Die Chinesen haben offensichtlich zu viel Geld und werden leichtsinnig.
politische Gebilde" auf diesem Planeten. Jeder politisch einigermaßen gebildete wird mir zustimmen müssen. Was unser Dilletantenstadel die letzten Jahre mit der EU-Erweiterung, der Euro-Einführung, den Mastricht- und Lissabon-Verträgen angerichtet hat, ist jetzt schier ungeniesbar geworden. Nun gut, wie immer, die Rechnung wird am Schluß präsentiert. Spätestens seit der Griechenland-Krise hat der Ausverkauf der EU begonnen. Deutschland wird die Verschuldung der EU nicht stemmen können, auch nicht China. Aber für die Chinese wäre die Übernahe der WestLB ein gefundenes Fresse. Ein perfekter Einstieg in die und Teilhabe an der Innenwelt der EU-Finanzen. Ja dümmer könnte man einem Mitbewerber/Konkurrenten nicht Zugang zum eigenen Geschäftsmodell und zu den Entscheidungskreisen bieten, am Ende noch für leu, dankbar, daß irgend jemand einem diese Schulden abgenommen hat. Der Preis wäre für die langfristig und strategisch denkenden Chinesen ohne Belang, die "Rendite" läge auf anderen Gebieten. Leichtsinnig wäre das auf keinen Fall. Leichsinnig ist die "Räterepublik" EU und deren Wirtschaftslobbyisten. Wir können doch zusehen, wie die EU-Bürger im wahrsten Sinne des Wortes "verkauft" werden. [Mappus kauft ohne Kabinettsbeschluß und ohne parlamentarische Zustimmung die EnBW. Wo sind wir eigentlich??? Ich dachte, wir hätten den Feudalismus lange schon abgeschafft?]
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