Interner Zinssatz Großbanken sollen getrickst haben

Finanzaufseher gehen laut einem Bericht der "Financial Times" Manipulationsvorwürfen bei Großbanken nach. Sie stehen unter Verdacht, einen für ihre Refinanzierung wichtigen Zinssatz schöngerechnet zu haben. Auch die WestLB soll ins Visier der Behörden geraten sein.


Hamburg - Er ist einer der wichtigsten Gradmesser für das gegenseitige Vertrauen von Banken: Der Libor (Abkürzung für: London Interbank Offered Rate) ist jener Zinssatz, zu dem sich Finanzinstitute gegenseitig Geld leihen. In der Finanzkrise galt er als "Fieberthermometer" für die Situation der Branche.

Nun bringt der Libor Großbanken in Bedrängnis. Laut einem Bericht der "Financial Times" (FT) stehen einige Institute unter Verdacht, den Zinssatz manipuliert zu haben. Aufsichtsbehörden in den USA, Japan und Großbritannien untersuchen demnach den Fall. Außer der UBS Chart zeigen hätten die Bank of America Chart zeigen, Citigroup Chart zeigen und Barclays Chart zeigen bereits Vorladungen der Finanzaufsichtsbehörden erhalten.

Auch von der deutschen WestLB wollten Ermittler laut "FT" bereits Informationen. Die Landesbank erklärte gegenüber der Zeitung, sie habe keine Vorladung bekommen. Die meisten übrigen Institute lehnten ebenso wie die Aufsichtsbehörden eine Stellungnahme ab. Die UBS allerdings hatte bereits eingeräumt, dass sie im Zusammenhang mit den Ermittlungen eine Vorladung der amerikanischen Börsenaufsicht SEC erhalten haben.

Im Raum steht der Verdacht, dass die Institute bei der Berechnung des Libor ihre eigenen Zinskosten zu niedrig angaben. Damit hätten sie sich kollektiv günstiger refinanzieren können und wären nicht in den Verdacht geraten, ihre Kosten für die Geldleihe seien gestiegen.

Das Libor-Verfahren ist seit jeher umstritten. Fachleuten zufolge muss eine Bank mit großem Refinanzierungsbedarf daran interessiert sein, dass der Zinssatz niedrig ist. In dem Zeitraum, auf den sich die aktuellen Vorwürfe beziehen, waren 16 Banken an der Ermittlung des Libor beteiligt, darunter außer der WestLB auch die Deutsche Bank Chart zeigen.

dab/dpa-AFX/Reuters

insgesamt 3 Beiträge
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fatherted98 17.03.2011
1. Da...
...ist der Ausdruck Bankster ja noch geschmeichelt. Was sind das eigentlich für Leute die in den Landesbanken solche Sachen machen? Man gewinnt den Eindruck das kriminelle Energie hier noch untertrieben ist.
frubi 17.03.2011
2. .
Zitat von sysopFinanzaufseher gehen laut einem Bericht der "Financial Times"*Manipulationsvorwürfen bei Großbanken nach. Demnach stehen mehrere Institute unter Verdacht, einen für*ihre Refinanzierung wichtigen Zinssatz schöngerechnet zu haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,751522,00.html
Nein. Banken bescheissen? Wo gibt es denn sowas?
Wolfes74 17.03.2011
3. Diese Worte reichen
"Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank." Bertolt Brecht
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