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Internet-Einkäufe: Plastikgeld-Betrug verursacht Schaden in Milliardenhöhe

EZB-Vize Vitor Constancio (Archivbild): "Wachsam bleiben" Zur Großansicht
REUTERS

EZB-Vize Vitor Constancio (Archivbild): "Wachsam bleiben"

Im Euro-Raum nimmt der Betrug mit EC- und Kreditkarten zu - und verursacht einen Schaden in Milliardenhöhe. Ein Großteil der Fälle geht auf Bezahlvorgänge im Internet zurück. Besonders drei Länder sind von den Delikten betroffen.

Frankfurt am Main - Einkäufe im Internet locken zunehmend Kreditkartenbetrüger an. Im Jahr 2012 sei der Betrug mit Kredit- und EC-Karten im europäischen Zahlungsraum erstmals seit vier Jahren wieder angestiegen, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) mit. Der Schaden betrug demnach insgesamt 1,33 Milliarden Euro.

"Die Daten zeigen, dass wir wachsam gegenüber Kartenmissbrauch bleiben müssen", erklärte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio. Es müsse mehr für die Sicherheit von Zahlungen vor allem im Internet getan werden.

Die aktuellen Zahlen bedeuten zwar ein Plus von fast 15 Prozent im Vergleich zum Jahr 2011, es handelt sich aber nach wie vor lediglich um einen Bruchteil der Summe aller ausgeführten Transaktionen. Laut EZB sind es nur 0,038 Prozent des gesamten Volumens von 3,5 Billionen Euro. Das bedeutet: Von 2635 Euro, die mit Plastikgeld bezahlt werden, geht rechnerisch ein Euro durch Kartenbetrug verloren.

Delikte betreffen besonders drei Länder

Mehr als die Hälfte des Gesamtschadens, rund 60 Prozent, sei auf Betrug beim Bezahlen im Internet zurückzuführen, erklärte die EZB. Danach folgen Betrügereien beim Einkaufen mit EC- oder Kreditkarte direkt im Laden, sie machen ungefähr 25 Prozent des Gesamtschadens aus. Beim Abheben von Bargeld am Automaten sind es rund 15 Prozent.

Besonders häufig kommen Delikte mit Kreditkarten, Bezahlkarten und deren Geheimnummern laut EZB in Frankreich, Luxemburg und dem nicht zur Euro-Zone gehörenden Großbritannien vor. Der europäische Zahlungsraum SEPA umfasst die Länder der Europäischen Union sowie Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen und die Schweiz.

Wer seine EC- und Kreditkartendaten im Netz vor Diebstahl schützen will, braucht eine geschützte Verbindung. Ausspähsicher übertragen werden die Daten nur, wenn der Onlineshop die sogenannte SSL-Verschlüsselung anbietet. Darauf weist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hin. Erkennbar sind solche Verbindungen am Kürzel "https" in der Adresszeile, viele Browser markieren sie außerdem mit einem Vorhängeschloss-Symbol. Gute Onlineshops sollten beim Bezahlen per Kreditkarte außerdem immer nur einen Teil der Nummer anzeigen und den Rest mit Sternchen verdecken.

bos/Reuters/AFP/dpa

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insgesamt 32 Beiträge
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1. sich irren..
kuac 25.02.2014
Zitat von sysopREUTERSIm Euro-Raum nimmt der Betrug mit EC- und Kreditkarten zu - und verursacht einen Schaden in Milliardenhöhe. Ein Großteil der Fälle geht auf Bezahlvorgänge im Internet zurück. Besonders drei Länder sind von den Delikten betroffen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/internet-einkaeufe-plastikgeld-betrug-im-euroraum-nimmt-zu-a-955584.html
Ohne den Artikel gelesen zu haben, hätte ich auf Bulgarien und Rumänien getippt. Nun sind FR, LU und GB betroffen. So kann man sich irren.
2.
Jadama 25.02.2014
Die Steuerhinterzieher, Schmiergeldkassierer und Investmentdiebe beraten sich, wie der Pöbel davon abgehalten werden kann ihnen 0,038% des gasmatvolumens zu klauen. Ganz großes Kino
3. seit Snowden
hoppelmoppel79 25.02.2014
wissen wir dass auch SSL verschlüsselte Verbindungen nicht mehr sicher sind.
4.
Kiste 25.02.2014
Zitat von kuacOhne den Artikel gelesen zu haben, hätte ich auf Bulgarien und Rumänien getippt. Nun sind FR, LU und GB betroffen. So kann man sich irren.
Das bezieht sich auf die Opfer. Bei den Tätern könnten Sie aber richtig liegen.
5. Vergleich..
kuac 25.02.2014
Zitat von JadamaDie Steuerhinterzieher, Schmiergeldkassierer und Investmentdiebe beraten sich, wie der Pöbel davon abgehalten werden kann ihnen 0,038% des gasmatvolumens zu klauen. Ganz großes Kino
Ihr Vergleich ist unpassend. Wenn ich als ganz normaler "Pöbel" Opfer von Trickdieben werde, dann bleibe ich eventuell auf mein Schaden sitzen. Was interessiert mich dann die Steuerhinterzieher usw.?
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Skimming: Der Trick mit dem Feuermelder

Alles zum Thema Skimming und Kartenbetrug
Sie sind Skimming-Opfer geworden?

1. Benachrichtigen Sie sofort Ihre Bank, lassen Sie die betroffene Karte sperren.

2. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei - gehen Sie zur Wache, dort erhalten Sie im Gegensatz zur Online-Anzeige sofort ein Aktenzeichen, das Sie Ihrer Bank mitteilen können.

3. Beobachten Sie Ihr Konto, Abbuchungen aus dem Ausland können dort ein paar Tage verspätet auftauchen - aktualisieren Sie gegebenenfalls Ihre Anzeige, informieren Sie Ihre Bank.

4. Bei erfolgter Anzeige sollten Sie problemlos Ihr Geld wiederbekommen.

So schützen Sie sich vor Skimmern

1. Achten Sie auf Ihre PIN: Geben Sie die Nummer nur komplett verdeckt ein – nutzen Sie die freie Hand oder einen Geldbeutel. Eine versteckte Kamera im Automatendach könnte Ihre Finger beobachten. Ohne PIN sind Ihre Kartendaten für Skimmer wertlos.

2. Untersuchen Sie den Geldautomaten auf merkwürdige Anbauten, Erhebungen, Löchern und wackligen Bauteilen. Kontrollieren Sie besonders den Kartenschlitz. Leichtes Rütteln erlaubt. Nutzen Sie möglichst immer denselben Automaten. Fallen Ihnen Veränderungen auf, benachrichtigen Sie die Bank, bei Schalterschluss die Polizei.

3. Meiden Sie freistehende Automaten, nutzen Sie weniger frequentierte Automaten Ihrer Bank.

4. Benutzen Sie keine Geldautomaten, die mit spezieller Beschilderung oder ungewöhnlichen Warnungen versehen sind. Das könnte ein Ablenkmanöver sein.

5. Verwenden Sie zum Betreten der Filiale und zum Geldabheben, wenn möglich, verschiedene Karten.

6.Geben Sie die PIN nie an Türöffnern ein. Keine Bank oder Sparkasse verlangt dies.

7. Haben Sie einen Skimming-Verdacht? Benachrichtigen Sie sofort die Bank, bei Schalterschluss die Polizei.

8. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge, Ihren Umsatz mittels Onlinebanking. Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank bei merkwürdigen Abbuchungen.

9. Beobachten Sie, was Personen, denen Sie Ihre EC-Karte geben mussten (etwa im Supermarkt) mit der Karte tun: vielleicht verstecken sie einen Skimming-Automaten unterm Tisch.

Hier sind Skimmer besonders aktiv

1. Achten Sie besonders bei Reisen in die Türkei, in den Libanon und nach Südafrika auf Ihre EC-Karte. Hier sind Skimmer besonders aktiv – und können direkt Geld abheben.

2. In Deutschland gibt es nach LKA-Angaben kein Skimming-Muster, generell gefährdet sind stark frequentierte Geldautomaten. Wo sich das Skimming lohnt, wird geskimmt.

3. Touristenzentren sind Skimming-Zentren.

4. Egal ob Stadt oder Land: Es herrscht Skimming-Gefahr.

Weitere Automaten-Betrugstechniken

1. In etwa einem Prozent der Skimming-Fälle greifen die Täter mit eigenen Tastenfeldern die PIN-Nummer ab. So ein Angriff ist äußerst schwer zu entdecken.

2. Skimmer tauschen bei einem Einbruch EC-Terminals in Supermärkten mit manipulierten Terminals aus - so ein Angriff ist sehr selten. 2007 erbeutete eine Bande so 4,5 Millionen Euro.

3. Die Täter verhindern die Kartenausgabe im Automaten, der Automat verweigert die Auszahlung - und gibt es dem nächsten Kunden das Geld zusätzlich aus. Ein Klassiker des Geldautomatenbetrugs.

4. Die Täter fangen mit einem Geldschaft-Aufsatz die Geldscheine ab und sammeln sie später ein.

5. Ein Täter beobachtet die PIN-Eingabe des Opfers, ein anderer lenkt es im Moment der Kartenausgabe ab und klaut die Karte. Am Automat nebenan heben die Täter sofort so viel Geld ab wie möglich.

Hier finden Sie weitere Informationen

1. Skimming auf Cyberfahnder.de: Hintergründe, juristische Handhabe, Erfahrungsberichte und ein Arbeitspapier zu den technischen, organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Skimming

2. "Setzen Sie nicht auf die falsche Karte" - Präventionsprogramm der Polizei

3. "Vorsicht Kartentricks" – Faltblatt der Polizei

4. Kartensicherheit.de - Portal zu "Aufklärung, Vernetzung, Information" der Banken- und Sparkassenverbände

Fotostrecke
EC-Karten-Skimming: So sehen präparierte Automaten aus

EMV-Chips
Wofür steht EMV?
Geldkarten mit EMV-Technologie haben einen Prozessorchip. Die Abkürzung EMV setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der drei Gesellschaften zusammen, die den internationalen Standard für Karten und Geräte wie Geldautomaten entwickelt haben: Europay International (heute MasterCard Europe), MasterCard und Visa.
dpa
Wozu dienen die Chips?
Der Chip ist eine Art Mini-Computer und soll gespeicherte Daten besser gegen Missbrauch schützen als der herkömmliche Magnetstreifen. Die Technologie soll das Kopieren und Fälschen von Geldkarten eindämmen. Der Datensatz wird sicher verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft. Außerdem ist eine PIN nötig. Durch seine Rechenleistung bietet der Chip die Möglichkeit für Zusatzfunktionen. Der EMV-Standard soll die Magnetstreifen- Technologie ablösen. Nach Angaben des Unternehmens EMVCo, das die Technologie entwickelt, waren 2008 weltweit mehr als 730 Millionen Geldkarten mit dem EMV-Standard ausgestattet.
dpa

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