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Internetkonzern: Yahoo-Mitgründer Yang tritt überraschend zurück

Es ist ein unerwarteter Schritt: Zwei Wochen nachdem der Internetkonzern Yahoo einen neuen Chef präsentierte, verabschiedet sich jetzt der mächtige Mitgründer Jerry Yang aus dem Unternehmen. Damit werden Spekulationen um die Zukunft der Marke neu befeuert.

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Yahoo-Mitgründer Yang (Archivbild): Gibt alle Posten in der Unternehmensführung auf

Sunnyvale - Die Ereignisse beim Internetkonzern Yahoo überschlagen sich. Nachdem erst vor zwei Wochen mit Scott Thompson ein neuer Firmenchef gefunden wurde, gibt nun überraschend der mächtige Mitgründer Jerry Yang alle Posten in der Unternehmensführung auf. Er lege sowohl sein Amt als Verwaltungsratsmitglied bei Yahoo selbst, als auch bei der Japan-Tochter und der chinesischen Beteiligung Alibaba nieder, teilte der Konzern am Dienstag mit.

Beobachter in den USA bringen Yangs Abgang mit den andauernden Spekulationen um die Zukunft von Yahoo in Verbindung. Der Konzern, der im wichtigen Online-Werbemarkt immer mehr Boden an Google verloren hatte, prüft einen Verkauf oder die Trennung von den wertvollen Tochtergesellschaften in Asien. In welche Richtung das Pendel nun ausschlägt, ist allerdings weiter unklar.

Yang hatte Yahoo 1995 zusammen mit David Filo gegründet und war von 2007 bis 2009 auch Konzernchef, bevor er sich auf den Verwaltungsratsposten zurückzog. Er galt aber weiterhin als Strippenzieher im Hintergrund. Yang sagte, er habe die Jahre sehr genossen. "Dennoch ist die Zeit reif für mich, anderen Interessen außerhalb von Yahoo nachzugehen."

Aktie steigt nachbörslich um drei Prozent

Börsianer gehen davon aus, dass sich nach Yangs Abgang etwas bewegt. Nachbörslich sprang die Aktie um drei Prozent nach oben. Zwischenzeitlich wurde etwa über den Einstieg von Finanzinvestoren oder gar des Software-Konzerns Microsoft spekuliert. Die bisher radikalste Lösung, die in US-Medien herumgeisterte, war die komplette Übernahme durch die beiden asiatischen Partner Alibaba und Softbank.

Über die Hintergründe des Abgangs von Yang wurde zunächst nichts bekannt. Nach außen hin hatten die Konzernspitzen nur freundliche Worte übrig. Verwaltungsratschef Roy Bostock lobte Yang als "Visionär und Pionier", der Yahoo entscheidend vorangebracht habe. "Wir danken Jerry." Der von der Ebay-Bezahltochter PayPal herübergewechselte neue Konzernchef Scott Thompson sagte, die Werte Yangs lebten im Unternehmen weiter.

bos/dpa/AFP

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