Barclays Investmentbanker bekommen 40 Prozent mehr Gehalt

Die britische Großbank Barclays plant offenbar kräftige Lohnerhöhungen für ihre Investmentbanker. Gehälter und Boni sollen in einer niedrigeren Hierarchiestufe um bis zu 40 Prozent steigen, um die Abwanderung von Bankern zu stoppen.

Bankenviertel in London: Bis zu 40 Prozent mehr für Investmentbanker
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Bankenviertel in London: Bis zu 40 Prozent mehr für Investmentbanker


Bangalore - Weltweit mussten Investmentbanken nach der Finanzkrise ihre Boni kappen - es waren auch diese falschen Anreizsysteme, die die Finanzkrise mitverursacht hatten. In der Folge wechselten viele Banker in weniger streng regulierte Teile der Branche, unter anderem zu Hedgefonds. Die britische Bank Barclays will die Abwanderung jetzt einem Agenturbericht zufolge mit Lohnerhöhungen für bestimmte Investmentbanker stoppen.

Für Angestellte in einer niedrigen Hierarchiestufe könnten Gehälter und Boni bis zu 40 Prozent steigen, berichtete Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Allerdings herrsche in der mittleren Managementebene wegen der Pläne Unzufriedenheit. Insgesamt sollen die Boni sinken, wie Bloomberg weiter berichtete.

Barclays muss derzeit, wie auch die Schweizer Großbank UBS, mit weiteren Untersuchungen der US-Behörden rechnen. Das Justizministerium in Washington weitet die Ermittlungen gegen die beiden europäischen Banken einem Bericht der "Financial Times" zufolge aus.

Die beiden Banken sollen demnach sogenannte strukturierte Produkte wie etwa Zertifikate ohne den Hinweis auf mit Wechselkursgeschäften erzielte Gewinne verkauft haben. Die Ermittler gingen auch bei anderen Banken mutmaßlichen Verstößen gegen Mitteilungspflichten über erzielte Währungsgewinne nach. Die Institute waren dem Bericht zufolge bislang davon ausgegangen, dass sich die Vorwürfe auf die Beeinflussung der Wechselkurse im Devisenmarkt beschränkten, auf dem weltweit täglich Geld im Wert von mehr als fünf Billionen US-Dollar gehandelt wird.

Die UBS hatte zwar in einem Vergleich vergangenen November bereits knapp 800 Millionen Dollar an Behörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz gezahlt, dem sich auch andere beschuldigte Großbanken angeschlossen hatten. Das US-Justizministerium war aber nicht Teil der Abmachung und ermittelt nach wie vor. Die Schweizer könnten nun das erste Geldinstitut werden, das von der Behörde mit einer Strafe belegt wird. Insider rechnen nicht mit einer Entscheidung vor April.

nck/Reuters/dpa

insgesamt 11 Beiträge
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tommit 10.02.2015
1. Tja so entwickeln wir uns
beiderdeitige Erpressungsgesellschaft mit tot aufgefundenen kinderlosen Bachelorsingles, die seit 2 Wochen rumliegen... Und die Michel gucken sich das dann iim Biig Brother Fernsehen an und denken: Könnte ich nur auch Elite sein... Bezhalen manche Banken denn ihre Bösenhändler 40% unter marktüblich.....? Skandal... die nagen sicher am Hungertuch ..
zynik 10.02.2015
2.
Da fällt einem nur noch Einsteins Definition von Wahnsinn ein.
opinio... 10.02.2015
3. Nichts hat sich da geändert
Bankeninteressen sind immer noch keine Gemeininteressen
joG 10.02.2015
4. Das war jedem Fachmann bereits klar. ...
....als die EU die etwas dümmlichen Regeln hierzu zur populistischen Beruhigung erließ. Es wurde damals auch gewarnt. Ähnlich wie beim Euro vorher dachten aber die europäischen Politiker und Bürokratie das Primat der Politik würde die Mathematik besiegen.
lalito 10.02.2015
5. Diese Abgehobenheit, find ich so gut wie das Entgegenkommen eines Geisterfahrers
Die unteren Gehaltsklassen der oberen Zehntausend pampern. Und die der mittleren meckern. Den Machenschaften des letzten Jahrzehnts dieser Mischpoke gehören bis in den letzten Winkel durchleuchtet und jedem nachgewiesenen Betrüger das Eigentum enteignet plus paar Jahre Sozialstunden. Bisher ist jeder noch mit Abfindung davongekommen. Und der "next Generation" effektive Kontrollinstanzen vor die Nase und dann passt das zukünftig schon.
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