Verkleinertes Investmentbanking Barclays streicht 19.000 Jobs

Die britische Großbank Barclays wird deutlich mehr Stellen streichen als geplant: In den kommenden drei Jahren fallen insgesamt 19.000 Jobs weg, vor allem im Investmentbanking. Außerdem gründet das Institut eine Bad Bank für Geschäfte aus dieser Sparte.

Barclays-Logo im Londoner Regen: Investmentbanking radikal verkleinert
REUTERS

Barclays-Logo im Londoner Regen: Investmentbanking radikal verkleinert


London - Die britische Großbank Barclays verschärft ihren Sparkurs und streicht in den nächsten drei Jahren insgesamt 19.000 Stellen. Der Hauptgrund dürfte die anhaltende Flaute im Investmentbanking sein. Vorstandschef Antony Jenkins will den schwankungsanfälligen Geschäftsbereich, der vom Handel mit Wertpapieren bis zur Fusionsberatung reicht, nun noch stärker verkleinern als nach der Finanzkrise und dem teuren Skandal um manipulierte Zinsen ohnehin geplant war. "Das hier ist eine drastische Verschlankung von Barclays", sagte Jenkins, der aus dem Privatkundengeschäft kommt und die Bank seit August 2012 führt, am Donnerstag.

Das Geldhaus mit seinen derzeit 140.000 Mitarbeitern in 50 Ländern werde international bleiben, sich aber künftig nur noch auf solche Bereiche fokussieren, wo sich gutes Geld verdienen lasse, so Jenkins weiter. Vom einstigen Gewinnmotor Investmentbanking bleibt nur noch ein Bruchteil übrig. Große Teile des kapitalzehrenden Geschäfts werden in eine interne Bad Bank geschoben, wie sie auch die Deutsche Bank hat. Dass Barclays sich beim Sparen noch stärker anstrengen muss, hatte sich schon länger abgezeichnet. Denn gerade im Investmentbanking werden viele Handelsgeschäfte durch strengere Kapitalvorgaben der Regulierer teurer, während der Markt insgesamt schrumpft. Insbesondere der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren schwächelt bereits seit mehreren Quartalen.

Von den 19.000 Jobs, die nun zusätzlich wegfallen sollen, entfallen 7000 auf die Investmentbank. Aus ihr werden außerdem 90 Milliarden Pfund an Risikopositionen (RWA) herausgeschnitten und in die Bad Bank verlagert. Die Abwicklungseinheit ist aber noch deutlich größer, denn dort landet auch das Privatkundengeschäft in Europa außerhalb des britischen Heimatmarktes - die Länder Italien, Frankreich, Spanien und Portugal gibt Jenkins komplett auf. "Hier wäre ein Verkauf der Geschäftsteile denkbar oder ein Börsengang", sagte er dem Sender CNBC.

nck/dpa/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
bumminrum 08.05.2014
1. weniger Zocker
sind letztendlich nur gut für den Steuerzahler und die Staaten.
wibo2 09.05.2014
2. Interne Bad Bank mit 110 Mrd. EUR Bilanzsumme
Zitat von sysopREUTERSDie britische Großbank Barclays wird deutlich mehr Stellen streichen als geplant: In den kommenden drei Jahren fallen insgesamt 19.000 Jobs weg, vor allem im Investmentbanking. Außerdem gründet das Institut eine Bad Bank für Geschäfte aus dieser Sparte. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/investmentbanking-verkleinert-grossbank-barclays-streicht-19-000-jobs-a-968238.html
Damit soll das Investmentbanking verkleinert werden. Die Zocker haben die Gewinn Erwartungen enttäuscht. "We will be a focused international bank, operating only in areas where we have capability, scale and competitive advantage," sagt CEO Jenkins. Das könnte man den Deutschen Banken auch raten. Die Wallstreet indes wird sich wohl über den Marktaustritt der Briten freuen. "There is a ... complete collapse in trading volumes by non-central bank entities" (Zerohedge)
trienfield 09.05.2014
3. Bemerkenswerte Meldung...
vertuscht - verschämt aufgestellt, kommentiert, versteckt. Eine große Bank ängstigt sich, legt 140 MRD an Anlagevermögen Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise in eine Bad Bank. Weitere europ. hochverschuldete Banken folgen. HRE steht nicht alleine im Regen. Eine unlösbare Schuldenkrise nimmt Formen an, dies zeitigt ein weiterer Schuldenschnitt für das nicht reformierbare Griechenland. Europa-Euroland hat sich verzockt. Schöne Aussichten. Und SPON und Co. mampft ruhig gelassen seine Butterstollen mit Cervelatwurt. Ihr solltet aufdecken, nicht vertuschen.
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