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Investmenttrend Wie man mit Wasser reich wird

Investmenttrend Wasser: Knappes Gut, üppige Erträge, moralische Zweifel
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2. Teil: Welche Fonds die beste Performance erzielt haben

Portner setzt deutlich stärker auf Versorger (46 Prozent des Portfolios) als andere Wasserfonds. Dadurch ist er defensiver aufgestellt als seine Konkurrenz, was sich auch an der Performance zeigt: Er kam besser durch das Krisenjahr 2008 (minus 34 Prozent), hatte 2009 aber das Nachsehen (plus 20,3 Prozent).

Sein größter Konkurrent, der im September 2001 bei Julius Bär aufgelegte SAM Sustainable Water, hat 2008 zwar 41,6 Prozent verloren, 2009 mit einem Plus von 33,8 Prozent aber deutlich besser abgeschnitten. Über fünf Jahre schwimmt er an der Spitze der Kategorie. Fondsmanager Dieter Küffer investiert einerseits weniger in defensive Versorger, mehr in Nebenwerte, und andererseits ist sein Investmentuniversum deutlich breiter.

So kauft er beispielsweise auch Aktien aus dem Bereich Wasser sparende Bewässerung: Küffers größte Position ist derzeit Chaoda Modern Agriculture, Chinas führender Erzeuger von Obst und Gemüse. Performance-Treiber ist dann allerdings nicht mehr der Wassermarkt, sondern die Rally der Agrarrohstoffe. Hardliner bezeichnen das als Verwässerung. Schließlich könnte man mit derselben Logik auch Aktien von VW kaufen, dem effizientesten Autobauer auf dem Markt.

Fondsmanager Küffer und Wasser-Analyst Wild von SAM halten dagegen: "Rund 70 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs entfallen auf die Landwirtschaft. Warum sollten nicht die Unternehmen belohnt werden, die hier am sparsamsten wirtschaften?" Profitiert hat der SAM Sustainable Water insgesamt von seiner relativ hohen Gewichtung der Schwellenländer.

Erst Anfang dieses Jahres ist die Asien-Analystin Junwei Hafner-Cai zum Wasser-Team gestoßen, was dafür spricht, dass dieser Teil des Portfolios weiter ausgebaut wird. Grundsätzlich aber gilt für alle Wasserfonds: Die größte Länderposition ist der weltgrößte Wassermarkt USA, die Gewichtung schwankt zwischen 30 und 50 Prozent.

Nachhaltige Unternehmen gesucht

Anders als beim Pictet-Manager fließt bei Küffer auch das hauseigene Nachhaltigkeitsrating in die Bewertungsanalyse der Firmen ein. Ausschlusskriterien gibt es dabei nicht. Gesucht wird nach den Firmen, die in ihrer Branche am nachhaltigsten wirtschaften.

Auch Matthias Priebs berücksichtigt Nachhaltigkeitskriterien. Der Manager des Ende 2007 aufgelegten Sarasin Sustainable Water setzt auf die gesamte Wertschöpfungskette des Wassermarkts und ist ebenfalls weniger auf Versorger fokussiert als der Pictet-Fonds.

"Ein kleines Unterthema im Fonds sind Firmen, die in ihren Produktionsprozessen sehr viel Wasser verbrauchen, beispielsweise aus der Papier- oder Hightech-Industrie, und die ihren Wasserverbrauch konsistent senken." Als Beispiel nennt Priebs den Waschmittelkonzern Henkel. Ein noch breiteres Investmentuniversum und gleichzeitig die nach eigener Aussage strengsten Nachhaltigkeitskriterien hat das Fondsmanagement des Ökoworld Water for Life. Gekauft werden ausschließlich Werte, die glasklar definierte Kriterien an die ökologische, soziale und makroökonomische Nachhaltigkeit erfüllen.

Aktive oder passive Fonds?

Auch der schonende Umgang mit der Ressource Wasser und der Schutz natürlicher Wasserreservoirs sind ein Anlagekriterium. Darunter fallen bei Ökoworld neben sparsamen Agrarbetrieben auch Unternehmen aus den Bereichen Recycling von Industriemetallen, chemischen oder Krankenhausabfällen. Mehr Performance hat das nicht gebracht. Mit einem Plus von 32,6 Prozent über ein Jahr liegt der Ökoworld Water for Life am Ende der Kategorie.

Wer statt auf aktives Management lieber auf passive Indexprodukte setzen möchte, kann unter Zertifikaten und börsennotierten Indexfonds wählen. Vor allem mit den Börsenfonds lagen Investoren in den vergangenen zwölf Monaten gut im Rennen. Mit einem Plus von 47 Prozent schnitt der Powershares Palisades Global Water am besten ab.

Er bildet den gleichnamigen Palisades Global Water Index ab, der aktuell aus 30 Firmen besteht, die hauptsächlich im Bereich der Trinkwasserversorgung, der Wasseraufbereitung sowie der Technologie und Dienstleistung für die globale Wasserversorgung aktiv sind. "Passive Produkte können in diesem Markt durchaus eine Alternative sein", sagt Fondsanalyst Björn Drescher.

Aber darf und sollte man mit der Knappheit eines lebenswichtigen und unersetzbaren Gutes überhaupt Geschäfte machen? Dass sie mit dem Elend anderer Geld verdienen wollen, weisen die Wasser-Manager weit von sich. "Die Unternehmen profitieren ja nicht nur, sie stellen auch dringend benötigte Lösungen bereit", sagt SAM-Manager Küffer.

Auch Pictet-Manager Portner sieht sich nicht als Nutznießer, sondern als Helfer: "Wir wollen dazu beitragen, dass der Preis ja gerade nicht ins Unermessliche steigt." Also man darf in die Fonds Geld stecken. "Aber mehr als 20 Prozent des Aktienportfolios sollten nicht investiert werden", so Drescher.

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insgesamt 101 Beiträge
Kryoniker 29.05.2010
Man stelle sich nur vor: Die Trinkwasserversorgung in den Händen der Firma Nestlé. Ich bin bestimmt kein Sozialist, aber für einige Ressorts sollte doch der Staat verantwortlich bleiben. Dazu gehören bestimmt die Ressorts [...]
Zitat von sysopWeil die Ressourcen begrenzt sind, hat sich rund ums Wasser ein Milliardenmarkt entwickelt. Davon können auch Privatanleger profitieren. Sie müssen für sich nur eine Frage stellen: Darf man mit der Knappheit eines lebenwichtigen Gutes Geld verdienen? http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,696300,00.html
Man stelle sich nur vor: Die Trinkwasserversorgung in den Händen der Firma Nestlé. Ich bin bestimmt kein Sozialist, aber für einige Ressorts sollte doch der Staat verantwortlich bleiben. Dazu gehören bestimmt die Ressorts Verteidigung, Bildung, Verkehr -- und Trinkwasser.
freeagent 29.05.2010
Spekulationen auf Lebensmittel verbieten!
Spekulationen auf Lebensmittel verbieten!
specialsymbol 29.05.2010
Dazu müßte Wasser erstmal knapp sein. So viel Wasser kann keiner bunkern um das zu verknappen. Außerdem regnet es eh' viel zu viel die letzten Jahre. Und virtuelles Wasser? Meine Nerven. Geld ist virtuell, Wasser nicht. Was [...]
Dazu müßte Wasser erstmal knapp sein. So viel Wasser kann keiner bunkern um das zu verknappen. Außerdem regnet es eh' viel zu viel die letzten Jahre. Und virtuelles Wasser? Meine Nerven. Geld ist virtuell, Wasser nicht. Was verdampft kommt auch wieder runter.
Prima Volta 29.05.2010
Ich bin sicher, dass sich genügend Menschen finden werden, die diese Frage für sich nach kurzer (wenn überhaupt) Überlegung mit JA! beantworten werden, sofern für sie selbst nur genügend Kohle bei dem Geschäft rausspringt. Die [...]
Zitat von sysopSie müssen für sich nur eine Frage stellen: Darf man mit der Knappheit eines lebenwichtigen Gutes Geld verdienen?
Ich bin sicher, dass sich genügend Menschen finden werden, die diese Frage für sich nach kurzer (wenn überhaupt) Überlegung mit JA! beantworten werden, sofern für sie selbst nur genügend Kohle bei dem Geschäft rausspringt. Die vergangenen und bereits wieder laufenden Spekulationskrisen haben das gezeigt. Es wird immer gierige Menschen geben, die Skrupel für reine Zeitverschwendung halten. Mein Optimismus hinsichtlich der Verderbtheit des Menschen ist da leider fast grenzenlos...
Stefanie Bach 29.05.2010
Selbstverständlich gehört die Wasserversorgung in öffentliche Hände. In diesen Bereichen haben private Anbieter nichts zu suchen. Unser politisches System scheitert, wenn es nicht gelingt, die soziale Marktwirtschaft liberal und [...]
Zitat von freeagentSpekulationen auf Lebensmittel verbieten!
Selbstverständlich gehört die Wasserversorgung in öffentliche Hände. In diesen Bereichen haben private Anbieter nichts zu suchen. Unser politisches System scheitert, wenn es nicht gelingt, die soziale Marktwirtschaft liberal und sozial zu erneuern (http://www.plantor.de/2009/die-soziale-marktwirtschaft-liberal-und-sozial-erneuern/).
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Heft 6/2010

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